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Hummeln

Füttern Sie bloß nicht. Eine kritische Studie an Bienen.

Wirkung von Zuckerlösung auf Bienen, schwächerer Schutz gegen Pestizide

„Füttern verboten“ heißt es im Zoo an jeder Ecke, denn die Tierpfleger wissen besser, was ihre Schützlinge brauchen. Aber wissen das auch Hummelschützer und Imker?

Besitzer von Hummelvölkern füttern manchmal auch zu, indem sie den Tieren Zuckerlösung als Nektarersatz anbieten. Zum einen wachsen die Völker dann schneller (Nektar wird als Treibstoff verfüttert), zum anderen müssen die Tiere dann nur noch Blütenstaub sammeln. Das Füttern ist also ein Akt der Unterstützung für die unter Schutz stehenden Tiere.

Die Studie

Amerikanische Forscher haben an Honigbienen eine unerwartete, negative Folge ausgemacht. Professionelle Imker entnehmen dort den Stöcken den Honig und ersetzen ihn durch Fruchtzucker-Lösung. Daraufhin waren die Bienen aber wesentlich anfälliger für Pestizide, so dass die Forscher annehmen, dass das Zufüttern auch den massenhaften Tod von Völkern, genannt Colony collapse disorder, fördern.

Wirkmechanismus

Wirkung von Zuckerlösung auf Bienen, schwächerer Schutz gegen Pestizide

Oben links: p-Hydroxy-Zimtsäure wird von vielen Pflanzen hergstellt.
Darunter: Bienen besuchen die Pflanzen und tragen dadurch p-Hydroxy-Zimtsäure in den Stock, er findest sich im Honig. Dort aktiviert er das Immunsystem und die Tiere sind besser gegen Pestizide geschützt.


Ursächlich ist, dass der Honig p-Hydroxy-Zimtsäure enthält, eine Substanz, die viele Pflanzen herstellen und der an den Bienen nach dem Besuch der Pflanzen an ihren Beinen und Füßen haften bleibt. Er gelangt von dort in den Wachs der Waben und tritt dann in den Honig über. Trinken die Bienen den Honig, nehmen sie p-Hydroxy-Zimtsäure zu sich, die dann bestimmte Gene der Biene aktiviert.
Dabei handelt es sich um Gene des körpereigenen Immunsystems. Sie tragen zur Entgiftung bei, indem sie beispielsweise Pestizide abbauen und dadurch die Bienen schützen.

Die angebotene Zuckerlösung enthält aber keine p-Hydroxy-Zimtsäure, sondern nur den reinen Zucker (und Wasser). Dadurch wird das Immunsystem nicht aktiviert und die Bienen anfälliger für Pestizide.

Übertragbar in die Praxis?

Oft sind die Ergebnisse, die an Honigbienen gemacht werden, auf Hummeln übertragbar, denn beide stammen von gleichen Vorfahren ab.

Problematisch ist aber, dass die Studie im Labor durchgeführt wurde. Kommen Tiere im Freiland nicht ausreichend mit p-Hydroxy-Zimtsäure in Kontakt? Hummeln legen beispielsweise im Unterschied zu Bienen keine großen Vorräte an Nektar an. Unterbricht man das Füttern also regelmäßig, dürften die Tiere rasch den Wirkstoff aufnehmen können und das Immunsystem dürfte aktiviert sein.

Literatur

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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 2. Juni 2013 - 01:04 Uhr | Update: 3. Mai 2013 - 11:13 Uhr | Kategorie: Biologie der Hummeln, Hummelschutz | Schlüsselwörter: , , , , , , , , , , | Kommentare: 0

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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