Kurz berichtet: Die Hummeln fliegen schon (naja…)

Ja, wer beim Titel denkt, der Frühling ist da und die Hummeln fliegen [UPDATE: Seit dem 29.02. fliegen sie wirklich], der ist dem Titel genauso auf den Leim gegangen wie ich, als ich auf otz.de (es steht für die “Ostthüringer Zeitung”, die zur WAZ-Mediengruppe gehört) den Titel “Die Hummeln fliegen schon” gelesen hatte. »Da hat der Osten also doch schon blühende Landschaften«, war mein Gedanke, gemeint war aber etwas ganz anderes…

Der interessante, kurze Artikel informiert über den Einsatz von Hummeln in Gewächshäusern – und da fliegen eben schon welche…

Ist das – neben der geschickten Überschrift der Zeitung – eine Nachricht wert?

Interessante Zahlen

Ja, dieser Artikel ist vollgepackt mit Zahlen, die ich auch noch nicht so kannte. Für ein 9 Fußballfelder großes Gewächshaus (9 Fußballfelder??? Was’n das für ein Gewächshaus?) braucht man in einer Saison 300 Hummelvölker, gleichzeitig sind jetzt schon – und es dürfte an den Tomaten noch nicht so viel blühen – 50 Völker eingesetzt.

155.000 Pflanzen sind in dem Betrieb zu bestäuben, 1000 Blüten schafft eine einzige Hummel alleine pro Tag.

Persönliche Anmerkung: Nur so am Rande

Der Artikel auf otz.de ist nun eine Woche alt. Kurz nach dem Erscheinen hatte ich meinen Beitrag hier vorbreitet, war aber nicht fertig geworden und arbeitete am kommenden Tag weiter. Da waren aus dem otz.de Text fast alle Zahlen entfernt worden, die auf die Größe des Betriebs schließen lassen wie die Zahl der Völker, die Fläche und die Zahl der Pflanzen. War das dem Betrieb zu heikel? Ist die Redaktion dem Betrieb entgegen gekommen? Ich fragte per E-Mail nach, erhielt aber keine Antwort. Jetzt hat die Redaktion aber doch wieder kommentarlos den alten Artikel reingestellt.

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Immer wieder Kuckuckshummeln

Wer sich mit Hummeln etwas intensiver beschäftigt, wird stutzen, wenn er zum ersten Mal auf eine Hummel trifft, die irgendwie anders als die anderen aussieht. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um eine Kuckuckshummel handelt – im Forum waren in 2011 einige Sichtungen verschiedener Arten dabei, die – weil sie außergewöhnlich waren und schwer zu bestimmen sind – in meiner Serie “Vorfreude auf den Frühling 2012” aufgegriffen werden sollen. Die Serie, die seit Neujahr lief (weitere Beiträge), beschließe ich mit diesem Beitrag: Nun sollte der Frühling von selbst so langsam kommen :-).

Psithyrus barbutellus

Dieses Männchen einer Schmarotzerhummel entdeckte christian in der Schweiz:

Von Psithyrus barbutellus gibt es keinen deutschen Namen (höchstens wörtlich: Bärtige Kuckuckshummel. Mit Dank an die Kommentatoren). Die Schmarotzerhummel parasitiert Nester der Gartenhummel, seltener der Baumhummel.

 

Psithyrus bohemicus

Schwierig war diese Hummel zu bestimmen, die im Blumenkasten der Userin Issi regelmäßig auftankte. Sie schoss mehrere Fotos, hier eines von der Seite:

Wahrscheinlich handelt es sich dabei um das Männchen einer Böhmischen Hummel. Der Parasit lebt in Nestern von der Hellen Erdhummel, Bombus lucorum.

 

Kuckuckshummeln

Es gibt in Deutschland sechs Schmarotzerhummelarten, die wegen ihres Verhaltens auch Kuckuckshummeln genannt werden. Die Königinnen dieser Arten sind auf eine einzelne Hummelart spezialisiert. Sie finden ein Volk dieser Art durch den Geruch. Im Nest schädigen Schmarotzerhummeln das Hummelvolk, indem die Königin eigene Eier in die Brutwaben legt und in fast allen Fällen die Hummelkönigin tot sticht. Normale Jungköniginnen werden nicht mehr aufgezogen, stattdessen nur noch Drohnen und Jungköniginnen der Schmarotzerhummeln.

