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Hummeln

Neue Studie: Zugelassene Pestizide töten massenhaft Hummeln

Neue Studien zur Wirkung von Pestiziden auf Hummeln zeigen, dass vor allem die Mischung von Pestiziden zum Hummeltod führt.

Imidacloprid, ein häufig eingesetztes Neonicotinoid, und lambda-Cyhalothrin, ein Pyrethroid, sind zugelassene Chemikalien, die Landwirte zum Kampf gegen fressende und schädliche Insekten ausbringen. Beide Mittel wirken auf das Nervensystem der Tiere, beispielsweise kommt es bei lambda-Cyhalothrin innerhalb von Minuten zur Lähmung des Tiers.

Das Experiment

Für die Studie wurden 40 Hummelstaaten eingesetzt. Entlang ihrer Flugrouten, die man mit RFID-Chips überwachte (RFID-Chips sind winzige, nur 4mg schwere Sender, die auf die Brust der Hummeln geklebt werden), bot man den Tieren eine 40%ige Zuckerlösung an. 10 Staaten bekamen diese pur, 10 Staaten eine Zuckerlösung mit Imidacloprid, 10 mit lambda-Cyhalothrin und weitere 10 eine Mischung beider Pestizide. Die Konzentrationen der Giftstoffe entsprachen denen, die man in der Natur schon in Nektar und Pollen fand (Imidacloprid) oder waren nach Gebrauchsanleitung erzeugt worden (lamda-Cyhalothrin), so wie der Landwirt dies auch macht, wenn er sich an die Vorgaben hält.

Die Ergebnisse

Staaten produzierten unter dem Einfluss von Imidacloprid im Schnitt 27% weniger Arbeiterinnen, im Nest fand man 4x so viele tote Arbeiterinnen (lambda-Cyhalothrin). 43% der lebenden Arbeiterinnen existierten weniger als vier Tage – danach waren auch sie tot. Vor allem Pollen wurde weniger gesammelt.

Bewertung

Die Versorgung mit Nektar und Pollen ist für Hummeln lebensnotwendig, sie legen keine Vorräte an und leben „von der Hand in den Mund“. Der geringere Sammelerfolg von Pollen führt zu weniger Nachwuchs, auch die Zahl der neuen Königinnen, die am Ende eines Jahres die einzigen Überlebenden sind und im kommenden Jahr einen neuen Staat gründen können, wird dadurch herabgesetzt.

Der Tod so vieler Arbeiterinnen zeigt aber auch, dass selbst die, die noch herangezogen werden, das Volk kaum unterstützen können: Sie werden in der kurzen Lebensphase unter Umständen kein einziges Mal zur Nahrungsbeschaffung ausgeflogen sein.

So zeigt sich erneut, dass der Einsatz dieser Pestizide klar eine Ursache für das Hummelsterben ist.

Hintergrund

Schon seit Jahren berichte ich von der Gefahr durch Pestizide. Gerade dieses Jahr wurden mehrere Studien publik, die dramatische Auswirkungen aufzeigten. Seitdem lassen sich diese Pestizide eindeutig als Artenkiller für Hummeln bezeichnen.

Die Bundesregierung in Person durch die zuständige Ministerin Aigner erlaubt aber weiterhin die Verwendung der Mittel. Sie geht von methodischen Fehlern in den Studien aus.

Literatur

Gill RJ, Ramos-Rodriguez O, Raine NE, 2012: Combined pesticide exposure severely affects individual- and colony-level traits in bees. In: Nature 491, 105–108, 2012, doi:10.1038/nature11585


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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 11. November 2012 - 15:15 Uhr | Update: 11. November 2012 - 15:39 Uhr | Kategorie: Hummelschutz | Schlüsselwörter: , , , , , , , , , | Kommentare: 2

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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2 Kommentare

  1. Lilly | | Link zum Kommentar

    Sehr guter Artikel, zu einen traurigen Thema…

    Hoffe das der Mensch irgendwann wach wird.

    Lieben Gruß
    Lilly

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