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Zusammenfassung
Hummeln werden seit Jahren verstärkt in der Landwirtschaft eingesetzt, da sich durch eine verbesserte Bestäubung Früchte der höchsten Qualitätsklassen erzeugen lassen. Außerdem steigt der Ertrag. Ursächlich dafür sind Anpassungen der Hummel in ihrem Verhalten und Körperbau. Beschrieben werden außerdem zahlreiche Mechanismen, die das Sammeln von Nektar und Pollen (Foraging) optimieren. Kürzlich wurde nachgewiesen, dass Hummeln auch Energie sammeln, indem sie aufgewärmte bevorzugen. |
1. Hummeln als Wirtschaftsfaktor
Der Form und Größenunterschied zwischen Wilderdbeeren und Erdbeeren aus dem Supermarkt ist ziemlich deutlich. Während die im Wald gepflückten Exemplare sehr klein und häufig genug unförmig sind, leuchten die verkauften prall, groß und wohlgeformt. Der Verbraucher entscheidet sich eben immer für Erdbeeren, die in etwa "Mundgröße" haben. Ein viel stärkeres Verkaufsargument als die Größe ist aber die Form. Die Erdbeere muss im Idealfall symmetrisch sein. Sie soll am Fruchtstängel rund und nach unten hin tropfenförmig zusammenlaufen. Erdbeeren mit Dellen oder schwächer ausgebildeten Seiten, unter Umständen auch eingefalteten Seiten, die zu einer unsymmetrischen Erdbeere führen, müssen zu einem kleineren Preis verkauft werden.
Wer einmal darauf achtet wird feststellen, dass praktisch nur noch perfekt aussehende Erdbeeren angeboten werden, wenn es sich um Erzeugnisse aus einem Gewächshaus handelt. Möglich wurden diese Erdbeeren durch den Einsatz von Hummeln. Denn für das gleichmäßige Wachstum der Frucht sorgen die kleinen Nüsschen auf der Oberfläche der Erdbeere. Diese geben ein Wachstumshormon an den Fruchtboden ab, der daraufhin stärker wächst. Wenn alle Nüsschen an allen Seiten gleich viele Wachstumshormone abgeben, entsteht eine Erdbeere der Handelsklasse "Extra". Nur dann wächst die Frucht symmetrisch. Die Nüsschen wiederum entstehen aber nur, wenn jede Eizelle in der Blüte durch ein Pollenkorn bestäubt wurde. In der Blütezeit entscheidet sich also, welche Form und Größe die spätere Frucht hat.
1.1. Die Bestäubungsqualität ist bei Hummeln sehr gut
Die perfekte Bestäubung exakt jeder Eizelle ist nicht einfach. Weder maschinell noch durch Arbeitskräfte lassen sich die Erdbeerblüten wirtschaftlich und optimal bestäuben. Erst durch den Einsatz von Hummeln erzielt man sehr gute Ergebnisse. Sie transportieren so viel Blütenstaub von einer Blüte zur nächsten in ihrem Haarkleid, dass alle Eizellen befruchtet werden. Bienen haben diesen Pelz nicht und sind als Bestäuber nicht geeignet. Wegen der perfekten Übertragung von Blütenstaub auf die Narbe einer fremden Blüte werden Hummeln auch bei der Saatgutgewinnung genutzt.
1.2. Einsatzmöglichkeiten in der Landwirtschaft
Der Einsatz von Hummeln in der Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Vor allem bei Gewächshauskulturen verschiedenster Pflanzen werden Hummeln genutzt. Sie konnten sich mit Hilfe ihres Körperbaus und Verhaltens gegen die viel geläufigeren und auch leichter zu beschaffenden Honigbienen durchsetzen. Die ausschlaggebende Bestäubungsqualität war eben so unterschiedlich, dass Bienen nur die randständigen Narben bestäubten, wodurch nur kleine und hässliche Früchte entstanden.
So werden heute nicht nur Erdbeeren mit Hilfe von Hummeln produziert (Abbildung 1). Es dürfte keine Gewächshaus-Tomate mehr geben, bei der nicht Hummeln tatkräftig nachgeholfen haben (vgl. ZT Online, 2001).
In 2003 wurden erstmals auch professionell Kürbisse (zur Gewinnung von Kürbiskernöl) und die schwierig zu kultivierenden Blaubeeren im Freilandeinsatz durch Hummeln bestäubt (Newsletter 05/03, Newsletter 01/04). |
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inhalt
1. Hummeln als Wirtschaftsfaktor
1.1. Die Bestäubungsqualität ist bei Hummeln sehr gut
1.2. Einsatzmöglichkeiten in der Landwirtschaft
2. Industrielle Produktion von Hummelstaaten
3. Weitere Vorteile für den Hummeleinsatz im Gewächshaus
4. Große Bedeutung der Hummel als Bestäuber für Wildpflanzen durch Koevolution
5. Bestäubung ist für die Hummel Nebensache - sie will nur Treibstoff tanken
6. Optimierung der Sammelarbeit
6.1. Arbeitsteilung
6.2. Vibrationssammeln und Höseln
6.3. Lernprozesse und die Bevorzugung einzelner Blütenfarben führen zur Blütenstetigkeit
6.4. Durch Bestrafung lernen Hummeln besser
6.5. Flugwege sind optimiert: "trap's"
6.6. Der Sammelerfolg hängt von der Intelligenz des Tiers ab: Es gibt dumme und kluge Hummeln!
6.7. Die Lieblingsfarben von Hummeln sind blau und rot
6.8. Pflanzen nutzen chemische Stoffe zur Abwehr von Feinden und als Dekor ihrer Blüte
6.9. Scent-marking führt zu lohnenden Blüten
6.10. Energiesparendes Verhalten: Hummeln bevorzugen warme Blüten
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literatur
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