Kuckuckshummeln sind häufig sehr schwer zu bestimmen, Martin hat hier auf die Komplexität des Themas hingewiesen und mit dem Barcoding die wissenschaftliche Lösung vorgestellt.

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Hummeln im Schnee – kein Widerspruch!

Ist das nicht eine sensationelle Nachricht? Hummeln fliegen auch im Schnee!
Das ist insofern wirklich eine Schlagzeile wert, als bei niedrigen Temperaturen viele Lebewesen „lahm“ gelegt werden und nicht mehr aktiv sind, Hummeln bleiben aber lebendig.

Für diesen Artikel recherchierte ich nach einem Beweis für die Schlagzeile, was sich aber als schwierig herausstellte. Schließlich fand ich doch noch ein ganz besonderes Foto. Es beweist perfekt, dass Hummeln auch bei einer Schneedecke ausfliegen und Blüten bestäuben bzw. Nektar sammeln:

Das Foto “Bumble Bee in Snow” wurde mir von Alma Cottage für diese Homepage
zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

In diesem Artikel will ich erklären, wie die Hummel das im Gegensatz zu anderen Insekten schafft und weshalb das sinnvoll ist.

Der Normalfall: Schnee ist eine tödliche Gefahr für Insekten

Der Schnee macht Säugetieren mit ihrer konstanten Körpertemperatur (bei uns 37°C) natürlich nichts aus, auch wenn viele Säugetiere zum Energiesparen und wegen fehlender Nahrung eher Winterschlaf halten. Ein Insekt hat aber keine konstante Körpertemperatur, man nennt sie „wechselwarm“, weil ihre Körpertemperatur von der Umgebung abhängt. Bei Temperaturen unter 0°C ist ihr Körper also auch 0°C kalt und alle Lebensprozesse erlahmen. Die Tiere bewegen sich nicht mehr, werden nun leicht zur Beute oder erfrieren sogar. Schnee ist also eine tödliche Gefahr.

Natürlich gibt es auch für Hummeln diese Gefahr, doch Hummelköniginnen besitzen entsprechende Anpassungen, die das tödliche Risiko verringern:

1) Behaarung

Mit ihrer dichten Behaarung schützen sich die Hummeln vor dem Wärmeverlust.

2) Bergmann’sche Regel

Hummelköniginnen, die so früh im Jahr fliegen, dass ein Wintereinbruch Schnee bringen kann, sind relativ groß. Auf dem Foto sieht man eine Dunkle Erdhummelkönigin, die etwa 2cm lang ist. Durch ihre Körperform greift hier die Bergmann’sche Regel. Das große Tier hat relativ zur Größe (genauer: zum Volumen des Körpers) eine kleine Oberfläche, über die die Wärme abgegeben wird. Ein kleines Insekt hätte also eine relativ große Wärmeabgabe und würde deshalb leicht erfrieren oder hätte rasch einen Energiemangel. Die große und dicke Hummel („Riesenhummel“ wie der Express 2011 schrieb) verliert also relativ wenig Wärme.

3) Glycerin – ein Frostschutzmittel

Im Körper der Hummeln befindet sich in der Hämolymphe (man spricht nicht von Blut bei Insekten) Glyzerin, was chemisch sehr ähnlich zum Glykol ist, dem Frostschutzmittel, das wir in den Kühler unserer Autos füllen. Glycerin verhindert das Zufrieren der Hämolymphe bis zu Temperaturen von -19°C (von Hagen E, Aichhorn A, 2003).
Ausführlich: Glycerin im Körper

4) Die eingebaute Heizung

Hummeln können sich selbst aufheizen. Dabei wird jede Menge Zucker in den Muskelzellen in einer Art Kurzschlussreaktion verbrannt. Es handelt sich um einen Kurzschluss, da die Energie, die im Zucker steckt, nicht von den Muskeln in Bewegung, sondern in Wärme umgesetzt wird. Das lässt sich auch beobachten, da die Hummeln Sauerstoff zur Muskulatur pumpen: Ihr Hinterleib pumpt rhythmisch.
Die produzierte Wärme reicht irgendwann zum Fliegen aus – auch bei Minusgraden.
Ausführlich: Thermoregulation

Der Sinn: Warum fliegt eine Hummel bei Schnee?

