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Hummeln

Hummelnest im Garten? Tipps und Hilfe

Ein Hummelnest im Garten bemerkt man vor allem im Sommer, wenn viele Hummeln vor einem Erdloch oder einem Vogelnistkasten ein- und ausfliegen, wo die Hummeln nisten. „Kann man das Hummelnest entfernen?“ werden manche fragen. In den meisten Fällen: Nein, Hummeln sind Nützlinge im Garten und stehen unter Schutz. Ein Hummelnest im Boden müsste ausgegraben werden, ein Hummelnest im Meisennistkasten ist leichter umzusetzen. In jedem Fall muss ein Experte ran, denn eben weil die Hummeln auf der Roten Liste stehen, darf man im Regelfall nichts gegen die sozialen Insekten unternehmen. Aber wir helfen hier gerne weiter und geben eine Einschätzung dazu ab.

Kann man das Hummelnest entfernen?




  • Hummeln stehen unter strengem Schutz. Da von den etwa 30 Arten noch maximal sieben verhältnismäßig häufig vorkommen, werden Hummeln streng geschützt.
  • Hummeln sind große Nützlinge. Sie bestäuben sehr viele Pflanzen: So können Sie keine Tomate, Erdbeere, Gurke, Paprika usw. mehr kaufen, die nicht zuvor von einer Hummel bestäubt wurde. Es gibt nämlich Firmen, die Hummeln züchten und für einen dreistelligen Betrag an Landwirte verkaufen.
  • Daher: Nester werden nur noch in absoluten Ausnahmesituationen entfernt. Solche Ausnahmen existieren praktisch nie im eigenen Garten oder an Häuserstellen, die nicht in Wohnungen liegen (z.B. unter dem Boden, in der Wandverkleidung etc.).

Was Sie wissen müssen

  • Hummeln leben nur einen Sommer. Mit der „Geburt“ neuer Königinnen stirbt das alte Volk, die neue Königin überwintert anderswo.
  • Welche Hummelart lebt bei Ihnen? Davon hängt die Größe des Volkes und die Lebensdauer ab. Manche Arten bilden Staaten mit nur 20 Tieren. Sie sterben zum Teil ab Juni ab. Hier finden Sie die Hummelart Ihrer Hummeln heraus. Dort ist dann auch angegeben, wie lange diese Hummelart lebt.
  • Hummeln sind friedlich. Selbst in Nestnähe bleiben Hummeln ruhig. Bleiben Sie deshalb auch gelassen: Wenn Sie die Hummeln nicht festhalten oder stören, passiert auch nichts. Ausnahme: Baumhummeln im Vogelnistkasten im Hochsommer. Dann produziert das Volk neue Königinnen und die Baumhummeln sind nervös. Jetzt 3 m Abstand halten.

Maßnahmen

  • Das Nest ist in der Wandverkleidung / Isolierung (z.B. Einflug unter Dachziegeln o. ä.): Die Tiere zerstören nicht die Isolation, sie nutzen das Material und verweben es sehr dicht. Zudem wird es mit Wachs abgedichtet. Genau genommen ist diese Stelle anschließend besser isoliert als vorher. Das Nest kann nicht entfernt werden. In der Regel bleiben die Staaten wegen der Enge klein und sterben ab dem Frühsommer.
  • Das Nest ist im Rollladenkasten: Die einfachste und günstigste Maßnahme ist ein Insektenschutzgitter aus dem Baumarkt. Die teureren Exemplare sind mittlerweile so fein gewebt, dass man sie kaum erkennen kann und daher auch nicht stören. Sie lassen sich zudem sehr leicht anbringen. Und helfen dann auch gegen lästige Mücken.
  • Das Nest ist in Eingangsnähe: Die Tiere nisten manchmal unter dem Treppenaufgang. Hier besteht keine Gefahr, das Nest wird nicht entfernt. Sollten sich Tiere in die Wohnung verirren, überlegen Sie, ob Sie einen Blumenkübel so stellen können, dass der Einflug zum Nest leichter, direkter verlaufen kann, so dass die Hummel gar nicht erst auf die Idee kommt, auf einem Umweg in ihre Wohnung zu fliegen. An Terassentüren lässt sich leicht ein Insektenschutz anbringen.
  • Das Nest ist im Haus: Wahrscheinlich sind die Tiere durch ein Loch in der Wand hereingekommen. Bitte rufen Sie das Umweltamt der Stadt an, ein solches Nest wird von einem Fachmann umgesiedelt.
  • Im Haus leben Personen, die auf das Gift nachweislich allergisch reagieren und das Nest liegt so ungünstig, dass der Allergiker auch bei verändertem Verhalten dem Risiko eines Stichs ausgesetzt ist: Bitte rufen Sie das Umweltamt der Stadt oder eine „biologische Station“ (häufig ehrenamtliche Helfer) an, ein solches Nest wird von einem Fachmann umgesiedelt.
  • Haben Sie Kinder? Zunächst einmal ist das Nest eine Chance, Natur real und nicht im Fernseher zu erleben. Informieren Sie sich etwas über die Lebensweise der Hummeln und machen Sie Ihre Kinder neugierig auf diese interessanten Tiere. Natürlich gilt: Verbieten Sie den Kindern, den Finger in das Einflugloch zu stecken, Tiere zu fangen oder mit einem Ball auf das Nest zu schießen. Graben ist an der Stelle ebenfalls verboten.

Ansprechpartner




  • Häufig genug bleiben doch noch Fragen offen. Kontaktieren Sie uns bitte im Forum. Hier können Sie nach ähnlichen Fällen suchen, außerdem sind jeden Tag Spezialisten aktiv, die Ihnen kostenlos konkrete Tipps geben können. Sie benötigen aber genaue Angaben zur Hummelart, die Sie hier kinderleicht herausfinden können, und zum Standort des Nests.
  • Nach Bundesländern:
  • Die Stadt Oldenburg hat ein Umwelttelefon. Sie erreichen es unter 0441 235-2777. Auch andere Städte haben ein solches Umwelttelefon, gehen Sie doch einmal auf die Webseite Ihrer Stadt.

Verhaltenstipps

Zwar sind Hummeln im Vergleich zu Bienen und Wespen „stechfaul“, doch machen sie zur Verteidigung Gebrauch vom Stachel (Weibliche Tiere haben einen Stachel, männliche nicht. Info hier). So vermeiden Sie einen Stich:

  • Ruhe bewahren! Stört man die Hummeln nicht, stören sie einen auch nicht.
  • Hummeln nicht anatmen, wegpusten, wegschlagen, festhalten, einquetschen, fangen. Stattdessen: Die ausgestreckte Hand langsam auf die Hummel zubewegen. Manchmal muss man das leider mehrmals machen.
  • Keine leuchtende Kleidung und auffälliges Parfum tragen.
  • Hummeln zeigen vor dem Stich ein Drohverhalten, das ernst genommen werden sollte. Hier kann man mehr darüber erfahren.
  • Personen, die allergisch auf das Gift reagieren (Eine Schwellung nach einem Stich ist normal. Hier geht es um lebensbedrohliche Kreislaufveränderungen oder Atemprobleme), dürfen nicht mehr in die Nähe des Nests kommen.
  • Von Baumhummelnestern fern halten, diese sind verhältnismäßig aktiv. Erkennungszeichen: Weißer Hintern und braune Brust, keine gelben Streifen.

(Das Einstiegsfoto oben ist von Matze und mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung für aktion-hummelschutz.de)


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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 9. Mai 2011 - 10:29 Uhr | Update: 17. April 2015 - 20:40 Uhr | Kommentare: 0

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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