Hummeln fliegen einfach davon, wenn sich eine Mähmaschine nähert und die (blühende) Wiese rasiert wird. Die Vibrationen reichen aus, um dem Tier die Lust am Nektar sammeln zu nehmen. Allerdings nisten viele Hummeln auf solchen Flächen. Im Boden oder unter Grasbüscheln haben sie geringe Chancen: So werden Nester unter Grasbüscheln einfach durch das Messer zerstört, Erdnester werden durch die schweren Maschinen zerquetscht oder der Eingang durch das Schnittgut versperrt. So sterben leider immer wieder ganze Staaten.

Das Foto Kubota mowing Greenwich Park von kenjonbro steht unter
-Lizenz.
Einzige Hilfe: Der aufmerksame Hummelfreund entdeckt vor dem Mähen ein Nest und sorgt für die Umsiedlung. Vielleicht kann er den Landwirt sogar überzeugen, diese paar cm stehen zu lassen und mit der Maschine vorbei zu fahren. (Vgl. Video NDR mit Hummelschützer)
Das ist aber nicht für jeden Landwirt so einfach: Mit den neuen Mähmaschinen wird auf einer Bahn gleich eine Breite von 14m abgedeckt, “ein paar cm stehen lassen” funktioniert also nicht (Hier im Video die “alte Version” mit etwa 8m Mähbreite):
Deshalb ist die Suche nach Hummelnestern und die Information des Umweltamts der Stadt über das Nest so wichtig. Diese sorgen häufig für eine sehr rasche Umsiedlung, vielleicht können Sie ja sogar Ihren Garten und einen Nistkasten als neues Domizil anbieten?
Für Bienen sieht es noch schlechter aus: Die Biene lässt sich von der Maschine, von Vibrationen und dem Krach nicht stören und bleibt auf der Blüte. Mit dem Mähen sterben daher viele Bestäuber.
Moderne Mähmaschinen haben dabei nicht einfach nur ein Messer. Das Mähwerk zerstört durch Schlagen auch die Wachsschicht auf dem Gras. Dadurch verliert das Schnittgut schneller das Wasser, das Heu ist also früher trocken.
Durch das Schlagen sterben aber die Tiere, die auf dem Gras saßen, also z.B. die Bienen, die eben nicht weg fliegen. In einer Studie wurden bei einem solchen Mähwerk unglaublich große Mengen an toten Bienen gezählt:
Im Versuchsfeld mit Weißklee wurden 9‘000 bis 24‘000 Bienen je Hektare getötet. Setzt man diese Zahl in Vergleich zur Anzahl von ungefähr 30‘000 Arbeiterinnen je Bienenvolk, so ist diese sehr hoch.
Quelle
Daher raten Experten dazu, nur am Abend zu mähen, wenn die Nektarproduktion nachgelassen hat und die Bienen (und Hummeln) im Nest zurückgekehrt sind. Das erfordert von den Anwohnern aber auch Verständnis dafür, dass an einem schönen Sommertag auch mal abends der Traktor mäht und Lärm macht.


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