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Hummeln

Hummeln als Hausbesetzer: Studie zeigt Hummeln als Parasiten

Stellen Sie sich vor, Sie bauen ein schönes, neues Haus, richten es ein und in einem unbeobachteten Moment wird es von einem anderen einfach übernommen und besetzt!

So eine Sauerei? In menschlichen Maßstäben sicherlich, bei Hummeln tritt dieses Phänomen auf – und die sozialen Insekten sind dabei sogar die Besetzer mit „krimineller Energie“.

Ergebnisse einer Studie

Eine koreanische Studie hat nämlich gezeigt, dass jeder fünfte Meisennistkasten, der bereits mit Moos durch die Meisen ausgestattet war (zum Teil waren schon Eier abgelegt), von Hummelköniginnen besetzt wurde. Zurückkehrende Vögel wurden mit einem tiefen Summen empfangen, woraufhin die Vögel flüchteten.

Das Verhalten nennt man Kleptoparasitismus. Bei diesem Schmarotzertum profitiert ein Tier vom Verhalten eines anderen (z.B. hier von dem vorbereiteten Nest). Die Meise hat den Schaden (Evolutionsbiologen sprechen vom Fitnessverlust), die Hummel ein perfekt ausgestattetes Nest und damit den Nutzen.

Brütete der Vogel allerdings bereits, konnte die Hummel ihn nicht mehr vertreiben.


Dieses Video eines Hobbyfilmers (Karl Grabe aus Irland) gaben die Forscher nun als Referenz ihrer Studie an, ich hatte es schon 2011 hier vorgestellt. Das Video zeigt die Irritation der Meise, als die Hummel streng brummt. Diese Meise brütet aber schon und verlässt ihr Nest nicht mehr. Übrigens:

Rückschlüsse für den Hummelfreund

  • Hummelfreunde sollten auch an die Vögel denken: Kommen viele Höhlenbrüter vor, steigen die Chancen, dass Hummeln vorbereitete Nester finden und übernehmen können. Meisen brüten übrigens in guten Jahren 2x: Ihr Fitnessverlust hält sich in Grenzen.
  • Die in der Studie verwendeten Meisennistkästen hatten diese Maße: 11 cm x 15 cm x 25 cm. Das Einflugloch hatte einen Durchmesser von 3,5 cm. Die Kästen waren 2,5 bis 3 m über dem Boden in einem Baum aufgehangen worden.
  • Alle Hummeln besetzten die Nester 1 bis 2 Wochen nach der ersten Sichtung einer Hummelkönigin, in Korea war das in dem Untersuchungszeitraum 2010 und 2011 um den 20. April
  • Das Moos im Kasten musste eine mehr als 1 cm hohe Schicht bilden.

Literatur & Links

  • Piotr G. Jablonski, Hyun Jun Cho, Soo Rim Song, Chang Ku Kang, Sang-im Lee, 2013: Warning signals confer advantage to prey in competition with predators: bumblebees steal nests from insectivorous birds. In: Behavioral Ecology and Sociobiology, 2013, doi: http://dx.doi.org/10.1007/s00265-013-1553-2
  • Video

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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 16. Juni 2013 - 02:58 Uhr | Update: 14. Juni 2013 - 13:42 Uhr | Kategorie: Hummelnest | Schlüsselwörter: , , , , , , , , , , | Kommentare: 0

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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