Bombus semenoviellus ist anscheinend in Deutschland gar nicht neu. Man kann nachlesen, dass Bombus semenoviellus schon früher gefunden wurde und in den alten Sammlungen entdeckt wurde. So könnte man davon ausgehen, dass semenoviellus schon lange Zeit in Deutschland lebt und heimisch ist. Sie ist aber wohl selten, da es relativ wenige Fundorte dieser Art gibt. Das ganze zum Nachlesen gibt es hier… http://www.entomologie.de/cgi-bin/webbbs_neu/forum.pl?read=76954 Hinweis: Das ganze funktioniert nur als Eingabe, bei einem direkten Link bekommt man eine Fehlmeldung, also einfach in die Zeile oben (dort wo ihr die Websites eingebt) hineinkopieren, dann funktioniert es.
Bombus semenoviellus offenbar doch kein Neubürger
“Neue” Hummelart in Kanada entdeckt
Bombus lucorum, die Helle Erdhummel, ist in Deutschland häufig, war in Kanada aber bislang weitgehend unbekannt. Nun haben Biologen das Tier in den Gebirgen Kanadas gefunden.
Auch in Deutschland kommt Bombus lucorum vor allem in den Bergen vor und ist dort wichtig für die Bestäubung der Pflanzen. Sie ähnelt stark der Dunklen Erdhummel, doch hat diese eine goldgelbe Binde am Kopf, Bombus lucorum, die Helle Erdhummel hat zitronengelbe Haare.
Bombus lucorum ist damit ein Beleg, wie unterschiedlich sich die Hummelarten in ihrem Bestand entwickeln. Während die Mehrzahl immer seltener wird (freudige Nachricht aus Schottland bzgl. der Deichhummel), breiten sich andere weiter aus. Neben der Hellen Erdhummel tauchte vor Kurzem auch die Baumhummel in England auf, die bis dahin dort nicht heimisch war.
Quelle: http://www.edmontonjournal.com/technology/There+town/5282570/story.html (Link nicht mehr existent)

Zum Vergleich eine Dunkle Erdhummel.
Bei dieser Art ist der vorderste gelbe Kranz goldgelb, nicht zitronengelb.
Das Foto Babbity Bumble von stuant63 steht unter
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“Aktion-Hummelschutz” als Ferienaktion
Eine schwäbische Zeitung hat nun von der “Aktion-Hummelschutz” berichtet – gemeint war damit aber nicht diese Webseite, sondern eine Ferienaktion für Kinder.
Unter Anleitung eines örtlichen Obst- und Gartenbauvereins haben Kinder dazu Hummelnistkästen gebaut. Sie sollen im Frühjahr aufgestelt werden, denn neben dem Bauen lernten die Kinder auch noch viel über die Gefährdung und Bedeutung der Hummeln.
Freude: Stand der Rettung der Deichhummel in Schottland
Die in Deutschland und England verschwundene Deichhummel, Bombus distinguendus, existiert in Schottland noch an vier Standorten, obwohl sie in den 1960er Jahren noch in ganz England vorkam. Sie zählt damit zu den seltensten Hummeln und zu denjenigen, deren Verschwinden am schnellsten voran schreitet. Drei der übrig gebliebenen Standorte sind kleine Inseln, die zu den Hebriden gehören, die vierte Population lebt an einem schmalen Küstenstreifen im äußerten Norden Schottlands.
Leider ist das Aussterben der Hummelart in Schottland nicht gestoppt. Im Gegenteil, die Zahl an Deichhummeln ist zwischen 1980 bis 2007 schneller geringer geworden als noch zwischen 1960 bis 1980.
Jetzt berichten Naturschützer, dass man ein Exemplar der Deichhummel bei der Paarung beobachten und filmen konnte. Bei der BBC gibt es auch ein Foto davon. Das Ereignis versetzte die Hummelschützer vor Ort in große Freude, denn zum einen waren Beobachtungen der in England als „great yellow bumblebee“ bekannten Deichhummel extrem selten, zum anderen hatte man eine Paarung noch nie beobachten können. Daneben sei dies ein Hinweis darauf, dass das Schutzprojekt erfolgreich sei:
„This is the first time that coupled great yellow bumblebees have been seen on the UK mainland for many, many years. […] It is a clear endorsement of the work that Dounreay has carried out in encouraging the wildflowers that these rare bumblebees need, with the benefits continuing to accrue as the ‘bee meadow’ continues its gradual restoration.“
Quelle: BBC
Die Hummeln wurden auf einer renaturierten Wiese (wichtig: Klee) gefilmt, die zu einem ehemaligen, jetzt stillgelegten Schnellen Brüter zählt. Während die Gebäude und die Umgebung ziemlich unwirtlich sein muss und man Jahre warten musste, bis die radioaktive Strahlung abgeklungen war, wurde im letzten Jahr die Wiese mit besonderen Nahrungspflanzen neu angelegt. Gerade deshalb jubeln nun die Umweltschützer.
