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Neues vom Kampf gegen Neonikotinoide

Imidacloprid - ein Pestizid, das zu der hochgradig gefährlichen Gruppe der Neonicotinoide gehört. Dieses Gift führte im Versuch zu 83% weniger Jungköniginnen bei Hummeln.

Imidacloprid – ein Pestizid, das zu der hochgradig gefährlichen Gruppe der Neonicotinoide gehört. Dieses Gift führte im Versuch zu 83% weniger Jungköniginnen bei Hummeln.

Am 24.4. hatte ich die Baumarktkette Obi angeschrieben. Ich wollte wissen, ob Obi die für Hummeln schädlichen und von der EU bald verbotenen Neonikotinoide aus dem Sortiment nimmt. Eine österreichische Kette hatte das als erste vorgemacht. Obi hatte gar nicht erst geantwortet, die Produkte gibt es weiterhin im Laden.

Alle Hersteller dürfen die Substanzen ab dem 1.12. nicht mehr verkaufen. Die Baumarktkette toom hat nun etwas früher gehandelt. Seit Mitte Juli gibt es die Produkte mit den gefährlichen Chemikalien Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid nicht mehr zu kaufen. Daneben sollen zwölf weitere, als gefährlich geltende Substanzen (auch Fipronil), die aber noch nicht alle verboten sind, ab Dezember nicht mehr zu kaufen sein.

Auch in den USA setzt ein Umdenken ein. Im Juni starben – wie ich hier und hier berichtet hatte – 50.000 Hummeln durch den Einsatz eines Neonikotinoids. Der amerikanische Bundesstaat verbot sofort die Verwendung dieser Substanz. Jetzt drückt auch das amerikanische Umweltschutzministerium seine Sorge aus. Imker hoffen auf das Verbot, doch so weit sind die Verantwortlichen noch nicht.

Unterdessen haben die beiden Hersteller, Bayer und Syngenta, gegen das EU-weite Verbot ihrer Produkte geklagt. Sie sind davon überzeugt, dass das Verbot falsch ist:

„Syngenta-Chef John Atkin sagte: ‚Wir sind überzeugt davon, dass die EU-Kommission irrt, wenn sie Thiamethoxam mit der Verschlechterung der Bienengesundheit in Verbindung bringt‘. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) habe ungenau und unvollständig geprüft, das ganze Verfahren sei fehlerhaft.“
Quelle

Auch die BASF, die der Hersteller von Fipronil ist prüft die Chancen einer Klage. Fipronil war im Juni von der EU weitgehend verboten worden.

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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 1. September 2013 - 02:00 Uhr | Update: 28. Oktober 2013 - 20:57 Uhr | Kategorie: Hummelschutz | Schlüsselwörter: , , , , , | Kommentare: 1

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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1 Kommentar

  1. Ewald Hüther | | Link zum Kommentar

    Hallo,
    was sagt denn die EFSA zur Sicherheit der Verbraucher. Angeblich sollen die Neo`s 5000-7000 mal so giftig sein wie DDT. Ich bin Imker und bekomme regelmäßig Analysen von meinem Honig. Nachweisgrenze für Agrargifte 0,03mg. Multipliziert das mal mit 5000 oder gar mit 7000. Da wird mir übel.

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