Die Hummeln wird’s freuen, der normale Hummelkasten bekommt Konkurrenz vom Hummeltopf: In dem obigen Video stellt die Userin huggyheaven einen „Nistkasten“ für Hummeln vor, den Sie aus zwei Blumentöpfen gebaut hat. Das geht sehr schnell, ist kostengünstig und extrem einfach, so dass man das auch mit Kindern nachbauen kann.
Blumentopf als Nistkasten? Das haben wir doch hinter uns…
Ein umgedrehter Blumentopf, eingegraben in die Erde, wird auch heutzutage von Gartenzeitschriften als Nistplatz für Hummeln angepriesen, die Idee ist also alt.
Diese Form des Nistkastens ist aber unter Kennern keine Alternative zum großen Hummelkasten aus Holz, denn zum Einen schützte der Topf nicht vor Regen (es lief an den Seiten oder von oben ins Nest, die gesamte Brut verschimmelte), zum Anderen muss sich die Hummel von oben aufs Nest stürzen.
Ein Hineinkrabbeln ist unmöglich, da das Loch über dem Nest ist.
Daneben kann der Hummelschützer das Volk nicht auf Parasitenbefall kontrollieren, da ein Anheben des Blumentopfs mit einer Zerstörung des Nests einhergehen kann.
Doch wie ist das bei diesem Hummelkasten?
Bauplan
Hier gibt es eine englischsprachige (aber mit vielen Bildern) Bauanleitung (Dank an Martin).
- Durch das Bodenloch von zwei größeren Blumentöpfen wird ein Schlauch gesteckt und mit Klebeband wasser- und lichtdicht mit dem Blumentopf verbunden.
- Jeder Blumentopf erhält an einer Seite drei Löcher, die anschließend mit einem Stück Strumpfhose von außen zugeklebt werden.
- In jeden Blumentopf wird ein kleiner, siebartiger Blumentopf gesteckt, von dem einer mit Nistmaterial locker gefüllt wird.
- Die inneren Töpfe werden mit einem Kabelbinder zusammen gebunden, die beiden großen Töpfe werden aufeinander gesetzt und mit Klebeband licht- und wasserdicht verbunden.
- Alles wird eingegraben, nur die beiden Schlauchenden schauen heraus.
Nistmaterial
Moos, Haare aus dem Fell der eigenen Hunde und Stroh bilden das Nistmaterial.
Wasser im Hummelkasten läuft ab
Dringt durch die Schläuche Regenwasser in den Kasten, soll das Wasser durch den inneren Blumentopf abtropfen (siebartig!) und dann durch die Löcher im Boden (nur mit Nylon-Strumpfhose verschlossen) abfließen.
Mein Fazit
Diese Version des Blumentopf-Nistkastens erscheint mir wesentlich sinnvoller als die alte Variante.
Sie ist nicht nur kostengünstig und leicht nachzubauen, sondern ahmt mit dem unterirdischen Standort und dem Nistmaterial auch die Natur nach.
Es könnte sich um eine wesentlich populärere Variante eines Hummelkastens handeln, verglichen mit dem normalen Hummelkasten.
Das große Problem der (Selbst-) Besiedlung des Kastens dürfte hier kleiner als bei einem normalen Kasten sein.
Daneben ist für die Hummeln das Innenklima wegen der Lage im Erdboden und der geringen Größe leicht zu regulieren, auch das Wasser wird bei geringen Regenmengen abfließen.
Sicherlich problematisch wäre ein Sturzregen, der auch dieses Nest unter Wasser setzen würde.
Da es eingegraben ist, kann man spätestens dann nicht nachsehen und retten, was zu retten ist.
Daneben ist die geringe Größe bei großen Staaten ein Problem, eine Erweiterung unmöglich.
Neu für mich ist, dass es gleich zwei Ein- bzw. Ausgänge gibt, was für eine Selbstbesiedlung ja nicht schlecht ist.
Also: Nachbauen!

Hallo! Erstmal Kompliment für die ausgefeilte Bauweise. Nur eine Frage: Wie sieht es mit dem Schutz vor Mottenlarven (Wachsmotten) aus, die sich gerne in Hummelkästen einnisten? Können diese nicht über die Schlauchenden hinein kommen? Grüne Grüße – R.
Ich befürchte sogar, dass wegen der großen Schläuche die Wachsmotten es einfacher haben. Allerdings schließt auch der Schlauch eine Wachsmottenklappe ja nicht aus, wenn man den Schlauch nicht ebenerdig nach der Besiedlung verlegt (was ein Einfliegen für die Hummel auch erschweren würde, sie müssten sich quasi hineinfallen lassen), sondern ihn “auf die Bodenoberfläche legt”, so dass man davor eine Klappe anbringen kann (jetzt kann die Hummel hineinkrabbeln). Dürfte etwas für Heimwerker sein. Was meinst du?
Von Hummelklappen habe ich auch schon gehört. Heimwerkerisch kein Problem. Aber diese setzen voraus, dass man die Hummel quasi “hineinführt”. Die Alternative wäre m. E., sie zunächst offen zu lassen und das Risiko zu haben, dass sich trotzdem ein ungebetener Gast einquartiert. Knifflig.
Das Video stammt aus der britischen Gartensendung “Wild about your garden”. Ich habe damals nebenan darüber berichtet.
Der Link zur Original-Bauanleitung existiert noch.
http://downloads.bbc.co.uk/wildaboutyourgarden/images/wildaboutyourgarden_bee_home.pdf
Vielen Dank für den Hinweis, ich habe die Anleitung verlinkt.
Hmm… Die Variante hat leider wohl mehr Nachteile als Vorteile… Die Selbstbesiedlung wäre kein Problem. Wachsmotten gehen auch mehr auf oberirdische Nester, zum selben Ergebnis ist auch Alford (1975) gekommen.
Wer jedoch richtig Hummeln halten will, und sie erforschen will und sie auch wirklich vor Feinden schützen möchte, kommt wohl um den Bau eines richtigen Nistkastens nicht drum rum.