Aus Sicht der Hummel: Die Königin hat ein Nest gegründet. Sie muss – da Hummeln keine Vorräte anlegen – bei jedem Wetter in der Lage sein, für sich und die Nachkommen Nahrung zu sammeln.

Aus Sicht der Pflanze: Blüten dienen der Fortpflanzung, wozu Insekten mit Duft, Farbe, Blütenstaub und Nektar angelockt werden – für die Pflanze eine sehr aufwändige Werbung. Später im Jahr gibt es viel Konkurrenz, da nun viele Pflanzen gleichzeitig blühen, Bestäuber könnten von anderen Blüten angelockt werden, so dass die Bestäubung ausfällt. Also blühen manche Pflanzen so früh, auch wenn die Gefahr des Erfrierens besteht und sich die Pflanzen von den Hummeln abhängig machen. Wegen der fehlenden Konkurrenz lohnt es sich aber.

Und die Honigbienen?

Die würden sofort sterben, Bienen brauchen mindestens eine Lufttemperatur von 8°C. Bei einem Wintereinbruch sind sie also ein „Totalausfall“.
Ausführlich:
a) Hummeln und Bienen im Vergleich (Bestäubung)
b) Hummeln und Bienen im Vergleich (allgemein)

Literatur

von Hagen E, Aichhorn A, 2003. Hummeln.

Anregung

Die WDR Sendung “Leonardo” geht auf die Frage ein, wie Schneeglöckchen im Winter bestäubt werden. Sie kennen ja jetzt schon die Antwort – aber nachlesen können Sie sie hier.

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Kurz mitgeteilt: Ausstellung Wildbienen in Rehlingen-Siersburg

Zwischen dem 24.2. und dem 20.3. kann man sich im Siersburger Rathaus eine Ausstellung zum Thema “Wildbienen, Hummeln und Hornissen” ansehen. Am Eröffnungstag gibt’s noch einen Vortrag und die Möglichkeit Nisthilfen zu kaufen bzw. Baupläne für Nisthilfen zu erhalten.

Davon berichtet die Saarbrücker Zeitung.

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Bilder vom Frühling in 2011

Sonne, Wärme, Blüten und das Gesumme von Hummeln: Das wird irgendwann der Frühling in diesem Jahr sein – und das war er im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt schon.

Um die Vorfreude auf die Hummeln weiter zu steigern, kommt in dieser Woche ein Video von Bago aus dem vergangenen Jahr, das genau diese Dinge zeigt:

Der User Manfred gibt im Forum auch eine Reihenfolge an, in der die häufigsten Hummelarten erscheinen. Er schreibt:

Die ersten Hummeln im Jahr sind im Regelfall immer Dunkle Erdhummeln. Lediglich wenn im März bei schon milden Temperaturen noch Schnee liegt erscheinen Baumhummeln zuerst (liegt daran, dass Erdhummeln im Erdboden überwintern, während Baumhummeln oberirdische Überwinterungsplätze – z.B. Komposthaufen – bevorzugen).

Die Reihenfolge des Erscheinens der sieben häufigsten Arten ist normalerweise:
1) Dunkle Erdhummel
2) Helle Erdhummel
3) Baumhummel
4) Wiesenhummel
5) Steinhummel
6) Gartenhummel
7) Ackerhummel

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Reichlich „Komplex“: Die schwierige Bestimmung der Erdhummeln

Hummeln zählen zu den auffälligsten Insekten in unserer Landschaft, doch die einzelnen Arten sind trotz scheinbar abwechslungsreich gefärbtem Pelz oft nur schwer zu unterscheiden. Mehrere Arten besitzen ähnliche Farbmuster und einige variieren dabei stark. So kommt es nicht selten zu morphologischen Überschneidungen, die eine seriöse Bestimmung problematisch und mitunter sogar unmöglich machen.

