Newsletter der Aktion Hummelschutz 03/03

Inhalt


Lieber Hummelfreund,

hier die aktuelle Ausgabe des Newsletters. Kommentare und Ergänzungen zum Newsletter sind wie immer erwünscht und können über die Homepage an mich geschickt oder im Forum abgegeben werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Cornel van Bebber

 Inhalt

  1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage
  2. Nachrichten
  3. Literatur
  4. Impressum

 

1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage

1.1. Fakten: Versuchsreihen zum scent-marking animiert
In der Rubrik Fakten gibt es eine Seite, die sich besonders intensiv mit der chemischen Markierung von Blüten durch Hummeln auseinandersetzt und die nun erweitert wurde.
In einer Animation kann der Leser jetzt nachvollziehen, wie drei deutsche Hummelforscher die chemische Zusammensetzung des "Parfums" ermittelten, das zur Blütenmarkierung eingesetzt wird. Daneben konnten die Forscher Hinweise darauf sammeln, dass die Duftmarkierung von den Hummeln stammt: Ein an den Fußgliedern abgegebenes Drüsensekret ist in seiner Zusammensetzung der Duftmarkierung äußerst ähnlich.
Das Verhalten, nektarreiche Blüten zu markieren (scent-marking), optimiert die Suche nach Nektar. Bei späteren Sammelflügen können lohnende Blüten leichter wiedergefunden werden.
Fakten > Chemische Signale bei Hummeln

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1.2. Lehrer: Hummeln im Chemieunterricht
Schüler lernen im Chemieunterricht, dass die Eigenschaften von Substanzen, die entscheidend für den späteren Nutzen sind, mit der Struktur erklärt bzw. vorhergesagt werden können. Als Beispielsubstanzen können dabei Aromastoffe untersucht werden (in NRW möglich in der Jahrgangsstufe 11).
Wie es der Zufall will, nutzt die Hummel für das scent-marking (s. 1.1.) ausgerechnet solche Aromastoffe, die im Unterricht behandelt werden (unverzweigte Alkane, Alkene und Aldehyde mit unterschiedlich langen Ketten). Deshalb gibt es jetzt auf der Homepage eine Übung, mit der die Schüler nicht nur die Zusammensetzung nachvollziehen sollen, sondern auch ihr Wissen zu den chemischen Eigenschaften der Stoffe (Löslichkeit, Siedetemperatur) anwenden müssen. Daneben erfahren sie viel über die erstaunlichen Leistungen der Hummeln.
Lehrerinformation: Lehrer > Aromastoffe
Schülerseite: Kinder > Chemie

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1.3. E-Mails werden schnell beantwortet
Einen großen Teil unserer Arbeit verrichten unsere Mitglieder, ohne dass es jemand merkt. Wir beantworten zahlreiche E-Mails von Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen Fragen zu Hummeln, ihren Nestern etc. haben.
Unsere Arbeit bemerkt nur keiner. Damit sich das ändert, öffnet sich beim Besuch der Titelseite jetzt ein kleines Fenster, in dem Sie verfolgen können, zu welchem Thema wir gerade eine Mail bekommen habe und welches Mitglied diese beantwortet hat.
Wir leisten damit eine gute, kompetente, kostenlose und schnelle Arbeit.
Ich finde, dass man das auch mal sagen darf - und auf der Titelseite veröffentlichen kann.
Titelseite

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1.4. Alles neu macht der Mai...
Zu einem großen Frühjahrsputz ist es auf der Homepage gekommen. Zahlreiche Seiten in der Rubrik "Mitmachen" wurden gelöscht und insgesamt mehr als 100 Seiten benutzerfreundlicher gemacht. Unter anderem wurde die Tauschbörse und das Gästebuch abgeschaltet.
Benutzer, die die Seiten nun loben oder kritisieren möchten, müssen dann das Forum nutzen. In der Vergangenheit wurde das Gästebuch nämlich leider manchmal dazu genutzt, nur die eigene Homepage - in der Regel mit kommerziellem Hintergrund - bekannt zu machen. Daneben gab es Firmen, die systematisch die E-Mailadressen der Nutzer notierten und für Werbemails verwandten. Im Forum wird jedoch die E-Mailadresse nicht angezeigt. Daneben können unpassende Beiträge leichter gelöscht werden.

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1.5. Ideen für die Tauschbörse gesucht
Wie sie unter 1.4. gelesen haben, wurde die Tauschbörse von der Homepage entfernt. Sie war dazu da, Hummelpflanzen (Saatgut) mit anderen Hummelschützern auszutauschen oder zu verschenken bzw. anzubieten.
Aus E-Mails weiß ich, dass die Tauschbörse prinzipiell gut ankam, doch wurde sie trotzdem nur sporadisch genutzt. Das möchte ich mit Ihrer Hilfe und Ihren Ideen ändern. Wie kann man die Tauschbörse beleben? Wenn Sie eine Idee für eine neue Tauschbörse haben, schreiben Sie mir diese doch bitte oder setzen Sie sie ins Forum. Herzlichen Dank.
Mitmachen > Forum

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1.6. Fakten: Neue Erfahrungsberichte
Johann Wiedl und Klaus Kreft haben mit zwei Artikeln die Erfahrungsberichte erweitert. Damit aber noch nicht genug: Beide haben angekündigt, die Berichte laufend zu ergänzen und dadurch aktuell zu halten.
Johann Wiedl berichtet in seinem "Hummeltagebuch 2003" von den 30 Hummelstaaten, die er im Stadtgebiet von Emmerich betreut.

