Newsletter der Aktion Hummelschutz 04/02

Inhalt


Lieber Hummelfreund,
hier die aktuelle Ausgabe des Newsletters. Kommentare und Ergänzungen zum Newsletter sind wie immer erwünscht und können an mich geschickt oder im Forum abgegeben werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Cornel van Bebber

 Inhalt

  1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage
  2. Nachrichten
  3. Literatur | Links | Pressebeiträge
  4. Impressum

 

1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage

1.1. Umfrage mit ersten Ergebnissen
Die im letzten Newsletter vorgestellte Umfrage zeigt bereits jetzt interessante Ergebnisse. Hier einige Ausschnitte:
Zum Ansiedeln von Hummeln braucht es viel Geduld: nur jeder vierte Versuch zur Ansiedlung von Hummeln klappte. Dabei fällt auf, dass dazu auch ein wenig Erfahrung gehört: bei den Anfängern gelang dies nur in weniger als 10 Prozent der Fälle, 90 % aller Versuche schlugen fehl.
Die beste und auch am häufigsten verwendete Methode ist der Fang der Königinnen, die anschließend den Nistkasten angeboten bekommen. 86% aller Tiere wurden auf diese Weise angesiedelt.
Leider konnte mit den Versuchen nicht einer einzigen seltenen Art geholfen werden. Die angesiedelten Tiere gehören zu Arten, die allesamt häufig sind. Trägt die Ansiedlung von Hummeln zur Arterhaltung bei?

Machen Sie bei der Umfrage mit!
Zur Umfrage: Mitmachen > Umfrage
Zu den Ergebnissen: Mitmachen > Umfrage > Erste Ergebnisse

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1.2. Forschung: die bevorzugte Blütenfarbe von Hummeln
Im Rahmen der "Forscher-Seiten", auf der Sie überwiegend Beobachtungsbeispiele finden, um Hummeln näher kennen zu lernen und selber kleine Forschungsprojekte starten können, wurden nun einige Ergebnisse einer Bayreuther Arbeitsgruppe aufgenommen. Es wurde untersucht, ob Insekten eine Vorliebe für einzelne Blütenfarben haben. Hummeln fielen durch ihre Vorliebe für rote und blaue Blüten auf.
Mehr unter:
Mitmachen > Forschung
Originaltext der Uni Bayreuth

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2. Nachrichten

2.1. Homepage nicht erreichbar
Aufgrund mehrerer Störungen im Rechenzentrum Regensburg konnte die Homepage Ende März und Anfang April immer wieder für kurze Abschnitte nicht erreicht werden. Grund waren u.a. Hackerattacken auf das Rechenzentrum und zwei kriminelle Programmierer, die den Server, auf dem die Homepage gespeichert ist, durch eigens dazu erstellte Programme lahm legten.
Die Verursacher sind bekannt und der Serverbetreiber hat eine bessere Erreichbarkeit versprochen. Ich hoffe, nun geht es ohne Probleme.

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2.2. Eindeutig: Chat ein voller Erfolg
Der im letzten Newsletter beschriebene Chat war ein größerer Erfolg, als ich mir erhofft hatte. Zum einen war die Zahl der Nutzer von Beginn an hoch. Zum anderen wurde ausgiebig, ja teilweise von abends acht bis nachts um vier Uhr miteinander gesprochen. Auch der Blick über den Tellerrand klappt: standen zu Beginn die Hummeln immer im Vordergrund, tauschen sich Hummelfreunde nun auch zu Wildbienen und Hornissen aus.
Mit Ihrem Ziel, die Kommunikation zwischen den Hummelfreunden zu fördern, ist die Aktion Hummelschutz damit wirklich ein gutes Stück weiter gekommen.

Treffpunkt: aktion-hummelschutz.de/chat
Zeit: Jeden Mittwoch ab 20 Uhr und jeden Sonntag ab 17 Uhr.
Zum Mitmachen reicht es aus, einfach auf "Einloggen" zu klicken. Eine Hilfefunktion steht ständig während des Chats zur Verfügung.

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2.3. Obstbauern: Katzenjammer um die Bienen
"Die Nerven der Obstbauern liegen blank". Mit dieser Schlagzeile drückt der Bonner Generalanzeiger und zahlreiche andere Zeitungen (s.u.) die Stimmung der Landwirte gegen Anfang April aus.
Anfang April erfreuten sich nämlich alle an den milden Temperaturen, die Sonne lachte und die Blütenknospen der Obstbäume brachen auf. Die Bäume strotzten vor weißen Blüten und der Gedanke an eine Menge Kirschen und Äpfel ließ den Betrachter vom Sommer träumen.
Der Landwirt träumte allerdings nicht vom Sommer - sondern von Bienen. Trotz des großen Blütenangebots lies sich nicht eine einzige Honigbiene blicken. Leider wurde deshalb auch keine Blüte bestäubt. Vorbei der Traum der großen Ernte.