Ein besonders komplizierter Fall ist der sogenannte Erdhummel-Komplex, im deutschsprachigen Raum vertreten durch vier Arten: Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris), Helle Erdhummel (Bombus lucorum), Kryptarum-Erdhummel (Bombus cryptarum) und Große Erdhummel (Bombus magnus). Die beiden letztgenannten Arten wurden lange Zeit von verschiedenen Autoren nicht als eigene Spezies anerkannt und nur als Unterarten der Hellen Erdhummel behandelt. Sie waren sich einfach zu ähnlich, die Übergänge einzelner Merkmale erschienen zu fließend. Erst in den letzten zehn Jahren konnten die Zweifel durch DNA-Analysen weitestgehend ausgeräumt werden.

Königinnen

Alle vier Arten sehen gleich aus, die Unterschiede im Erscheinungsbild sind nur minimal und liegen bei den Königinnen im Farbton, sowie der Länge und Breite der gelben Binde hinter dem Kopf. Darauf sollte man sich allerdings zur Unterscheidung nicht allzu sehr verlassen. Mit der DNA-Analyse, die eine nach heutigem Stand zweifelsfreie Bestimmung ermöglicht, haben Forscher kürzlich die morphologischen Merkmale dreier Erdhummel-Arten neuerlich auf den Prüfstand gestellt.

Dafür wurden Königinnen sowohl nach ihrer Färbung als auch mit Hilfe des sogenannten „Barcodings“ bestimmt und die Ergebnisse anschließend miteinander verglichen. Zwar gibt es demnach von jeder Art scheinbar „typische“ Exemplare, die mit bloßem Auge richtig erkannt wurden, doch viele wurden auch falsch zugeordnet.

Fehlerhafte Bestimmung der Erdhummeln nach Morphologie

Vergleich von Aussehen (vertikal) mit tatsächlicher Art (horizontal) aus Carolan JC , Murray TE , Fitzpatrick Ú , Crossley J , Schmidt H , et al. 2012 Colour Patterns Do Not Diagnose Species: Quantitative Evaluation of a DNA Barcoded Cryptic Bumblebee Complex. PLoS ONE7(1): e29251 veröffentlicht unter einer CC-Lizenz.

Ein Beispiel: Als sicheres Erkennungsmerkmal der Kryptarum-Erdhummel gilt eine schmale S-förmige schwarze Linie in der gelben Binde nahe des Flügelansatzes. Nur bei etwa 60% der Bombus cryptarum Königinnen kam dieses Merkmal tatsächlich vor. Wirklich überraschend war dann aber, dass das „schwarze S“ auch bei 18% der Bombus magnus Königinnen auftrat.

Auch andere Merkmale, die v.a. in Kombination bisher noch als verlässlich galten, wurden im Rahmen der Untersuchung ebenfalls als untauglich entlarvt.

Arbeiterinnen und Drohnen

Schon lange ist bekannt, dass die morphologische Bestimmung der Erdhummel-Arbeiterinnen noch schwieriger ist. Die Färbung der Arbeiterinnen hält sich noch weniger an die bekannten Muster und gilt als äußerst variabel. Dort kommt auch die Dunkle Erdhummel wieder ins Spiel. Nur „typische“ Exemplare von Bombus terrestris lassen sich mit einiger Sicherheit abgrenzen. Die gelben Binden sind bei den Königinnen deutlich dunkler, als bei den anderen drei Arten. Dies gilt zwar auch für einen Großteil der Arbeiterinnen, aber bei weitem nicht für alle. Kein Wunder also, dass die Erdhummel-Arbeiterinnen gemeinhin als unbestimmbar gelten.

Ähnlich verhält es sich bei den Erdhummel-Männchen. Zwar existieren Merkmale, durch die sie sich unterscheiden lassen sollen, diese wurden allerdings noch keiner „genetischen“ Überprüfung unterzogen. Bis dies geschehen ist, sind Bestimmungen der Drohnen ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Viele Autoren halten sie für morphologisch ebenfalls nicht trennbar.

Konsequenzen für Wissenschaft und Naturschutz

Angaben in der Literatur, die nicht -etwa durch Belegexemplare- überprüfbar sind, können für die Bewertung der Erdhummeln garnicht oder nur unter Vorbehalt berücksichtigt werden. Schon seit längerem ist es üblich Tiere aus dem Erdhummel-Komplex nicht artgenau zu bestimmen, sondern als Bombus lucorum sensu lato (=im weiten Sinne eine Helle Erdhummel) zu führen. Es wird empfohlen, bei Studien mit Erdhummeln in Zukunft immer die DNA-Analyse zur Bestimmung heranzuziehen. Weiterhin wird nach Möglichkeiten gesucht, die Erdhummeln in Zukunft auch ohne aufwändige Laborarbeit sicher bestimmen zu können. Ob und wann das passieren wird, bleibt abzuwarten.

Manch einer mag sich fragen, warum diese Unterscheidung überhaupt so wichtig ist. Um konkrete Aussagen über Biologie, Ansprüche, Verbreitung und nicht zuletzt Gefährdung jeder Art machen zu können, müssen Tiere zweifelsfrei bestimmt werden können. Umgekehrt kann die Präsenz einer Art vielleicht wertvolle Informationen über ein Untersuchungsgebiet liefern. Nicht zuletzt hat auch schon die Anzahl der Arten eine gewisse Aussagekraft. Da macht es natürlich einen Unterschied, ob sich im konkreten Fall hinter Bombus lucorum s.l. nur eine oder tatsächlich drei oder vier Arten verbergen.

Weitere „Problemhummeln“

Auch wenn der Erdhummel-Komplex eine absolute Sonderstellung einnimmt, hat die heimische Hummelfauna noch weitere Härtefälle zu bieten. Die Unterscheidung der Kuckuckshummeln Bombus sylvestris und Bombus norvegicus gestaltet sich zum Beispiel selbst am Präparat schwierig. Im Feld können Arbeiterinnen der Steinhummel leicht für Grashummeln oder Distelhummeln gehalten werden. Mooshummel und Veränderliche Hummel trennen nur ein paar wenige schwarze Haare. Und die Liste ginge noch weiter.

Wer sich ernsthaft mit Hummeln beschäftigt, wird also schnell feststellen, wie schwierig und frustrierend deren Bestimmung sein kann. Bei dem folgenden Bild musste der Autor dieser Zeilen jedenfalls passen. Sollte er auch.
 

Erdhummel-Komplex

Zu vermeiden: Bestimmungs-Akrobatik im Erdhummel-Komplex. © Eigenes Bild

Quellen

  • Carolan JC, Murray TE, Fitzpatrick Ú, Crossley J, Schmidt H, et al. (2012): Colour Patterns Do Not Diagnose Species: Quantitative Evaluation of a DNA Barcoded Cryptic Bumblebee Complex. PLoS ONE7(1): e29251.
  • Løken A (1973): Studies on Scandinavian Bumble Bees (Hymenoptera, Apidae). Norsk Entomologisk Tidsskrift, 20: 1-218.
  • Alford DV (1975): Bumblebees.
  • Williams PH (2000): Are Bombus lucorum and magnus separate species?
  • De Jonghe R, Rasmont P (1983): Kreuzungsexperiment mit Hummeln des Genus Bombus Latreille sensu stricto (Hymenoptera, Apidae). Phegea, 11: 7-10
  • Pamilo P, Varvio-Aho S-L, Pekkarinen A (1984): Genetic variation in bumblebees (Bombus, Psithyrus) and putative sibling species of Bombus lucorum. Hereditas, 101: 245–251.
  • Bertsch A, et al. (2005): Male labial gland secretions and mitochondrial DNA markers support species status of Bombus cryptarum and B. magnus. Insect Soc 52: 45–54.
  • Murray TE, et al. (2008): Cryptic species diversity in a widespread bumble bee complex revealed using mitochondrial DNA RFLPs. Conserv Genet 9: 653–666.
  • Wolf S, Rohde M, Moritz RFA (2010): The reliability of morphological traits in the differentiation of Bombus terrestris and B. lucorum. Apidologie 41 (1) 45-53.
  • Rasmont P, et al. (1986): Identité et variabilité des mâles de bourdons du genre Bombus Latreille sensu stricto en Europe occidentale et centrale (Hymenoptera, Apidae, Bombinae). Revue suisse de Zoologie, 93: 661-682.
  • Amiet F (1996): Hymenoptera Apidae, 1. Teil. Allgemeiner Teil, Gattungsschlüssel, die Gattungen Apis, Bombus und Psithyrus. Insecta Helvetica 12.
  • Gokcezade JF, et al. (2010): Feldbestimmungsschlüssel für die Hummeln Österreichs, Deutschlands und der Schweiz.
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Hummelsichtungen in 2012