Hummeln und die Forschung daran werden in Großbritannien seit vielen Jahrzehnten gefördert, nur dort werden Hummeln regelmäßig seit langer Zeit gezählt, hier forschen die renommiertesten Hummelforscher.
Polizeistaat macht friedlich? Überraschung beim Studium von staatenbildenden Insekten
Hummeln handeln nicht selbstlos, wenn sie als „soziale Insekten“ (Hummeln, Bienen etc.) für andere Hummeln den Nektar sammeln oder ihr eigenes Leben für die Hummelkönigin einsetzen. Das scheinbar altruistische, soziale Verhalten dieser Hummeln entlarvt die Evolutionsbiologie nämlich als (unbewusst) egoistisch. Diese Erkenntnis der Forschung an Hummeln hatte ich hier schon beschrieben.

Ist das Lausen altruistisch – oder erwartet der handelnde Affe später einen
Vorteil für sich? Lausen reduziert jedenfalls Konflikte, doch wie reduzieren
staatenbildende Insekten mit zehntausenden Tieren Konflikte?
Das Foto Babouins s’épouillant von thiery49 steht unter
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Wie werden Konflikte im Insektenstaat gelöst?
So nutzt man Hummeln also zur Analyse sozialen Verhaltens. Interessant ist dabei, wie Konflikte in einem Staat gelöst werden. Jürgen Heinze erforscht dies zwar nicht an Hummeln, aber an Ameisen, anderen staatenbildenden Insekten.
“Erzwungener Altruismus”
In einem Vortrag erklärt er, dass beispielsweise die Organisation der Hummeln einem Polizeistaat ähnlich ist, indem alle Mitglieder des Staats (Arbeiterinnen und Königin) eine offensichtlich egoistische Arbeiterin sofort bestrafen oder töten. Der Staat bleibt dadurch konfliktarm und friedlich, die Hummeln müssen freiwillig altruistisch sein, er spricht vom „erzwungenen Altruismus“, ohne allerdings in seinem Vortrag die Verhältnisse auf unsere Gesellschaft zu übertragen – was aber „Deutschland Radio Wissen“ mit der Reihe „Evolution und Moral“ letztlich macht.
Wer sich aber noch gar nicht mit Altruismus auskennt, dem empfehle ich in Ruhe zuerst den Text hier auf der Homepage zu lesen. Der Vortrag passt zu diesem Text „wie die Faust auf’s Auge“.
- Vortrag Jürgen Heinze, Deutschland Radio Wissen
- Altruismus Artikel auf dieser Homepage
Guerilla Gardening
Guerilla Gardening, ein Trend hilft den Hummeln!

Das Foto Guerilla Garden logo amongst the strawberries von ubrayj02 steht unter
-Lizenz.
Beim Guerilla Gardening werden städtische Schandflecken, die uninteressant z.B. für Hummeln sind, durch Bürger mit Blumen (Hummeln!) verschönert. Dabei setzen die anonymen Aktivisten vor allem Saatgut ein, das über solchen Flächen verstreut wird. Andere Aktive sammeln verblühte Pflanzen auf dem Friedhof aus dem Abfall ein und pflanzen diese in städtische ungepflegte Blumenkübel ein. Erlaubt ist das nicht, denn die Pflanzen werden einmal auf Grund und Boden wachsen, der nicht den Aktivisten gehört. Die Straftat wird aber eher in der Regel nicht nur von den Hummeln, sondern auch von der Stadt begrüßt. Guerilla Gardening ist also etwas für den Hummelschützer, der auch den “Kick” sucht, denn der typische “Kämpfer” zieht nachts mit Spaten, Samentütchen und Pflanzen los – und sorgt so für Blühendes für die Hummeln!
Da trifft es sich gut, dass im Hummel-Forum aktuell kostenlos Samen verschiedenster Hummelpflanzen angeboten werden.
Viele Presseartikel zum Guerilla Gardening gibt es auf der Wikipedia-Seite.
Das Leben der Hummeln im August
Skript zum Video
Spätsommer in Deutschland. Die Felder sind abgeerntet, die Wiesen gemäht. Nun bricht eine entbehrungsreiche Zeit für unsere Hummeln an. Zwar ist alles schön grün, doch nur noch wenig blüht und bietet den Insekten Nektar und Pollen an.