Auszug:
17.04.2003: Weiterer Nachwuchs bei Kasten Nummer 16 gesichtet. Erdhummel. Es sind sehr kräftige Arbeiterinnen. Dies ist bis jetzt heuer die fünfte erfolgreiche Brut. Eine Steinhummelkönigin hat heute einen Kasten von selber angenommen, so dass bis jetzt sechs Steinhummelköniginnen einen Kasten besetzt halten. Weitere Steinhummelköniginnen sind auf Nistplatzsuche. [...]
24.05.2003: Jungköniginnen gesichtet. Habe heute bei einem Erdhummelvolk (Nr.2), angesiedelt am 23.03.2003, Jungköniginnen gesichtet. Mindestens vier Jungköniginnen fliegen ein und aus.

Klaus Kreft beobachtete zwei Königinnen, die um einen Nistplatz kämpften und "erfand" eine sehr einfache, aber effektive Nistgelegenheit.

Auszug:
Schon wenige Sekunden nach dem Eindringen der Wiesenhummel in den Nistkasten der Erdhummel kam ein Knäuel aus beiden am Eingang zum Vorschein. Beide fielen auf das Gras vor den Nistkasten und die Erdhummel flog danach auf und davon. Die Wiesenhummel konnte nur noch laufen. [...] Sie steuerte den neuen Eingang zielsicher an und suchte nicht nach dem alten Eingang. Diesen neuen Eingang muss sie sich durch die Sägespäne und Erde selbst gegraben haben. Insgesamt ca. 12-15 cm. Ich frage mich ob sie nichts anderes zu tun hat.

Beide Berichte unter Fakten > Erfahrungsberichte

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2. Nachrichten

2.1. Neue Hummelart in Deutschland
Neue Hummelart Bombus semenoviellus

Foto: J.-Christoph Kornmilch.

Seit 1989 kontrolliert Jane van der Smissen das Hummelvorkommen im Stadtteil Walkenburg in Lübeck. Neun Jahre später, am 12. August 1998, macht sie in der Nähe der Trave, die durch Lübeck fließt, eine interessante Entdeckung. Sie findet eine Hummel, die sie zwar rasch als Männchen bestimmen kann, doch keiner in Deutschland bekannten Hummelart zuordnen kann. Das Tier ähnelt der bekannten Gartenhummel und der Heidehummel, doch sprechen einige Merkmale gegen diese Arten.
Später wird deutlich, dass es sich um die "Baltische Hummel" (Bombus semenoviellus) handelt, die bis dahin zwar in Ländern wie Russland und Litauen bekannt war, ja, sogar in Mittelsibirien gefunden wurde. In Deutschland kam sie bislang nicht vor. Mittlerweile wurde die Art aber in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg gesichtet. Anscheinend ist die Hummel von Osten her eingewandert und verbreitet sich in Deutschland mit großer Geschwindigkeit.

Laien dürften kaum in der Lage sein, die Tiere zu erkennen. Denn auch die Profis merken an, dass die Art von anderen nur an Details zu unterscheiden ist. Trotzdem ist es denkbar, dass Sie der Baltischen Hummel über den Weg laufen, denn sie "scheint den menschlichen Siedlungsbereich nicht zu meiden" (Jane von der Smissen). Angaben zur Entdeckung der Art sammelt der Hummelfreund J.-Christoph Kornmilch.

Zur Zeit versuchen zwei Forscher, alle Informationen zu dieser Art zusammenzutragen und zu veröffentlichen. Wir dürfen gespannt sein.

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2.2. Fotowettbewerb
Heute läuft die Frist für all diejenigen ab, die noch am Fotowettbewerb "Fleißige Hummel" teilnehmen wollen. Ab morgen können Sie Ihre Stimme einem der sieben sehenswerten Bildern geben.
Die weiteren Fotowettbewerbe stehen unten diesen Mottos:

  • Sommer: Betrieb am Nest (Fotos des eigenen Nistkastens oder von Naturnestern).
  • Herbst/Winter: Das schönste Blumenbeet mit Hummelpflanzen.
  • Winter: Symmetrie (Beispiel: Sternenförmige - also symmetrische - Blüte von oben mit einer Hummel im Zentrum).
Mitmachen > Fotowettbewerb

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2.3. Zur Diskussion gestellt: Bienentod = Hummelglück?
Varroa - Hummelchance?Immer mehr Imker berichten, dass durch die Varroa-Milbe ganze Bienenstaaten sterben. In manchen Gegenden dürften Bienen in diesem Jahr deshalb sehr sehr knapp werden.
Nach dem bekannten Hummelforscher Heinrich stehen die Hummeln in Konkurrenz zu den Bienen. Dort, wo es viele Bienen gibt, leben wenige Hummeln. Mit dem Milbentod müsste sich dementsprechend die Hummelpopulation deutlich vergrößern. Kann man deshalb von "Bienentod = Hummelglück" sprechen?
Diskussion im Forum Mitmachen > Forum

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3. Literatur

    Aufgenommen ins Literaturverzeichnis:
  • van der Smissen, Jane, Rasmont, Pierre, 2000: Bombus seminoviellus Skorikov 1910, eine für Westeuropa neue Hummelart (Hymnoptera: Bombus, Cullumanobombus). In: bembix 13 (2000), 21 - 24.
  • von Hagen, E., Aichorn, A.: Hummeln bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen, 2003.

4. Impressum
Kontakt: über die Homepage
Bitte beachten Sie den Disclaimer.
Dieser Newsletter hat 461 Abonnenten (Stand: 30.05.2003) und wird nur auf Verlangen zugeschickt. Sie können ihn jederzeit abbestellen.
V.i.S.d.P.:
Cornel van Bebber
Fr. v. d. Schulenburgstr. 76
D-41466 Neuss

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