Beinwell für Bombus subterraneus

Hummel an Beinwell-Blüte
So sollte es nicht sein: Wegen des kurzen Rüssels kommt die Erdhummel nicht an den Nektar. Ihre Lösung: Ein Blüteneinbruch. Sie steckt den Rüssel seitlich durch ein Loch in die Blüte einer Beinwellpflanze. Die anderen Blüten zeigen ebenfalls schön Löcher von früheren Einbrüchen. Foto © H. Jaekel

Profitiert von Beinwell als Trachtpflanze     Bombus subterraneus.

Hier hatte ich berichtet, dass nur sieben Pflanzen für den Schutz unserer seltensten Hummelarten nötig sind.

Unter den weiteren TOP-Pflanzen waren auch Gewächse aus der Familie der Boraginaceae, also beispielsweise Borretsch und Beinwell.

Letzterer wird nun in einem Hummelschutzprojekt in England besonders gefördert, weil er optimal für den Schutz der Erdbauhummel, Bombus subterraneus, geschaffen ist.

Er bietet eine lange Kronröhre für die Hummel, die einen besonders langen Rüssel hat. Daneben bildet jede Blüte viel Nektar und Blütenstaub und blüht auch gerade dann, wenn Bombus subterraneus-Königinnen aus dem Winterschlaf erscheinen:

This year the project planted out over 250 comfrey [Beinwell] rhizomes across the release zone of Dungeness and Romney Marsh […] Comfrey is excellent forage for our long tongue bumblebees such as the short-haired bumblebee. It provides both pollen and nectar. Comfrey flowers when short-haired bumblebee queens emerge from hibernation and at the end of their life cycle in August/September.
Quelle: Summer review 2015 | Save our Bumblebees

Beinwell wichtiger als klassische Trachtpflanzen

Überraschend ist das insofern, dass die Forscher zuvor auf Klee wie Rotklee, Wiesenklee oder Hornklee gesetzt hatten, der in dem Untersuchungsgebiet reichlich vorkommt. Beinwell scheint aber noch wichtiger zu sein.

Die Erdbauhummel kommt auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor, ist aber sehr selten. In England, wo sie nachweislich vor 130 Jahren vorkam, war sie mittlerweile ausgestorben. Forscher und Umweltschützer bemühen sich seit 2012 um eine Wiederbesiedlung und führen dazu Königinnen aus Schweden ein, zuletzt im Mai 2015. Nach einer zweiwöchigen Quarantäne-Phase können diejenigen Tiere, die frei von Parasiten und Krankheiten sind, ausgewildert werden. Dieses Jahr waren wohl sehr viele Königinnen während der Quarantänephase an Krankheiten gestorben. 25 Tiere setze man aber Anfang Juni aus. Seitdem konnten auch wieder Arbeiterinnen beobachtet werden, weshalb die Hummelfreunde davon ausgehen, dass die Königinnen geeignete Nistmöglichkeitenn gefunden haben und sich vermehren.

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