Newsletter der Aktion Hummelschutz 06/03

Inhalt


Lieber Hummelfreund,

hier die aktuelle Ausgabe des Newsletters. Kommentare und Ergänzungen zum Newsletter sind wie immer erwünscht und können über die Homepage an mich geschickt oder im Forum abgegeben werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Cornel van Bebber

 Inhalt

  1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage
  2. Nachrichten
  3. Links | Presse | Literatur
  4. Impressum

 

1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage

1.1. Fakten: Update Erfahrungsberichte
In der letzten Aktualisierung erwähnt der Autor Johann Wiedl u.a., dass die Hummelstaaten im Emmericher Vorort Praest nur klein, im Stadtzentrum jedoch viel größer waren. Eigentlich sollte man doch meinen, dass die Hummeln es in den Städten schwerer haben - doch hier zeigt sich das Gegenteil.
Tagebuch 2003
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1.2. Natur Top Themen
Hummelfreunden brennen - neben den Hummeln - viele Themen auf den Nägeln. Deshalb lässt sich nun im Forum in einer neuen Rubrik über umweltpolitische Themen im Allgemeinen diskutieren. Letztes Thema:
Wie wichtig ist - uns und der Politik - noch der Umweltschutz?

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2. Nachrichten

2.1. Wissenschaftssendung zeigte Versuche mit Hummeln
Das Wissenschaftsmagazin "Archimedes" des Senders Arte zeigte in seiner Ausgabe vom 26.08. den Schweizer Forscher Schmid-Hempel, der Lesern dieses Newsletters bereits ein Begriff ist. Von Säugetieren war bekannt, dass sie ihre Immunabwehr an ihre Nachkommen weitergeben. In der Sendung wurden Untersuchungen gezeigt, mit denen die Biologen beweisen konnten, dass auch eine Hummelkönigin eine gewisse Immunabwehr beispielsweise gegen Bakterien an ihre Nachkommen vererben kann. Die Kosten dafür sind allerdings enorm hoch.
Das Immunsystem der Arbeiterinnen von Hummelkolonien wurde herausgefordert, indem man z.B. eine Infektion mit Bakterien vortäuschte. Die Lebensdauer der Arbeiterinnen nahm ab. Und obwohl die Königin nicht infiziert worden war, hatten die Nachkommen der nächsten Generation ein gestärktes Abwehrsystem. Allerdings gab es wesentlich weniger Nachwuchs. Es wurde also ein Kompromiss zwischen Fortpflanzung und Immunantwort geschlossen.

Die Ergebnisse der Schweizer erschienen bereits Ende 2001 und wurden im Newsletter 07/01 sofort vorgestellt. Die Arte-Sendung zeigt sehr schön die Arbeitsweise der Wissenschaftler, doch wird sie leider nicht mehr wiederholt. Das Skript der Sendung können Sie aber nachlesen.
Skript: Auf der Seite auf "Archiv" (Sendung vom 26.08.) klicken
Presseberichte zur Immunabwehr

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2.2. Hummelschützer vernetzen und bekannt machen
Wenn Sie zu den aktiven Hummelschützern gehören, werden Sie wissen, wie interessiert die Leute auf Ihre Arbeit reagieren. Die schützenswerten Insekten erstrahlen häufig nach einem solchen Gespräch in einem völlig anderen Licht und nicht selten wird der Angesprochene selber zu einem aufmerksamen Liebhaber der Tiere.
Viele Hummelschützer haben den Wunsch, andere Gleichgesinnte kennenzulernen. Umgekehrt wollen häufig auch Ratsuchende wissen, ob es Hummelfreunde gibt, die ihnen weiterhelfen können.
Allen kann geholfen werden: Denn mit unserem Netzwerk verbinden wir alle Hummelfreunde. In diesem Monat gibt es das 30igste Mitglied. Die Amateure und Profis kommen aus Deutschland, Luxemburg und Österreich. Sie können auch dazugehören:
Wir über uns

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2.3. Gesucht wird der schönste Hummelnistkasten
1. Platz, Copyright Rezk Salama Links sehen Sie das Siegerbild im letzten Fotowettbewerb. Iris Rezk Salama heißt die Fotografin, die beim Fotowettbewerb die "fleißigste Hummel" ablichten konnte. Jedenfalls gewann ihr Foto "Hummel mit Helm" mit 76 (14%) der insgesamt 536 abgegebenen Stimmen. Zwei Teilnehmer teilen sich den zweiten Platz. Ludwig Czapla und Heinz Schneider haben beide für ihre Fotos jeweils 67 Stimmen erhalten. Herzlichen Glückwunsch! Auch alle übrigen Bilder konnten sich sehen lassen: Kein Bild erhielt weniger als 64 Stimmen. Allen, die mitgemacht haben, herzlichen Dank!