Die ersten Hummeln flogen in 2011 bereits am 14.2., [UPDATE:] in 2012 fliegen sie seit dem 29.02.

Von Ihren eigenen Hummelsichtungen wollen wir hier lesen, geben Sie sie auf der Karte an (keine Registrierung nötig).

Anleitung:

  1. Klicken Sie auf die Karte
  2. Geben Sie oben unter der Werbung in der Adresszeile die vollständige Adresse ein, wo Sie die Hummel gesehen haben. Z.B.: königsallee 12, düsseldorf
    Klicken Sie jetzt nicht mehr einfach irgendwo auf die Karte!
  3. Geben Sie einen (User-) Namen und Ihre Beobachtung (bitte mit Datum) an. Wählen Sie eine “Markierungsnadel” (gelb: Erdhummel, rot: Steinhummel, grün: Wiesenhummel, braun: Ackerhummel, weiß: Baumhummel, blau: Gartenhummel, pink: alle anderen). Sie können sogar ein Foto der Hummel von Ihrem PC aus hochladen. Auf “place” drücken.

(eingefügt von MyGuestmap)

Hummeln – Beobachtungen 2012 auf einer größeren Karte anzeigen | Übersicht in Tabellenform laden

Hilfe

Unsicher mit der Hummelart? Die häufigen Arten können Sie hier leicht erkennen/bestimmen.

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Nasse Hummel gefunden: Hummeln retten

Eine Hauptbeschäftigung praktisch aller Benutzer des Forums war es 2011, Ratsuchenden ihre Fragen zu beantworten und zu helfen. In der Regel ging es um ein Hummelnest. Der User Imbissrudi hatte aber ganz eigene Sorgen um eine Hummel. Er schrieb:

Heute war ein Sch….wetter bei uns, überwiegend Schauern!!
Kein Flugtag für Bienen oder Hummeln.
Aber EINE musste es wieder einmal besser wissen.
Sie flog trotzdem und dann nahm das Schicksal seinen Lauf.
Es begann zu regnen, sie wurde in die Dachrinne gespült
und geriet über das Fallrohr in die Regenwassertonne.

So geht’s: Mit Rotlicht und Zuckerlösung päppelte er die Hummel wieder auf – ich finde, ein tolles Beispiel für den Einsatz für die gute Sache, so dass ich es hier im “Frühlingskalender” noch einmal nennen wollte.

Übrigens: Die häufigste Ursache, wenn Benutzer von kranken oder toten Hummeln schreiben, ist die Linde, darüber habe ich aber hier berichtet.

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Vergleich von Bienen und Hummeln – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Large bee on butterflyweed, honeybee coming in for a landingHummel (amerikanische Variante) und Biene konkurrieren um die gleiche Narung:
Bienen gewinnen, denn sie sind einfach zahlenmäßig viel mehr. Das Foto
Large bee on butterflyweed, honeybee coming in for a landing
von Martin LaBar
steht unter Creative Commons License-Lizenz.