Mit einer wichtigen Ausnahme, die zum Zankapfel unter Naturschützer geworden ist:
Impatiens glandulifera, das aus Asien stammende Drüsige Springkraut blüht jetzt ausgesprochen üppig. Die bis zu 2m hohen Pflanzen bilden zahlreiche, große und pinke Blüten aus. Am Ende der Blüte findet sich ein Sporn, in dem der Nektar produziert wird. Während die Hummel diesen aufsaugt, übernimmt sie Blütenstaub und transportiert ihn zur nächsten Blüte, die dadurch bestäubt wird.
Wo ist das Problem? Für die Hummeln ist die Natur eine Art Supermarkt. Die Hummel sucht Nektar, also nutzt sie diejenige Pflanze, die ihr diesen Nektar bietet. Dabei übertrumpft aber das Springkraut unsere heimischen Pflanzen locker. Mit 48% ist der Zuckergehalt des Nektars zwar nur durchschnittlich, aber mit 0,47mg Nektar pro Pflanze und pro Stunde produziert das Springkraut etwa zehnmal so viel Nektar, wie selbst die beste Pflanzenart in ganz Europa, verglichen mit den meisten anderen heimischen Arten sind 0,47mg Nektar etwa 40x so viel wie normal (Chittka & Schürkens, 2001).
Die Folge davon ist, dass andere Pflanzen kaum noch besucht werden. Während das Springkraut Bestäuber auch von weit her anlockt, werden heimische Pflanzen nicht mehr bestäubt. Sie können sich nicht fortpflanzen und werden verdrängt. Dazu kommt, dass das bestäubte Springkraut enorme Mengen Samen herstellt: 2500 Samen pro Pflanze sind dabei der Durchschnitt. Auch deshalb treten innerhalb weniger Jahre riesige Springkrautbestände auf, während die natürliche Flora an dieser Stelle abstirbt.
Aus Sicht der Hummeln, die ansonsten schlicht verhungern, sind die Springkrautbestände ein Segen, aus Sicht der Umweltschützer, die die natürliche Flora erhalten wollen, ein Graus.
Ein anderes Thema für die Hummeln im August: Es ist Hochzeit!
Die meiste Zeit des Jahres sieht man nur die fleißigen Weibchen, die sog. Arbeiterinnen. Jetzt im August hat die alte Königin dafür gesorgt, dass aus den Eiern auch Männchen, die Drohnen und besondere Weibchen, die Jungköniginnen, schlüpfen. Männchen erkennen Sie häufig daran, dass sie regungslos und sehr träge auf Blüten sitzen und nichts tun. Sie warten auf ein Weibchen, später sterben sie. Die Jungkönigin lässt sich mehrfach befruchten und sammelt dann Energie, um den Winter außerhalb des Nests zu überstehen. Sie gründet im kommenden Jahr ein neues Volk, die alte Königin stirbt noch in diesen Tagen.
Literatur
Chittka L, Schürkens S, 2011: Successful invasion of a floral market. In: Nature, Vol. 411, 2001, S. 653.
Bildquelle
“Bombus pratorum mating” von “Nigel Jones” via flickr. Lizenz: CC-Lizenz: BY-NC-ND 2.0
Initiative ergriffen: Ackerrandstreifen dient als Tankstelle
Bildquelle: I, Seeteufel (GFDL V. 1.2., CC-BY-SA-3.0 or CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0), via Wikimedia Commons
So bunt könnte auch ein Ackerrandstreifen sein und Hummeln nützen.
Blühstreifen am Ackerrand sehen nicht nur hübsch aus. Sie sind Nektar- und Pollenquelle für eine Vielzahl von Insekten, beispw. den Hummeln. Gerade jetzt, wo auf den Feldern nur wenig blüht (Mais, Weizen, Zuckerrüben etc. bieten keinen Nektar!) und auch die Gärten eher grün als bunt erscheinen, ist ein Blühstreifen eine Oase für Hummeln. Hier wird deutlich, welch wichtige Rolle eine verantwortungsvolle Landwirtschaft übernehmen kann.
Einem Landwirt ist ein solcher Ackerrandstreifen übrigens gesetzlich vorgeschrieben, der Acker darf nicht direkt bis zum Weg reichen. Allerdings ist die optimale Gestaltung des Ackerrandstreifens nicht geregelt. Daher wächst dort in der Regel nur Gras. Dass es aber auch anders geht zeigen zwei private Initiativen, die Geld und Zeit gekostet haben, doch nun Erfolge zeigen: Es summt und brummt eben dort. In einem Fall engagiert sich ein Landwirt seit zehn Jahren und eggt und sät per Hand, in einem anderen Fall haben sich Initiativen gegründet und entlohnen einen Landwirt, wenn er Blühstreifen abzweigt.
Hier finden Sie weitere Artikel zum Thema Hummelschutz und Landwirtschaft.


