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Hummeln

Hummeln wären eine Katastrophe…

Lights in the Green House

Das Foto Lights in the Green House von rmaspero steht unter CC-Lizenz.

Eine Erdhummel in einer Kiste mit Himbeeren hat in Australien für einige Aufregung gesorgt. Das Landwirtschaftsministerium spricht von einer „Katastrophe“, wenn die Hummel ins Freie gelangt wäre.

Die Hummel stammte offenbar aus einem Gewächshaus auf Tasmanien, in dem Himbeeren produziert wurden. Hummeln lassen sich züchten und an Plantagenbesitzer zur Bestäubung verkaufen. So produzieren die Pflanzen anschließend mehr und schönere Früchte (Vgl. auch: China importiert europäische Hummeln).

Die Hummel in der Himbeer-Kiste gelangte auf das australische Festland. Dort wären sie zur „Plage“ geworden, eine „Katastrophe“:

„The department says the insects are a pest […].

The department’s Marc Widmer says the bee was a sterile female but, if it had been a queen, it could have started a new population in WA which would have been catastrophic.“
Quelle

Der Grund für das Entsetzen liegt in der besonderen Tierwelt Australiens. Hummeln kommen dort nicht natürlich vor, Wikipedia schätzt, dass 90% der australischen Insektenwelt nur in Australien und sonst nirgends vorkommen.

Die Hummel, zweifellos also keine australische, sondern ein europäisches Exemplar, hätte mit den australischen Insekten um Nektar, Pollen und Nistplätze konkurriert, möglicherweise zum Schaden der einheimischen Arten. Australien hatte mit anderen eingeführten Tierarten (z.B. Kaninchen, Agakröte) in der Vergangenheit entsprechende, schlechte Erfahrungen gemacht. Deshalb wurde der Hummel die Einreise nach Australien verwehrt.

Was halten Sie von der Reaktion des australischen Ministeriums?


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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 10. April 2013 - 05:26 Uhr | Update: 9. April 2013 - 17:57 Uhr | Kategorie: Biologie der Hummeln | Schlüsselwörter: , , , , , , , , | Kommentare: 3

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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3 Kommentare

  1. Enaira | | Link zum Kommentar

    Mich würde interessieren, was aus der Hummel wurde. Wurde sie postwendend zurückgeschickt? LG Enaira

    Antworten
     
  2. Enaira | | Link zum Kommentar

    Habe noch eine weitere Frage: Wenn es in Australien – laut Text- keine Hummeln gibt, hätte diese eine Hummel überhaupt eine Überlebenschance gehabt? LG Enaira

    Antworten
     
    • Martin | | Link zum Kommentar

      Bei der hellen Aufregung kann es sich nur um eine Königin gehandelt haben. Die kann dann auf dem australischen Festland ein Nest gründen. So ist es schon in Tasmanien geschehen und ein Großteil der Insel wurde bereits von den Erdhummeln „erobert“. Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass die alle tatsächlich die Nachfahren einer einzigen Königin sind, die es dorthin geschafft hat.

      Dave Goulson beschäftigt sich mit der Thematik in seinem Buch „A Sting in the Tale“. Dort erwähnt er auch, dass die Tomatenzüchter in Australien ein großes Interesse an Hummeln hätten. Untersuchungen haben ergeben, dass die Bestäubung durch Hummeln nicht nur zuverlässiger ist, sondern die Tomaten auch noch besser schmecken. Die australische Regierung verbietet aber den Import. Goulson bespricht auch die Möglichkeit, dass jemand absichtlich Erdhummeln auf’s australische Festland bringen könnte. Ich würde mich nicht wundern, wenn das passiert oder vielleicht sogar schon passiert ist.

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