Auch Sulfoxaflor schadet Hummeln

Sulfoxaflor gehört chemisch gehen zwar nicht zu den Neonikotinoiden, einer Gruppe von Pflanzenschutzmitteln, die tödlich für Schadinsekten sind. Es wirkt aber genauso.

Das Mittel, das in fünf EU-Staaten zugelassen ist (EU-Zulassung seit 2015!) und für das drei Zulassungsanträge nun in Deutschland vorliegen, rottet aber auch Hummeln aus.

Sulfoxaflor: Hummeln mit weniger Nachwuchs

Eine neue Studie hat ein weiteres Insektizid untersucht und für problematisch gefunden:

Wissenschaftler gaben 25 Erdhummel-Staaten mit Sulfoxaflor belastetes Zuckerwasser als Nektarquelle, 26 andere Staaten erhielten das reine Zuckerwasser. Nach zwei Wochen setzte man die Staaten in der Natur aus und beobachtete das Verhalten und die Nachkommenzahl der Tiere.

Während es keine Verhaltensauffälligkeiten gab, produzierten die Sulfoxaflor-Staaten deutlich weniger Nachwuchs: Um 54% ging die Zahl der Nachkommen zurück.

Die Forscher vermuten deshalb Langzeitfolgen durch Sulfoxaflor. Weil weniger Nachkommen produziert werden, kann das Verhindern, dass Völker sich fortpflanzen können. Auf diese Weise sinkt die Populationsgröße.

EU-Zulassung

Wir alle sollten genau verfolgen, ob Sulfoxaflor in Deutschland zugelassen wird und darauf drängen, die EU-Zulassung, die es seit August 2015 gibt, wieder zu überprüfen. Auf Basis dieser EU-Zulassung entscheiden die einzelnen Staaten über das Gift.

Die Zulassungsanträge liegen wohl schon länger vor (März 2016). Dass sie überhaupt vorliegen, erfuhr die Öffentlichkeit nur durch Kleine Anfragen der Bundestagsfraktionen von Grünen und Linkspartei.

Andere Neonicotinoide

Die bekannten Neonikotinoid-Mittel Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam sind EU-weit für den Einsatz in der Landwirtschaft auf Äckern (im Freiland) verboten. Letzteres war eine jahrelanger Kampf, bei dem Deutschland sehr lange auf der Seite der Herstellerfirmen stand, beispielsweise noch 2012 Ausnahmegenehmigungen erteilte.

In Gewächshäusern dürfen alle drei Mittel weiterhin eingesetzt werden.

Andere Staaten

  • In Frankreich wurde Sulfoxaflor im Oktober 2017 erlaubt, im November aber durch ein Gerichtsurteil wieder verboten.
  • Kanada möchte nun ebenfalls aussteigen, aber nur bei zwei der drei Mittel und auch nur mit jahrelangen Übergangsfristen.
  • Die US-Regierung erlaubt wieder, dass Neonikotinoide sogar in Naturschutzgebieten von Landwirten eingesetzt werden dürfen.

Ich habe hier eine Zusammenfassung der Neonikotinoid-Problematik erstellt, sie finden Sie hier.

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1 comment on “Auch Sulfoxaflor schadet HummelnKommentar verfassen →

  1. Im Februar/März 2018 stellte ich den kompletten Tod meiner
    14 Bienenvölker fest. Kein einziges Volk hatte den Winter überlebt.
    Die toten Bienen lagen alle unten auf dem Boden der Beuten,
    obwohl reichlich Futter vorhanden war. Rund um mein Wohngebiet am Rande der Stadt Leipzig befinden sich Felder
    der hier tätigen Agrargenossenschaft.
    Hauptkulturen: Mais, Raps,Getreide (Weizen).
    Bitte schicken Sie mir Hinweise, damit ich solch ein Debakel
    in diesem Winter nicht wieder erlebe.
    Wenn ich die Beiträge im INTERNET über Sulfoxaflor lese,
    wird mir Angst und Bange für meinen jetzigen Bienenbestand,
    den ich mir im vergangenen Sommer wiederaufgebaut habe.
    PS. Der Aufbau des neuen Bestandes hat mich ca.über
    1000 Euro gekostet. Wer hilft mir?

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