Biene

Hummel

Staat

Der Bienenstaat existiert über zwei bis drei Jahre. In dieser Zeit produziert die Königin pro Tag bis zu 2000 Eier, der Staat besteht unter optimalen Bedingungen dann aus 60.000 Tieren, von denen die meisten Arbeiterinnen sind. Die Männchen (Drohnen) erscheinen nur ab etwa Juni zur Fortpflanzung. Der Hummelstaat wird jedes Jahr von einer Königin, die überwintert hatte, im Frühjahr gegründet, je nach Art ab Ende Februar bis April. Sie legt einige Eier, bis im Sommer unter optimalen Bedingungen und je nach Art bis zu 400 Tiere existieren (andere Arten nur maximal 25 Tiere). Es handelt sich um Arbeiterinnen, wobei zum Sommer hin Männchen (Drohnen) auftreten. Diese begatten die neu geschlüpften Königinnen, die dann überwintern. Alle übrigen Tiere sterben.
Wird das Volk zu groß und schlüpfen neue Königinnen („Jungköniginnen“) schwärmt die alte Königin mit einem Teil des Staats aus und sucht einen neuen Nistplatz. Es kommt nicht zum Ausschwärmen der Hummeln.
Die Bienenkönigin kann nicht alleine überleben, sie besucht nie eine Blüte und sammelt Nektar oder Pollen, sondern ist vollständig abhängig von den Arbeiterinnen. Eine Hummelkönigin hingegen muss allein einen Staat gründen und um sich um alle Belange von Futterbeschaffung bis Wabenbau selbst zu kümmern. Sie macht das auch später noch, wenn Not am Mann ist, selbst wenn bereits Arbeiterinnen vorhanden sind. (Danke für den Hinweis von Martin in den Kommentaren). Ausführlich: Hummelstaat

Fütterung und Vorratshaltung

Bienen lagern große Mengen Nektar (als Honig) und Blütenstaub ein, sie überdauern mit den Vorräten den Winter. Auch deshalb bewachen sie sehr gut das Nest, Eindringlinge haben geringe Chancen.
Bienen füttern sich gegenseitig (bzw. die Larven).
Hummeln legen keine oder keine großen Vorräte an. Spätestens nach wenigen Tagen müssten Hummeln neue Nahrung sammeln. Sie produzieren keinen Honig, es bleibt beim Nektar.
Hummeln füttern sich nicht gegenseitig, die Larven fressen abgelegte Nahrung.

Überwinterung

Zusammen mit tausenden Arbeiterinnen überlebt die Königin im Stock den Winter. Sie zehren dabei von ihren Vorräten und halten sich gegenseitig warm. Die Hummelkönigin sammelt noch Nektar bis der Magen gefüllt ist und gräbt sich dann in den Boden ein. Im Körper wird ein eigenes Frostschutzmittel produziert, das auch bei Minusgraden noch wirkt. So überwintert die Hummel, bis sie sich im Frühjahr selbst wieder ausgräbt.Ausführlich: Überwinterung

Bestäuber

Bienen sind als Bestäuber geschätzte und wertvolle Tiere. Da sie einen großen Teil unserer Kulturpflanzen befruchten und wir die Samen oder Früchte nutzen, wurden Bienen seit Jahrtausenden als Nutztiere gehalten. Natürlich sind sie auch als Bestäuber der Wildpflanzen unersetzlich. Bienen zeigen kein Vibrationssammeln, sie fliegen erst ab Lufttemperaturen von 8°C. Hummeln sind als Bestäuber geschätzte und wertvolle Tiere. Da sie einen großen Teil unserer Kulturpflanzen befruchten und wir die Samen oder Früchte nutzen, werden Hummeln seit wenigen Jahrzehnten als Nutztiere gezüchtet. Im Handel gibt es Völker zu kaufen, die aber nach wenigen Wochen absterben, da die Völker ohne Königin geliefert werden. Natürlich sind sie auch als Bestäuber der Wildpflanzen unersetzlich. Hummeln zeigen Vibrationssammeln, sie bestäuben auch noch bei Wintereinbrüchen und fliegen auch bei Schnee. Ausführlich: Einsatz in der Landwirtschaft

