Hummeln und Bienen im Garten: Pflanzen helfen

Hummeln und Bienen im Garten ansiedeln geht, wenn sie sog. Trachtpflanzen vorfinden: Es muss keine Blumenwiese sein, blühende Gärten, deren Pflanzen besonders viel Nektar und Pollen bieten, sind optimal. So einen Insektengarten mit Hummelpflanzen können Sie leicht selber anlegen. Eine Trachtpflanzenliste gibt es ebenso hier wie die Hinweise, worauf Sie achten müssen.

Montepulciano (49)
Blumen! Auch auf dem kleinsten Raum! Allerdings darf es für Hummeln auch etwas mehr sein,
vor allem Blumen, die viel Blütenstaub bieten.
Das Foto Montepulciano (49) von super.heavy steht unter Foto unter Creative Commons License-Lizenz.

Frühjahrsblüher geben Starthilfe

Wenn im Frühjahr die Weiden blühen und kurz darauf Schlehen und viele Rosengewächse, haben die Hummelköniginnen häufig genug Nahrung zur Verfügung. Auch in den Städten blüht es in den Gärten und Parks: Hummeln haben es jetzt sehr gut.

Allerdings leben im Frühjahr nur wenige Hummeln, die Staaten sind so früh im Jahr noch klein. In manchen Jahren können Bienen die Blütenpracht gar nicht nutzen. Wenn es ein kaltes Frühjahr ist, fliegen die Bienen gar nicht, die Entwicklung der Hummeln läuft nur langsam.

Verhungern beginnt im Sommer

Im Sommer entsteht eine paradoxe und lebensbedrohliche Situation. Während nun Bienen- wie Hummelvölker groß sind und viele Nachkommen haben, nun außerdem (bei Hummeln) die sensible Phase der Vermehrung mit der Produktion neuer Königinnen startet, fehlt plötzlich die Nahrung.

Denn wie sieht es in der Landschaft aus? Die Wälder sind üppig grün, bieten den Hummeln aber nichts mehr: Bäume und Sträucher haben längst im Frühjahr geblüht, jetzt blüht nichts mehr. Die Äcker sind vom Getreide gelb, hier blüht auch nichts. Wiesen werden zur Heuernte abgemäht. Eine Nahrungskatastrophe bahnt sich an.

Und die Gärten und Parks? Tatsächlich sind das Inseln, in denen noch etwas blühen könnte. Die Flächen werden gewässert, hier könnten Pflanzen viel Nektar liefern und überschwänglich blühen. Deshalb kommt Greenpeace auch zu dem Schluss, dass es Hummeln in den Städten mittlerweile leichter haben als auf dem Land, was man aber durchaus auch anders sehen kann:

Leider stimmt das nämlich so nicht. Zeigt Ihr Garten eher im Frühjahr oder eher im Sommer eine Blütenpracht? In vielen Parks und Gärten blühen im Sommer nämlich auch nur noch wenige Pflanzen, Gärtnereien haben sich längst auf früh blühende Sorten spezialisiert, um unserem Blütenhunger nach dem langen Winter gerecht zu werden. So bleibt das Bild in den städtischen Gärten wohl grün, aber blütenarm. Jetzt kann man beobachten, wie Hummeln massenhaft sterben – jedes Jahr und jedes Jahr an Entkräftung.

Zu den Tipps: Wie kann ich Hummeln helfen?
Sommerblumen! Mehr Sommerblumen!

  1. Achten Sie beim Pflanzenkauf darauf, dass Sie bei der Auswahl der Pflanzen auf die Blütezeit (Sommer!) achten. Beginnend etwa mit dem Juni sollte ihr Insektengarten aufblühen.
  2. Dabei nutzt den Tieren leider eine (1) einzige Pflanze dieser Sorte wenig. Nicht nur, dass wegen des geringen Angebots viele Hummeln angeflogen kommen und eine Pflanze schnell “leer” ist: Bei komplizierten Blüten müssen die Tiere das Nektarsammeln erst lernen, was sie bei einer einzigen Pflanze gar nicht erst anfangen. Besser mind. drei Pflanzen der Sorte setzen.

Keine gefüllten Blüten! Vorschläge für mögliche Pflanzen

  1. Blüten bestehen – biologisch betrachtet – aus umgestalteten Blättern. Daher spricht man z.B. von Staubblättern. Durch Züchtung schafft man es, die Staubblätter in Blütenblätter umzuwandeln. Die Blüte wirkt größer, üppiger, sie ist “gefüllt”. Leider bietet sie keinen Blütenstaub mehr, denn die Staubblätter wurden ja umgewandelt.
  2. In einer Trachtpflanzenliste finden Sie Ideen für viele Pflanzen. Hier finden sie meine Zusammenstellung, es gibt auch eine Wiki-Seite, die aber nicht speziell für Hummeln gemacht ist. Wenn Sie spezielle Hummel-Trachtpflanzen dort suchen, achten Sie auf eine hohe Bewertung beim Pollenangebot.).

Den Garten wässern!

  1. Bleibt es im Sommer trocken und heiß, verdorren die letzten Pflanzen auf Wiesen und Feldern. Auch die Blüten im Garten bieten kaum noch Nektar. Helfen Sie und wässern Sie Ihren Garten, denn so produzieren die Pflanzen wieder Nektar.

Wenn Sie möchten, können Sie den Hummeln auch noch einen Nistplatz anbieten. Und hier lesen Sie noch mehr darüber, warum Hummeln so selten geworden sind.


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Autor: Über Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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