Hummeln Umwelt-Online-Award in Gold 2002

Hummeln

Vergleich von Bienen und Hummeln – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Large bee on butterflyweed, honeybee coming in for a landingHummel (amerikanische Variante) und Biene konkurrieren um die gleiche Narung:
Bienen gewinnen, denn sie sind einfach zahlenmäßig viel mehr. Das Foto
Large bee on butterflyweed, honeybee coming in for a landing
von Martin LaBar
steht unter Creative Commons License-Lizenz.

Biene

Hummel

Staat

Der Bienenstaat existiert über zwei bis drei Jahre. In dieser Zeit produziert die Königin pro Tag bis zu 2000 Eier, der Staat besteht unter optimalen Bedingungen dann aus 60.000 Tieren, von denen die meisten Arbeiterinnen sind. Die Männchen (Drohnen) erscheinen nur ab etwa Juni zur Fortpflanzung. Der Hummelstaat wird jedes Jahr von einer Königin, die überwintert hatte, im Frühjahr gegründet, je nach Art ab Ende Februar bis April. Sie legt einige Eier, bis im Sommer unter optimalen Bedingungen und je nach Art bis zu 400 Tiere existieren (andere Arten nur maximal 25 Tiere). Es handelt sich um Arbeiterinnen, wobei zum Sommer hin Männchen (Drohnen) auftreten. Diese begatten die neu geschlüpften Königinnen, die dann überwintern. Alle übrigen Tiere sterben.
Wird das Volk zu groß und schlüpfen neue Königinnen („Jungköniginnen“) schwärmt die alte Königin mit einem Teil des Staats aus und sucht einen neuen Nistplatz. Es kommt nicht zum Ausschwärmen der Hummeln.
Die Bienenkönigin kann nicht alleine überleben, sie besucht nie eine Blüte und sammelt Nektar oder Pollen, sondern ist vollständig abhängig von den Arbeiterinnen. Eine Hummelkönigin hingegen muss allein einen Staat gründen und um sich um alle Belange von Futterbeschaffung bis Wabenbau selbst zu kümmern. Sie macht das auch später noch, wenn Not am Mann ist, selbst wenn bereits Arbeiterinnen vorhanden sind. (Danke für den Hinweis von Martin in den Kommentaren). Ausführlich: Hummelstaat

Fütterung und Vorratshaltung

Bienen lagern große Mengen Nektar (als Honig) und Blütenstaub ein, sie überdauern mit den Vorräten den Winter. Auch deshalb bewachen sie sehr gut das Nest, Eindringlinge haben geringe Chancen.
Bienen füttern sich gegenseitig (bzw. die Larven).
Hummeln legen keine oder keine großen Vorräte an. Spätestens nach wenigen Tagen müssten Hummeln neue Nahrung sammeln. Sie produzieren keinen Honig, es bleibt beim Nektar.
Hummeln füttern sich nicht gegenseitig, die Larven fressen abgelegte Nahrung.

Überwinterung

Zusammen mit tausenden Arbeiterinnen überlebt die Königin im Stock den Winter. Sie zehren dabei von ihren Vorräten und halten sich gegenseitig warm. Die Hummelkönigin sammelt noch Nektar bis der Magen gefüllt ist und gräbt sich dann in den Boden ein. Im Körper wird ein eigenes Frostschutzmittel produziert, das auch bei Minusgraden noch wirkt. So überwintert die Hummel, bis sie sich im Frühjahr selbst wieder ausgräbt.Ausführlich: Überwinterung

Bestäuber

Bienen sind als Bestäuber geschätzte und wertvolle Tiere. Da sie einen großen Teil unserer Kulturpflanzen befruchten und wir die Samen oder Früchte nutzen, wurden Bienen seit Jahrtausenden als Nutztiere gehalten. Natürlich sind sie auch als Bestäuber der Wildpflanzen unersetzlich. Bienen zeigen kein Vibrationssammeln, sie fliegen erst ab Lufttemperaturen von 8°C. Hummeln sind als Bestäuber geschätzte und wertvolle Tiere. Da sie einen großen Teil unserer Kulturpflanzen befruchten und wir die Samen oder Früchte nutzen, werden Hummeln seit wenigen Jahrzehnten als Nutztiere gezüchtet. Im Handel gibt es Völker zu kaufen, die aber nach wenigen Wochen absterben, da die Völker ohne Königin geliefert werden. Natürlich sind sie auch als Bestäuber der Wildpflanzen unersetzlich. Hummeln zeigen Vibrationssammeln, sie bestäuben auch noch bei Wintereinbrüchen und fliegen auch bei Schnee. Ausführlich: Einsatz in der Landwirtschaft

Bestäubungsqualität

Bienen sind nur wenig behaart, so dass nur wenig Pollen an ihnen hängen bleibt. Die Bestäubung ist also nicht optimal, ungleichmäßige Früchte und eine geringere Ernte wären die Folge. Als einzelnes Tier ist die Biene also keine große Hilfe beim Bestäuben. Bienen gleichen diesen Nachteil aber durch ihre große Anzahl an Tieren pro Volk wieder aus, so dass beim ersten Besuch eben nicht zwingend die Blüte schon perfekt bestäubt sein muss. Wegen der großen Anzahl an Individuen von beispielsweise mehreren Zehntausend Tieren schlägt die Biene die Hummel bei der Bestäubung deutlich. Hummeln sind stark behaart, so dass die Blüten mit viel Pollen optimal bestäubt werden. Es ergeben sich eine große Ernte und schön geformte Früchte.
Bienen sind blütenstet, sie besuchen also nur Blüten der gleichen Art und bringen so nur den „passenden“ Blütenstaub zum Bestäuben mit. Hummeln sind blütenstet, sie besuchen also nur Blüten der gleichen Art und bringen so nur den „passenden“ Blütenstaub zum Bestäuben mit.

Kommunikation und Verhalten

Bienen teilen anderen Artgenossen mit dem Schwänzeltanz die genaue Position einer Nahrungsquelle mit. Hummeln zeigen anderen Artgenossen durch aufgeregtes Herumlaufen auf dem Nest und durch Verteilen von „Pröbchen“ von mitgebrachtem Nektar, dass es in der Nähe eine lohnende Nahrungsquelle gibt. Dabei wird nicht zwischen der Richtung und Entfernung unterschieden. Die Kommunikationsformen bei Bienen und Hummeln haben unterschiedliche Evolutionsprozesse durchlaufen, so dass die primitive Kommunikation der Hummel eine optimale Anpassung darstellte.
Sie sind in der Lage, Vorräte anzulegen oder exakt sechseckige Waben im dunklen Stock zu bauen. Hummeln legen keine Vorräte für später an, auch wenn überschüssiger Pollen oder Nektar gesammelt wird. Diese Vorräte werden aber schnell wieder verfüttert. Die Wachszellen sind unförmig, mehrere Eier werden gemeinsam in eine Wachszelle abgelegt. Das Nest wirkt relativ chaotisch.
Die Arbeitsteilung ist deutlich und vielfältig. Die Arbeitsteilung ist vor allem bei großen Staaten deutlich und vielfältig.
Weibliche Tiere haben einen Stachel, machen davon sofort zur Verteidigung Gebrauch. Sie sterben im Falle des Einsatzes. Weibliche Tiere haben einen Stachel, machen davon aber nur selten Gebrauch. Sie sterben im Falle des Einsatzes nicht.Ausführlich: Hummeln können stechen. Kommunikation

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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 7. Februar 2012 - 17:53 Uhr | Update: 27. Februar 2012 - 16:38 Uhr | Kategorie: Biologie der Hummeln | Schlüsselwörter: , , , , , , , , , , , , | Kommentare: 13

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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13 Kommentare

  1. K. K. | | Link zum Kommentar

    Sie vergleichen „Biene“ gegen „Hummel“
    Das ist schon mal falsch: Es gibt sehr viele Bienenarten, teils auch mit viel Behaarung (zur „besseren“ Bestäubung)- und Hummeln sind eine Unterart der Bienen).
    In der Tabelle behandeln Sie die „Honigbiene“:
    Von allen Insektenarten sind ausschließlich die Honigbienen >sortentreu< – d.h. sie fliegen und bestäuben so lange die jeweilige Fruchtart, bis es keinen Nektar oder Pollen mehr ausreichend gibt – dadurch erfolgt eine optimale Bestäubung, da der jeweilig passende Pollen übertragen wird (auch Bienen haben eine teils sehr dichte Behaarung – nur bei den "alten" wird die Behaarung weniger).
    Hummeln hingegen fliegen abwechselnd auf alles – also tragen sehr häufig nur Fremdpollen zu den Blüten – dann erfolgt keine Bestäubung.
    Honigbienen (nur diese, und keine anderen Wildbienen) fliegen bereits ab Februar in Massen aus (pro Volk etwa 3000) – und bestäuben hier schon verschiedenste Pflanzen (alle anderen Bienen und Hummeln "schlafen" da noch). Die Honigbiene befruchtet (bestäubt) rund 80 % der Natur- und Nutzpflanzen (Ausnahme "Windbestäuber" – aber selbst wenn der "Windbestäuber" Raps von Bienen bestäubt wird, dann ist der Ertrag um 30 – 50 % höher, und die Samenqualität erheblich besser – die Bauern haben davon allerdings keine Ahnung – Hauptsache es gibt viel EU-Gelder.)
    [Ich war 13 Jahre "Wespenberater" (auch für Wildbienen, Hornissen, Hummeln) für die 'Untere Naturschutzbehörde' in unserem Landkreis.]

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    • Cornel van Bebber | | Link zum Kommentar

      Schön, dass Sie Zahlen beisteuern. Ihr Kommentar bezieht sich auf einen Punkt dieser Seite nämlich die Bestäubung.
      Ich lasse Ihren Kommentar einmal so stehen, weil ich kein Interesse daran habe, die eine oder andere Art als „besser“ darzustellen.

      Die Inhalte auf dieser Seite bleiben aber unverändert, weil sie geprüft und richtig sind. Die Blütenstetigkeit bei Hummeln ist strittig, aber nicht abschließend geklärt.
      Falsch liegen Sie mit der Angabe, dass Hummeln im Februar schlafen. Gerade bei einem Kälteeinbruch fliegen Honigbienen eben nicht, Hummeln schon. Und Erdhummeln erscheinen bereits im Februar, manchmal schon zur Haselnussblüte.

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