Eine zuerst verdutzte, dann ängstliche und zum Schluss erboste Blaumeise muss mitansehen, wie eine Hummelkönigin sich den gleichen Nistkasten wie die Meise zur Aufzucht der Nachkommen ausgesucht hat. Der Konflikt endet ohne Blessuren, denn zuerst droht die Hummel mit beachtlichem Brummen, dann gibt sich die Meise einen Ruck und schnappt nach dem Tier, erreicht die Hummel aber nicht.
Die Hummel ist eine Erdhummelkönigin, Bombus terrestris. Es ist Frühling und die Königin, im Unterschied zum Bienenstaat völlig auf sich allein gestellt, muss einen Nistplatz finden, um dort einen Staat zu gründen. Dazu recht sind häufig Erdhöhlen, doch auch Vogelnistkästen (Höhle, relativ dunkel!) werden gerne angenommen.
Hummelköniginnen haben einen Stachel und machen zur Not auch davon Gebrauch. Doch während sich viele Menschen Auseinandersetzungen unter Tieren immer sehr “blutig” vorstellen (Kampf auf Leben und Tod…), sind Auseinandersetzungen in der Natur in der Realität ausgesprochen friedlich. Für die Hummelkönigin steht nämlich ein ganzer Staat auf dem Spiel, wenn sie sich auf einen Kampf einlässt. Zu groß ist die Gefahr, vom Vogelschnabel getötet zu werden. So reicht eine massive Drohung aus, um gemütlich und unverletzt von dannen zu ziehen. Statt dem Kampf also lieber der Rückzug und die Erkenntnis, lieber einen neuen Nistplatz zu suchen, als diesen hier zu erkämpfen. Vom Brummen lässt sich die Meise jedenfalls deutlich beeindrucken, sie presst sich vor Angst regelrecht in die Ecke… :-)
Einen schönen Sonntag!
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