Newsletter der Aktion Hummelschutz 01/02

Inhalt


Lieber Hummelfreund,
hier die aktuelle Ausgabe des Newsletters. Kommentare und Ergänzungen sind wie immer erwünscht und können an mich geschickt oder im Forum abgegeben werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Cornel van Bebber

 Inhalt

  1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage
  2. Nachrichten
  3. Literatur | Links | Pressebeiträge
  4. Impressum

 

1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage

1.1. Neue Lehrer Seiten
Auf großes Interesse sind bereits die neuen Lehrer Seiten gestoßen. Eine klare Struktur der Seiten führt den Lehrer schnell zu den wichtigsten Rubriken: Kurzinfos zu Hummeln, Download von Arbeitsmaterial, Unterrichtseinstiege, Ideen für Projekte und rechtliche Hinweise sollen das Thema "Hummeln" für den Unterricht schmackhaft machen. In Zukunft soll diese Rubrik noch weiter wachsen.
http://aktion-hummelschutz.de/lehrer

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2. Nachrichten

2.1. High-Tech Hummelnistkästen
Stephan Kiener von der Aktion Hummelschutz berichtet über Neuigkeiten in unserem Projekt mit der Firma Henkel:

"Die Firma Henkel hat in der Zeit um Ostern 2001 herum mit der Abteilung "Technische Aus- und Fortbildung" eine Projektwoche durchgeführt, in der es um die Erstellung eines High-Tech Hummelnistkastens ging.
Das Projekt wurde und wird von der Aktion Hummelschutz beratend unterstützt. So wurde den Projektteilnehmern anhand eines Vortrages die Problematik des Hummel-Nestes nähergebracht und viele Anregungen gegeben, was man messen könnte. Hieran waren die Teilnehmer sehr interessiert, denn sie sind zum großen Teil angehende Mess- und Regel Techniker. Anschließend war ein Vertreter der Aktion Hummelschutz bei der Präsentation dabei, um Fragen aus dem Publikum zu beantworten und kurz anzureißen, warum es sinnvoll ist Hummelnistkästen zu bauen und überhaupt Daten zu erfassen.
An der Präsentation nahmen auch viele Personen aus dem Managementbereich der Fa. Henkel teil, so dass die Hummel-Problematik auch in höheren Hirachieebenen wahrgenommen wurde.
Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Drei Hummelkästen wurden erstellt, die alle unterschiedliche Ansätze verfolgen. So kann man bei allen Nistkästen Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen. Zwei sind mit Web-Kameras ausgestattet, bei einem kann man die Temperatur regeln, bei einem anderen die Länge des Laufganges verändern. Ein Kasten hat einen belüftbaren Innenkasten, der mit einer Plexiglasplatte abgedeckt ist. Zwei Kästen haben ein ausgeklügeltes Belüftungssystem mit kleinen Ventilatoren. Über einen Kasten mußte ich schmunzeln: In dem Vortrag wurde erwähnt, dass Hummel kein Rotlicht sehen können. Dies wurde deshalb bei allen Kästen zur Innenbeleuchtung benutzt. Ein Kasten hat zusätzlich zum Einflugloch hin rot leuchtende Lauflichter, die das Flugbrett wie eine Landebahn aussehen lassen. Ein wirklich futuristischer Anblick!
Leider fehlen bei allen Kästen noch Kleinigkeiten, die die Teilnehmer noch ergänzen wollen/müssen. Das geht aber erst, wenn sie die entsprechenden Kurse belegt haben, wie z.B. Mikroelektronik. Darum wurde bislang von einer Präsentation auf der Homepage und einem Bericht in den letzten Newslettern abgesehen. Sobald die Kästen fertiggestellt sind, wird aber eine genaue Vorstellung der Kästen auf der Homepage erfolgen."