Bestäubungsqualität

Bienen sind nur wenig behaart, so dass nur wenig Pollen an ihnen hängen bleibt. Die Bestäubung ist also nicht optimal, ungleichmäßige Früchte und eine geringere Ernte wären die Folge. Als einzelnes Tier ist die Biene also keine große Hilfe beim Bestäuben. Bienen gleichen diesen Nachteil aber durch ihre große Anzahl an Tieren pro Volk wieder aus, so dass beim ersten Besuch eben nicht zwingend die Blüte schon perfekt bestäubt sein muss. Wegen der großen Anzahl an Individuen von beispielsweise mehreren Zehntausend Tieren schlägt die Biene die Hummel bei der Bestäubung deutlich. Hummeln sind stark behaart, so dass die Blüten mit viel Pollen optimal bestäubt werden. Es ergeben sich eine große Ernte und schön geformte Früchte.
Bienen sind blütenstet, sie besuchen also nur Blüten der gleichen Art und bringen so nur den „passenden“ Blütenstaub zum Bestäuben mit. Hummeln sind blütenstet, sie besuchen also nur Blüten der gleichen Art und bringen so nur den „passenden“ Blütenstaub zum Bestäuben mit.

Kommunikation und Verhalten

Bienen teilen anderen Artgenossen mit dem Schwänzeltanz die genaue Position einer Nahrungsquelle mit. Hummeln zeigen anderen Artgenossen durch aufgeregtes Herumlaufen auf dem Nest und durch Verteilen von „Pröbchen“ von mitgebrachtem Nektar, dass es in der Nähe eine lohnende Nahrungsquelle gibt. Dabei wird nicht zwischen der Richtung und Entfernung unterschieden. Die Kommunikationsformen bei Bienen und Hummeln haben unterschiedliche Evolutionsprozesse durchlaufen, so dass die primitive Kommunikation der Hummel eine optimale Anpassung darstellte.
Sie sind in der Lage, Vorräte anzulegen oder exakt sechseckige Waben im dunklen Stock zu bauen. Hummeln legen keine Vorräte für später an, auch wenn überschüssiger Pollen oder Nektar gesammelt wird. Diese Vorräte werden aber schnell wieder verfüttert. Die Wachszellen sind unförmig, mehrere Eier werden gemeinsam in eine Wachszelle abgelegt. Das Nest wirkt relativ chaotisch.
Die Arbeitsteilung ist deutlich und vielfältig. Die Arbeitsteilung ist vor allem bei großen Staaten deutlich und vielfältig.
Weibliche Tiere haben einen Stachel, machen davon sofort zur Verteidigung Gebrauch. Sie sterben im Falle des Einsatzes. Weibliche Tiere haben einen Stachel, machen davon aber nur selten Gebrauch. Sie sterben im Falle des Einsatzes nicht.Ausführlich: Hummeln können stechen. Kommunikation

Ergänzungen bitte in den Kommentaren!

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Ärger mit den Wachsmotten

Nun soll dieser “Frühlingskalender” ja die Vorfreude auf den Frühling und das Erscheinen der Hummeln fördern, andererseits sollen intensiv besprochene Themen aus 2011 hier knapp gezeigt werden – und bei dem folgenden Thema fürchte ich, dass beides gemeinsam nicht funktioniert.

Personen mit unruhigem Magen dürfen wegen des Fotos jetzt wegklicken.

Hummeln sind wegen ihres Stachels durchaus wehrhaft, doch gegen die Larven der Wachsmotte kommen sie einfach nicht an. Das mussten einige Gäste des Forums leider feststellen, christian schoss mehrere Fotos, eines davon zeige ich hier:

Wachsmotten hatten sich in seinem Nistkasten ausgebreitet, das Nest und der ganze Staat ist verloren. Das Gespinst der Tiere ist so fest, dass man nur noch mit Gewalt den Kasten aufbekommt, die Tiere fressen die gesamten Vorräte und das Wachs. Insofern übernehmen sie durchaus eine wichtige Rolle in der Natur, indem sie “aufräumen” – dummerweise auch dort, wo man es nicht braucht. Im Forum starteten diverse Diskussionen, wie man sich gegen Wachsmotten helfen kann, hier sind einige Tipps zur Wachsmottenabwehr zusammengefasst.

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