Der nächste Fotowettbewerb steht unter dem Motto "Betrieb am Nest". Sehr viele Hummelschützer stellen nämlich mit ihren Nistkästen den Hummeln eine Nistgelegenheit zur Verfügung. Diese ist bitter nötig, denn viele Königinnen sterben im Frühjahr auch daran, dass sie keinen geeigneten Niststandort finden. Auch wenn der Nistkasteneinsatz umstritten ist, kann mit diesem Wettbewerbsmotto auf das große Platzproblem hingewiesen werden.
Sicherlich haben Sie im Sommer Bilder vom eigenen Nistkasten (außen od. innen) gemacht. Stellen Sie sie dem Fotowettbewerb zur Verfügung.
Mitmachen > Fotowettbewerb

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2.4. 300 Hummeln ausgegeben
Vor einem Monat hatte ich den Lehrern unter den Hummelfreunden angeboten, für eine interessante Behandlung von Insekten Realobjekte in Form von toten Hummeln einzusetzen. Etwa 300 der getrockneten Insekten habe ich in den letzten Wochen verschickt. Man konnte hier Königinnen von Arbeiterinnen und Drohnen unterscheiden, vier verschiedene Arten erkennen, den äußeren Körperbau und das besonders gestaltete Sammelbein oder den ausgefahrenen Stachel untersuchen. Weitere Wünsche nach toten Hummeln kann ich nun leider nicht mehr erfüllen, da ich keine Hummeln mehr besitze. Für nächstes Jahr kann man sich aber vormerken lassen.
Übrigens: Die Hummeln starben nicht für den Unterricht, sondern wurden unter den Linden von Helfern im Sommer aufgesammelt. Hierfür ein herzliches Dankeschön.
Lehrer > Insektenaufbau

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2.5. Totale Überwachung: Keine Privatsphäre mehr für Insekten
Deutschlands Brummi-Fahrer stöhnen unter den kleinen Geräten, die die Maut automatisch registrieren sollen. Sie fahren mit ihrem "Maut-Gerät" am Sender vorbei - doch diese registriert dann manchmal falsche Daten.
Da ist Prof. Tautz an der Uni Würzburg weiter. Er schafft es, im Gewusel eines Bienenstaats mit vielen Tausend Bienen den Überblick zu behalten. Dazu hat er ein ähnliches System angewandt. Jede Biene bekommt einen kleinen Chip aufgeklebt (in einem ersten Großversuch zunächst 1000). Jetzt müssen die Bienen nur noch in kurzem Abstand und in richtiger Position am Sender vorbei gehen. Dies gelingt, indem man sie mit technischen Tricks wie Eingangsröhren mit rutschigen Wänden daran vorbei leitet. Erprobt wurde das System mit Hummeln. Nun erwartet der Forscher, dass sich dank dieser Methode viele neue Beobachtungen machen lassen und sich neue Fragestellungen ergeben. Bislang stieß man dabei nämlich an Grenzen: "Das [bisherige] Beobachten ist ein enormer Aufwand, man kann nicht Tag und Nacht Studenten mit Notizblöcken hinsetzen - und die überwiegende Zahl der Bienen gerät ohnehin aus dem Blick".
Presseartikel (Die Presse.com, 27.08.2003)

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3. Links | Presse | Literatur

  • Kattmann, U.: Elfen, Gaukler & Ritter, 2001.
    Das Buch erschien zwar schon vor Jahren, doch würdigt nun die "Wiener Zeitung" in einem interessant zu lesenden Artikel das Buch. Da mich schon der Artikel faszinierte, kaufte ich mir das Buch und habe es ins Literaturverzeichnis aufgenommen.
    Das Buch ist kein Hummelbuch, sondern behandelt "Insekten zum Kennenlernen" (Untertitel). Es soll den Leser davon überzeugen, beim nächsten Insektenkontakt nicht mit einem "Totschlagreflex" auf die Tiere zu reagieren (nur ein totes Insekt ist ein gutes Insekt), sondern eher bewundernd das Tier zu beobachten.
    Kattmann ist Didaktiker, was sich auch positiv in seinem Buch niederschlägt. Durch einige übernommene Themendarstellungen aus der Schulbiologie werden viele Dinge sehr einfach erklärt, was sich manchmal allerdings auf das Niveau und in jedem Fall auf den Umfang der Informationen auswirkt. Da es sich aber nicht an Profis richtet und auch nicht den Anspruch eines wissenschaftlichen Buchs erhebt, ist dies wahrscheinlich eher positiv zu sehen.
    Elfen und Ritter (Titel!) stehen nicht für Märchenfiguren, sondern teilen die Insektenvielfalt nachvollziehbar und logisch erläutert in drei großen Gruppen ein. Die Hummeln gehören beispielsweise wie die Libellen zu den Elfen. Oft vergleicht der Autor die Leistungen der Insekten mit denen anderer Tiere - und kommt dabei häufig zu dem Schluss, dass die Insekten einfach rekordverdächtig sind. Daneben gibt er Tipps für die Naturbeobachtung der Insekten.
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4. Impressum
Kontakt: über die Homepage
Bitte beachten Sie den Disclaimer.
Dieser Newsletter hat 482 Abonnenten (Stand: 11.09.2003) und wird nur auf Verlangen zugeschickt. Sie können ihn jederzeit abbestellen.
V.i.S.d.P.:
Cornel van Bebber
Fr. v. d. Schulenburgstr. 76
D-41466 Neuss

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