Hummeln Umwelt-Online-Award in Gold 2002

Hummeln

Aus der Praxis: Wie ermittelt man die vorkommenden Hummelarten?

Um seltene Arten zu schützen ist es notwendig zu erfahren, welche Hummelarten in einer bestimmten Region überhaupt vorkommen. Es gibt dazu drei wissenschaftliche Methoden, mit denen die verschiedenen Hummelpopulationen erfasst werden können. Die Erfolgsquoten diese Methoden zeigt eine Studie aus dem April 2015 (vorab online) auf: Alle drei sind erfolgreich, allerdings jeweils unterschiedlich gut je nach Umgebung.

Transekte

Markierte Route mit Beobachtungsstreifen.

Markierte Route mit Beobachtungsstreifen.

Bei dieser Methode legt man quer durch das Untersuchungsgebiet eine Achse, die man mit einer Schnur oder Stöcken markiert. Dieser lineare Verlauf stellt ein Transekt dar, das in definiertem Tempo langsam abgelaufen wird. 2 Meter links und rechts vom Transekt werden die Hummeln beobachtet und ein Fund notiert.

In der britischen Studie war diese Achse 3km lang. Der Forscher ging diese zwischen Mai und August 3x ab. Dabei beobachtete er insgesamt 6014 Hummeln, die zu 14 verschiedenen Arten gehörten. Dazu gehörten die häufigen

aber auch die in England weniger häufigen

Fünf Kuckuckshummelarten aren auch darunter: Bombus vestalis, barbutellus, rupestris, sylvestris und campestris.

Diese Methode erwies sich besonders erfolgreich in blütenreichen Gegenden, die im Untersuchungsgebiet aber nur zu knapp 5% vorkamen.




Farbige Fallen

Plastikwannen in leuchtenden Farben locken verschiedene Insekten an. Unklar war, wie gut diese Fallen Hummeln anziehen.

Blue vane trap in a flowering red maple (Acer rubrum) for monitoring bees.Blue vane trap - Securing the vanes to the jar for monitoring bees.Blue vane trap in a flowering red maple (Acer rubrum) for monitoring bees und Blue vane trap – Securing the vanes to the jar for monitoring bees. by Elizabeth Sellers. CC-Lizenz BY-NC-SA 2.0.

Bei diese Methode simulieren die Fallen besonders große, leuchtende Blüten. Erfolgreich erwiesen sich Fallen, die auch gleichzeitig fluoreszierten (Farbspray „Sparvar Leuchtfarbspray“ aus Deutschland).

Hummeln, die hineinflogen, gelangten nicht wieder heraus. Die Wanne oder das Gefäß unter dem farbigen Eingang war in der Studie mit Seifenlösung gefüllt: Alle hineinfliegenden Tiere ertranken. Die Behälter beließ man 96 Stunden vor Ort und sammelte sie anschließend zur Auswertung wieder ein.

In den 12 Fallen fanden sich 1980 Hummeln der gleichen Arten wie oben (außer B. barbutellus und B. ruderatus).

Diese Methode funktionierte nur, wenn im unmittelbaren Umkreis viele verschiedene Blüten waren.

DNA-Untersuchung

Bei dieser aufwendigen Untersuchung entfernt man einen winzigen Teil eines Beins (mittleres) der Hummel, die vorher mit einem Kescher gefangen wurde. Dies beeinträchtigt die Hummel nicht. Die DNA wird anschließend untersucht.

Der Forscher konzentrierte sich auf zwei Arten: B. hortorum und B. terrestris. Hier fing er 386 bzw. 593 Exemplare ein und untersuchte die DNA.

Die Methode ist sehr aufwändig. Dafür lässt sich aber nicht nur das Vorkommen der Hummelart bestimmen, zusätzlich auch die Anzahl der Nester in der Umgebng, da durch die DNA-Probe zwischen verwandten bzw. nicht-verwandten Hummeln unterschieden werden kann. Derartige Untersuchungen können gut in Agrarlandschaften (Raps!) durchgeführt werden.

Literatur

Wood TJ, Holland JM, Goulson, D, 2014: A comparison of techniques for assessing farmland bumblebee populations. In: Oecologia, April 2015, Volume 177, Issue 4, pp 1093-1102. DOI 10.1007/s00442-015-3255-0


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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 22. März 2015 - 06:15 Uhr | Update: 21. März 2015 - 21:18 Uhr | Kategorie: Hummelschutz | Schlüsselwörter: , , | Kommentare: 3

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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3 Kommentare

  1. Miriam | | Link zum Kommentar

    Es ist eine Schande, so viele Hummeln zu töten. 1890 an der Zahl und das alles unter dem Deckmantel Hummelschutz!!
    Blanker Hohn.

    Antworten
     
  2. Peter Frauenfelder | | Link zum Kommentar

    wieso muss man 96std.warten und mit seifenwasser Behälter ausrüsten,damit die hummeln ertrinken,?gibt sicher andere lösung,damit die hummeln wieder fliegen können

    Antworten
     
    • Cornel | | Link zum Kommentar

      Das hat sicherlich nur wenig mit Hummelschutz zu tun, vor allem, wenn in den Behältern Tiere seltener Arten liegen, die zudem ja auch noch recht kleine Staaten bilden und jedes einzelne Tier sehr wichtig ist. Ich hoffe, es ist aber auch auch deutlich geworden, dass ich hier nicht zu derartigen Praktiken aufrufe, sondern Methoden der Forschung vorstelle.

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