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2.2. "Express": Insektenplage in 2002?
Express Online Die Online Ausgabe des "Express" befürchtete Anfang Januar eine Insektenplage:
Hoffen auf verregnetes Frühjahr - Insektenplage droht
München – Über die kalten, relativ trockenen Wintertage freuen sich nicht nur Kinder, sondern auch Fliegen, Hornissen und Wespen. Insektenforscher Erich Diller befürchtet, dass wir im Frühjahr mit einer Brummer-Plage rechnen müssen, weil das Getier den Winter ohne Befall überlebt hat. Einen Hoffnungsschimmer gibt es noch: Ein verregnetes Frühjahr könnte die Insekten doch noch in den unfreiwilligen Tod treiben.


Wieso kommt es, dass auch Hummeln diesen Winter gut überstehen werden - obwohl doch die Temperaturen im November und Dezember so niedrig waren und sehr viel Schnee lag?

  1. Überwintern in 15 cm Tiefe

  2. Tatsächlich überdauern die Königinnen den Winter unter der geschlossenen Schneedecke. Sie haben sich vergangenes Jahr mit vollem Magen in den Boden etwa 15 cm tief eingegraben und werden sich früher oder später (den Zeitpunkt kann man nur sehr vage angeben, denn er hängt von der Hummelart und der Witterung ab) wieder ausgraben. Der Clou: Bei Wintertemperaturen von etwa -5°C in Bodennähe friert die Hummel nicht: bei einer Bodentiefe von besagten 15 cm herrschen konstante und schon fast warm zu nennende Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts. Temperaturschwankungen und extreme Minusgrade, die den Hummelkörper herausfordern könnten, gibt es dort nicht.
  3. Eigenes Frostschutzmittel

  4. Dazu kommt, dass die Hummel ihr eigenes Frostschutzmittel produziert: Glycerin - in der Autoindustrie auch Glycerol genannt - konnte im Hummelkörper nachgewiesen werden. Dieses verhindert selbst dann, wenn die Temperaturen doch noch unter den Gefrierpunkt sinken sollten, ein Zufrieren des Wassers im Gewebe der Hummel. Autofahrer nutzen diesen Effekt ebenso, indem Glycerol oder ähnliche Substanzen ins Kühlerwasser eines Autos gegeben werden: als Frostschutz.
  5. Schnee isoliert

  6. Durch die geringen Lufttemperaturen fällt der Niederschlag im Winter in der Regel als Schnee. Das ist ein großer Vorteil, denn Schnee leitet die Wärme (und dann auch die Kälte) kaum weiter. Somit legt er sich regelrecht isolierend über den Boden. Selbst wenn an der Oberfläche einer Schneedecke die Temperaturen auf -20 bis -30 °C absinken, gehen die Temperaturen an der Bodenoberfläche nur wenig unter 0 °C.
  7. Luft isoliert

  8. Trockenheit begünstigt weiterhin das Überwintern: Jedes eigeschlossene Luftloch im Boden funktioniert wie eine wärmeisolierende Schutzinsel, denn auch Luft leitet die Kälte nicht weiter. Deshalb wäre Regen, der die Luftlöcher schließen würde, viel problematischer als Trockenheit, da nun die Kälte bis in tiefere Bodenschichten gelangen könnte.

Nachlesen auf der Homepage: Fakten (Erstaunliches) > Frostschutzmittel

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2.3. Jetzt Nistkästen vorbereiten
Der Februar beginnt und damit sind die Tage bis zum Erscheinen der ersten Hummelköniginnen gezählt. Bei immer milder werdenden Tagestemperaturen schießen erste Trachtpflanzen aus dem Boden und die Knospen der sicherlich wichtigsten Nahrungspflanze im Frühjahr, die Weiden, öffnen bereits ihre Kätzchen-Knospen und zeigen ihr weißes Kleid.
Deshalb muss jetzt der Nistkasten vorbereitet werden! Bauanleitungen gibt es viele. Es fällt auf, dass viele Hummelschützer von bekannten Bauplänen abweichen und Nistkästen nach eigenen Vorstellungen bauen. Hierauf sollten Sie immer achten:

