Hummeln helfen! Warum Hummelschutz wichtig ist

Das Bienensterben, das zum Tod sehr, sehr vieler Bienen geführt hat, ist nicht gestoppt. Die Ursachen sind vielfältig. Auch Hummeln sterben, doch gibt es an Hummeln weniger Forschung als an Bienen. Imkerverbände und Forschungszentren weltweit beschäftigen sich mit der Honigbiene, doch wir können ihre Ergebnisse auf die Hummel übertragen: Beide leben von den gleichen Ressourcen, beide leiden unter den gleichen Problemen.

Sehen Sie zum Start einen kurzen Film der ARD:


Hummelschutz

Essen Sie gerne Eis im Sommer? Dann sollten Sie Hummeln schützen!

Den Grund hat die Eisfirma Häagen-Dazs-Eis erkannt und sponsert Aktivitäten, um die Bienen- und Hummelpopulation in den USA zu erhalten und zu vergrößern: Denn Eis, das schmecken soll, braucht Früchte und natürliche Aromastoffe. Und die werden nur produziert, wenn Hummeln und Bienen die Früchte bestäuben. So lässt sich auf der Homepage der Firma für jedes Eissorte nachvollziehen, welcher Produktbestandteil mit Hilfe von Bienen hergestellt wurde. So ist es kein Wunder, dass der Wert der Bestäubung von Kulturpflanzen in den USA pro Jahr bei etwa 60 Mrd. Euro liegt.

Warum schützen?

  • Nützlinge: Bestäuben viele Pflanzen. Der Nutzen für uns liegt in den resultierenden Früchten wie z. B. Kirschen, aber auch im Vermehren der Pflanzen, was bei seltenen Pflanzenarten in der Natur sehr wichtig ist.
  • Abhängigkeit: Viele Pflanzen sind in ihrer Existenz von den Hummeln völlig abhängig, da andere Tiere die Blüte nicht bestäuben können. Daher sind diese Pflanzen schon selten geworden und kommen nur dort vor, wo auch die Hummeln vorkommen.
  • Bedroht: Hummeln werden immer seltener. Nach Zahlen von 2011 hat die Zahl der Bestäuber in Europa um 10 – 30% abgenommen (UN-Studie, Rote Liste NRW 2011). Besonders die Zahl sog. langrüssliger Hummeln ist dramatisch gesunken, sie sind auf Weg, auszusterben.(Ursachen s. unten).
  • Gesetz: Hummeln und ihre Nester stehen wegen ihrer Bedeutung für die Natur unter strengem Schutz. Das geht sogar so weit, dass es in Deutschland verboten ist, bestimmte Pflanzen zu schneiden, wenn ihre Blüten den Hummeln nützen. So ist es verboten, im Frühjahr Weidenkätzchen ganz abzuschneiden (nur ein “Form- und Pflegeschnitt” ist erlaubt, sollte dann aber auf die Zeit nach der Blüte verschoben werden), weil diese die einzige große Nektar- und Blütenstaubquelle für die Tiere ist.

Warum bedroht?

  • Lebensraum eingeschränkt: Hummeln sind von sog. offenen Flächen abhängig, die sie zum Nisten und zum Sammeln von Nahrung brauchen. Diese Lebensräume werden aber in freier Natur seltener, weil immer mehr Landfläche zugebaut wird, durch intensive Landwirtschaft uninteressant oder durch aufgegebene Landwirtschaft zu uninteressanten Wäldern werden.
  • Nester: Großer Nistplatzmangel, weil Hummeln nur bestehende Höhlen (Oberirdische Höhlen: Alte Bäume, die selten sind. Unterirdisch: Verlassene Mäusenester, werden im Frühjahr auf Äckern umgegraben und zerstört.) beziehen können. Nester werden zerstört: Mutwillig, durch Gifte, durch die Mahd und durch dabei eingesetzte schwere Maschinen.
  • Nahrungsmangel: Äcker bieten keine Nahrung für die Hummeln (Weizen bietet den Hummeln nichts, Ackerunkräuter sind durch entsprechende Gifte ausgemerzt). Selbst die durch den Biodieselboom überall aufgetretene Rapsblüte führt nicht zu mehr Hummeln (zwar zu größeren Völkern, aber nicht zu mehr Völkern).

Wie schützen, wie helfen?

  • Garten: Hummelpflanzen zur Nahrung setzen, Nistplätze anbieten, bei Nachbarn und Freunden aufklären.
  • Landwirtschaft / Gesetzgeber:
    • Der Feldwegrand darf nicht mehr angetastet werden: kein Mähen, kein Biozideinsatz.
    • Gesetzlicher Schutz von Saumbiotopen wie Hecken und Wegränder.
    • Förderung der Ansaat von Nahrungspflanzen wie Rotklee.
    • Saumbiotope dürfen nicht mehr mitten im Sommer geräumt werden. Dazu zählen Gräben, aber auch Wegränder (es sei denn, es ist zur Sicherheit des Verkehrs nötig). Falsche Ordnungsliebe zerstört Hummelnester, vor allem, wenn “Schlegelmäher” genutzt werden. Das Schnittgut deckt die Nester dicht zu, die Hummeln können das Nest nicht mehr erreichen (Vgl. …sterben beim Mähen…)
    • Mahd der Blütepflanzen so planen, dass dadurch die Blühzeit bis in den Herbst verlängert wird. Niemals das ganze Feld abmähen: hier bricht von einem Tag auf den anderen eine Nahrungsmöglichkeit weg.
    • Schaffung von “Hummelschutzzonen”: gepachtetes Land wird mit Trachtpflanzen für Hummeln bestellt.
  • Durch Sie: Machen Sie mit!

 
Email-Adresse:

Vorname:

Nachname:
Selbstverständlich ist der Newsletter kostenlos und jederzeit abbestellbar - mit nur einem Klick. Ausführliche Informationen...

Bewertung

War der Artikel nützlich?

Hummeln helfen! Warum Hummelschutz wichtig ist:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
5,00 von 5 (10 Stimmen).
Loading ... Loading ...

Kommentare:

Bislang keine Kommentare.



Autor: Cornel van Bebber | Datum: 9. Mai 2011 - 16:55 Uhr | Update: 3. März 2012 - 17:48 Uhr | Kommentare: 0
Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
Zeige alle Beiträge von Cornel van Bebber » »  

0 Kommentare

Pings: