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Hummeln

Zuchthummeln führen zur Ausbreitung von Parasiten und bedrohen natürliche Völker

Lights in the Green House

Hummeln werden zur Bestäubung in Gewächshäusern eingesetzt. Dabei werden Parasiten verbreitet. Das Foto Lights in the Green House von rmaspero steht unter CC-Lizenz.

In Europa gibt es verschiedene Firmen, die sich auf die Zucht von Hummeln spezialisiert haben. Sie werden zur Bestäubung von Blüten, vor allem in Gewächshäusern, genutzt. 37 von 48 untersuchten gekauften Hummelvölkern waren einer britischen Studie zufolge mit Parasiten belastet.

Parasiten schädigen die Hummeln, was sich beispielsweise an einer geringeren Reproduktionsrate (weniger Jungköniginnen) zeigt. Da ohnehin beispielsweise durch Pestizideinsatz und die Zerstörung des Lebensraums die Hummelvorkommen weniger geworden sind und manche Arten in ihrer Existenz extrem gefährdet sind, beschleunigen die Parasiten diesen Prozess.

Springt asiatischer Parasit auch auf Hummeln über?

Ursprünglich (bis 2004) gab es den Einzeller Nosema apis auf der Honigbiene und Nosema bombi bei Hummeln. Parasiten sind wirtsspezifisch, sie können also nur von ihrem Wirt leben und nicht von anderen Tieren. Nosema apis wurde also den Hummeln nicht gefährlich, umgekehrt Nosema bombi nicht den Bienen.

2005 zeigte sich, dass Nosema ceranae, ein dritter, auf asiatischen Bienen vorkommender Parasit, plötzlich auch von der europäischen Honigbiene (lat. Name: Apis!) leben konnte, es war zu einem Wirtswechsel gekommen. Nosema ceranae breitete sich sehr schnell aus.

Mittlerweile kommt Nosema ceranae wahrscheinlich weltweit vor. Dabei führte der Parasit in Spanien zu erheblichen Problemen, in Deutschland nur zu geringen. In Hummeln und ihren Nestern fand man ebenfalls Nosema ceranae, doch war nicht klar, ob sich der Parasit darin vermehrte („lebte“), oder nur durch die Nahrung aufgenommen worden war, im Körper aber keine Folgen hatte.

Studie: Vorkommen und Folgen von Nosema ceranae in Hummeln

Die Forscher kamen in einer Studie zu erschreckenden Befunden. Demnach ist der Wirtswechsel auf die Hummeln bereits in vollem Gang: Sie wiesen Nosema ceranae in sieben verschiedenen Hummelarten in ganz England nach. 21% aller untersuchten Tiere waren demnach Träger von Nosema ceranae.

Außerdem zeigte Nosema ceranae auch in Hummeln seine tödliche Wirkung. Nach drei bis sieben Tagen waren 38% der Tiere tot, die man mit geringen Dosen Nosema belastet hatte.
Das bedeutet, dass Nosema ceranae nicht nur auf die europäische Honigbiene übergesprungen ist, sondern jetzt auch Hummeln befällt.

Dies dürfte die Hummelvorkommen weiter schwächen. Die Forscher schreiben:

„Many bumblebee species in the UK, as well as elsewhere are declining and now highly vulnerable to new stresses […], so the emergence of a new, virulent disease has significant implications for their conservation.“
„Viele Hummelarten in England und anderswo gehen in ihrem Bestand zurück und sind nun in höchsten Maße anfällig für neue Belastungen, weshalb das Auftreten dieser neuen, virulenten Krankheit bedeutende Auswirkungen für den Erhalt der Hummelarten hat.“ – Quelle

Zum Thema passende Literatur & Links


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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 8. September 2013 - 02:13 Uhr | Update: 7. September 2013 - 20:01 Uhr | Kategorie: Biologie der Hummeln, Hummelschutz | Schlüsselwörter: , , , , , , , , , , , | Kommentare: 0

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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