  • Der Kasten muss leicht zu öffnen sein. Schließlich müssen Sie das Volk später immer wieder kontrollieren, um einen Befall mit Parasiten ausschließen zu können.
  • Der Kasten muss groß sein. Bedenken Sie, dass beispielsweise Erdhummelvölker erstaunliche Ausmaße annehmen können.
  • Der Kasten muss dicht sein. Regenwasser hat auf dem Hummelnest nichts zu suchen.
  • Der Kasten muss belüftet sein, um Feuchtigkeit aus dem Nest ableiten zu können. Schlägt sich die Feuchtigkeit nieder, kann es zur Schimmelbildung kommen.
  • Der Kasten muss Nistmaterial enthalten. Eine Basis aus Kleintierstreu und eine Nistkugel aus Polsterwolle sind ideal. Unbehandelte Polsterwolle ist schwer zu bekommen, doch hilft ein Blick in die Gelben Seiten häufig weiter (Polsterer). Behandelte Polsterwolle enthält Insektizide gegen die Wollmotte. Ich vermute, dass das Insektizid auch bei Hummeln wirkt, von einem Test habe ich natürlich abgesehen und kann das nicht beweisen. Ein Leser dieser Seiten setzt offenbar erfolgreich auch Pferdehaare ein ("...Winterfell, das Pferde aus Offenstallhaltung (besonders Islandpferde) im Frühjahr verlieren...")

Fertige Bauanleitungen findet man auf der Homepage im Bereich Schutz > Nistkasten. Ein Papp-Nistkasten kostet wenig Geld und ist einfach und schnell zu bauen.
An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, wie man auch ohne Nistkästen Hummeln ansiedeln kann: durch das bloße Verteilen von Nistmaterial unter Grasbüschel (Fakten > Leben im Hummelstaat > Erfahrungsberichte) siedelten sich in dem beschriebenen Fall Hummeln an.
Und noch etwas: Der schönste Nistkasten nutzt nichts, wenn nicht gleichzeitig auch Nahrungspflanzen im Garten vorhanden sind. Eine Liste mit Pflanzen finden Sie hier.

Für uns sind Ihre Baupläne und Nistkastenmodelle wichtig, wenn diese von den vorgestellten Kästen abweichen. Schicken Sie uns Ihre Anleitung oder Ihre Tricks zur Besiedlung der Kästen. Berichten Sie auch von den Erfahrungen, die Sie mit einem bestimmten Nistkasten gemacht haben. Hier können Sie uns mailen, herzlichen Dank!

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3. Literatur | Links | Pressebeiträge

3.1. Pressebeiträge

  1. Zu Wespen: Wespen in der Funktion als Spürhunde im Einsatz gegen den Terrorismus. Wespen werden auf Duftstoffe (z.B. Sprengstoffgeruch) abgerichtet und finden die Duftquelle. Quelle: Süddeutsche Zeitung.
  2. Zu Hummeln: Warum haben Hummeln Haare? wird in dem angegebenen Artikel zwar in der Ürberschrift gefragt, doch nur im letzten Absatz äußerst unzureichend geklärt. Der Artikel erschien in der Rubrik "Rätsel des Alltags". Das größte Rätsel ist wohl der Artikel selber. Quelle: Rheinische Post.
  3. Zu Hummeln: Mit DIP´s Hummeln ködern und Raupen fern halten. Forscher entdecken mit DIP´s chemische Substanzen, die so gut riechen, dass Bestäuber davon angezogen werden und so schlecht schmecken, dass Raupen die kostbaren Samenanlagen nicht fressen. Quelle: Die Welt.

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3.2. Links

  1. Zwei englischsprachige Seiten, die sich mit dem Bau von Nistkästen beschäftigen:
    http://members.aol.com/beetools/bumble.htm,
    http://users.anet.com/~manytimes/page40.htm

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4. Impressum
Kontakt: kontakt@aktion-hummelschutz.de
Bitte beachten Sie den Disclaimer.
Dieser Newsletter hat 291 Abonnenten (Stand: 01.02.02) und wird nur auf Verlangen zugeschickt. Sie können ihn jederzeit abbestellen.
V.i.S.d.P.:
Cornel van Bebber
Fr. v. d. Schulenburgstr. 76
D-41466 Neuss

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