Was war passiert?

Hummeln sind an kalten Tagen im Frühjahr die einzigen Bestäuber.

Hummeln sind an kalten Tagen im Frühjahr die einzigen Bestäuber. Sie fliegen ab -3°C.

Die Sonne schaffte es einfach noch nicht, die Temperaturen anzuheben, es wurden nur einstellige Temperaturen verzeichnet. Nachts erfroren manche Knospen sogar.
Aber auch tagsüber ließen sich die Bienen bei der Kälte nicht vom Sonnenstrahl täuschen, sondern blieben einfach im wärmeren Stock. Der Grund: Zum Fliegen benötigt die Biene mind. 8°C. Ansonsten kühlt sie zu stark ab und ihr Stoffwechsel kann die nötige Energie zum Fliegen nicht mehr bereit stellen und die Biene bewegt sich nicht mehr. Ihr droht dann der Hunger- oder Kältetod.

Die Hummel fliegt früher!

Die Hummel hat einen robusteren Körper, eine schützende Behaarung und einen größeren Nektarvorrat im Honigmagen, so dass sie selbst bei Schneesturm fliegen kann. Die Königinnen fliegen auch noch bei minus drei Grad und hätten sicherlich die Obstbäume der Landwirte bestäubt. Dadurch werden Hummeln zum einzigen Bestäuber in kalten Frühjahren und verhindern Ernteausfälle.

Hummeln sind bedroht

Leider ist der wirtschaftliche Nutzen der Hummeln nicht überall bekannt und es tut Not, hiervon zu berichten. ObsthummelUmso schlimmer ist es, dass die typischerweise auf (Obst-) Wiesen vorkommenden Hummelarten gefährdet sind. Ein Beispiel ist die Obsthummel, Bombus pomorum. Ihr Name spricht schon Bände über ihren Lebensort, doch dort ist die Art jedenfalls in NRW schon ausgestorben, zuletzt soll sie in den 70er Jahren gesichtet worden sein. Ihr Schicksal teilen viele andere Hummelarten des offenen Felds. Es bleibt zu hoffen, dass sich der große Nutzen der Hummeln weiter herumspricht.
Derartige Hummeln werden gefördert, indem sie einen natürlichen Nistplatz (i.d.R. oberirdisch unter Moos und Grasbüscheln, deshalb die nächste Mahd einer Obstwiese überdenken!) und auch noch später im Jahr genügend Nahrung vorfinden.

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2.4. Seltene Hummelart wieder in Norddeutschland?
Sandhummel? Waldhummel? Copyright daa782@gmx.netDas linke Foto wurde im vergangenen Jahr Ende August in Ostfriesland aufgenommen. Prinzipiell könnte es sich um eine Sand- oder Waldhummel handeln. Beide Arten sind weißgrau bis dunkelgrau gefärbt. Die schwarze Grundfarbe wird dabei von weißen Querbinden unterbrochen. Die Waldhummel hat zusätzlich noch ein farbiges Hinterende. Beide Hummelarten sind sehr selten (vom Aussterben bedroht) und sollten im Norden laut einschlägiger Hummelliteratur gar nicht mehr vorkommen. Wurde hier eine kleine Entdeckung gemacht?
Leider reicht das Bild für eine vollständige Bestimmung nicht aus. Dazu sind mehrere Aufnahmen nötig, die die Hummel vor allem auch von der Seite zeigt. So bleibt nur die Hoffnung, dass die Hummel dieses Jahr wieder auftaucht und dann erneut fotografiert werden kann.

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2.5. Baumhummel nun auch in England
Die gefundene Baumhummel.Dave Goulson, Hummelforscher aus England, hat im Sommer des vergangenen Jahres auf einer Brombeere eine kleine Entdeckung gemacht. Er fand den Drohn (männliches Tier) einer Baumhummel.
Goulson hatte eine wirkliche Entdeckung gemacht, weil Baumhummeln in England als einzigem Land in Europa fehlten. Sie kamen dort nicht vor. Da der Zustand der Hummel offenbar gut erhalten war, kann das Tier nicht aus Mitteleuropa eingeflogen sein, sondern muss zu einem britischen Volk gehören. Ob sich die Art in England allerdings nun natürlicherweise bereits manifestiert hat, oder ob es sich um eine Hummel handelt, die für die Bestäubung in Treibhäusern eingeführt wurde, bleibt unklar.

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2.6. Bestäubungsprämie: EU könnte Imker entlohnen
Wenn man auf die Veröffentlichungen der Imkerverbände achtet, scheint es für die Bienenhalter nur zwei wichtige Themen zu geben: die Varroa Milbe - ein Schädling für Bienenvölker - und die großen Nachwuchssorgen unter den Imkern selbst.

Tatsächlich gehen die Zahlen der Imker zurück und diese Entwicklung betrifft ganz Europa. Das Europäische Parlament ist nun auf diese Entwicklung aufmerksam geworden und befürchtet, dass das ökologische Gleichgewicht in Gefahr ist. Die Politiker machen eine einfache Rechnung auf: keine Biene - keine Bestäubung. Dadurch wäre die Fortpflanzung und Verbreitung vieler Pflanzenarten in Gefahr.

Um dieses Szenario zu verhindern wurden jetzt Überlegungen bekannt, nach der die EU die Imker subventionieren möchte. Eine sogenannte "Bestäubungsprämie" soll den Imkern und solchen, die es werden wollen, die Lust auf Honig versüßen. So, wie die EU Landwirte im Zusammenhang mit anderen Nutztieren unterstützt, soll bei den Bienen kein Unterschied gemacht werden. "Was wir für die Kühe tun, dürfen wir den Bienen nicht verwehren", sagt Astrid Lulling, die Berichterstatterin für Honig im Europaparlament, was die "Kieler Nachrichten" zu der Schlagzeile veranlasste: "Bienen - mindestens so fleißig wie Kühe".
Nach dem Bekanntwerden der Idee ruderte Franz Fischler, EU-Agrarkommissar, zurück. Im Augenblick werden pro Jahr bereits mehr als 16 Millionen Euro für die Qualitätssicherung des Honigs ausgegeben. Forderungen nach neuen direkten Beihilfen seien gegen den Zeitgeist, erklärte sein Sprecher.

Nun bleibt abzuwarten, was aus der Idee wird. Und vorallem: wie die Brüsseler Bürokraten die Bienen zählen und nach ihrer Bestäubungsleistung bewerten sollen, um den Imker entsprechend zu bezahlen. Vielleicht sollten sie sich aber auch mehr darüber Gedanken machen, wieso die natürlichen Bestäuber immer weniger werden...
Zeitungsberichte zum Thema siehe unten.

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2.7. Firma erklärt Hummeln zu Schädlingen
Die Firma "Bugspray" (bug: engl. Insekt, Käfer) nimmt Stellung zu Hummeln:

"This article is about bumblebee control. It will explain why they are a pest and what needs to be done for controlling infestations."
(bumblebee: engl. Hummel; pest: Ungeziefer, Schädling; infestation: Verseuchung).

Nach dieser Einleitung werden zunächst die Hummeln als "Wunder der Natur" gelobt. Danach wird aber empfohlen, den Hummeln kein Nistmaterial anzubieten. Schließlich könnten die Tiere stechen und einem die Freizeit und Arbeit im Garten verleiden, wenn erst einmal ein Nest enstanden ist. Zwei Möglichkeiten, sagt die Firma, gibt es um ein Nest zu entfernen: es auszuräuchern und es unter Wasser zu setzen.
Zur Webseite der Firma

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3. Literatur | Links | Pressebeiträge

3.1. Pressebeiträge

  1. Obstbauern fürchten um Ernte - Bienen bestäuben nicht (siehe Nachricht 2.3.)
  2. Bestäubungsprämie für Imker (siehe Nachricht 2.6.)
  3. 10.000 Wespen töteten US-Renter. (Quelle: News.ch, 16.04.02)

3.2. Links

  1. http://www.bugspray.com/articles99/bumblebees.html
    Englischsprachiger Artikel zu Nachricht 2.7.
  2. http://www.cae.wisc.edu/~oliphant/bees/bombus/
    Kurze Homepage zu Hummeln in Wisconsin, insbesondere mit Trachtpflanzen.

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4. Impressum
Kontakt: kontakt@aktion-hummelschutz.de
Bitte beachten Sie den Disclaimer.
Dieser Newsletter hat 358 Abonnenten (Stand: 22.04.02) und wird nur auf Verlangen zugeschickt. Sie können ihn jederzeit abbestellen.
V.i.S.d.P.:
Cornel van Bebber
Fr. v. d. Schulenburgstr. 76
D-41466 Neuss

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