Vergleich von Bienen und Hummeln – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Vergleich von Bienen und Hummeln: 1.) Staat

Volksgröße und life cycle

  • Biene: Der Bienenstaat existiert über zwei bis drei Jahre. In dieser Zeit produziert die Königin pro Tag bis zu 2000 Eier, der Staat besteht unter optimalen Bedingungen dann aus 60.000 Tieren, von denen die meisten Arbeiterinnen sind. Die Männchen (Drohnen) erscheinen nur ab etwa Juni zur Fortpflanzung.
  • Hummeln: Der Hummelstaat wird jedes Jahr von einer Königin, die überwintert hatte, im Frühjahr gegründet, je nach Art ab Ende Februar bis April. Sie legt einige Eier, bis im Sommer unter optimalen Bedingungen und je nach Art bis zu 400 Tiere existieren (andere Arten nur maximal 25 Tiere). Es handelt sich um Arbeiterinnen, wobei zum Sommer hin Männchen (Drohnen) auftreten. Diese begatten die neu geschlüpften Königinnen, die dann überwintern. Alle übrigen Tiere sterben.
Vergleich von Bienen und Hummeln: Das Nest der Hummeln sieht ganz anders aus.
Im Vergleich von Bienen und Hummeln sieht das Nest schon ganz anders aus: Hier ein relativ großes Nest einer Ackerhummel im Nistkasten – Bienen haben dagegen im Normalfall mehrere 10.000 Tiere. Sechseckige Waben wie bei Bienen gibts bei Hummeln auch nicht. © Luft

Schwarm

  • Bienen: Wird das Volk zu groß und schlüpfen neue Königinnen („Jungköniginnen“) schwärmt die alte Königin mit einem Teil des Staats aus und sucht einen neuen Nistplatz.
  • Hummeln: Es kommt nicht zum Ausschwärmen der Hummeln.

Arbeitsaufwand Königin

  • Bienen: Die Bienenkönigin kann nicht alleine überleben, sie besucht nie eine Blüte und sammelt Nektar oder Pollen, sondern ist vollständig abhängig von den Arbeiterinnen.
  • Hummeln: Eine Hummelkönigin hingegen muss allein einen Staat gründen und sich um alle Belange von Futterbeschaffung bis Wabenbau selbst zu kümmern. Sie macht das auch später noch, wenn Not am Mann ist, selbst wenn bereits Arbeiterinnen vorhanden sind.

Vergleich von Bienen und Hummeln: 2.) Fütterung und Vorratshaltung

  • Bienen: Bienen lagern große Mengen Nektar (als Honig) und Blütenstaub ein, sie überdauern mit den Vorräten den Winter. Auch deshalb bewachen sie sehr gut das Nest, Eindringlinge haben geringe Chancen.
    Bienen füttern sich gegenseitig (bzw. die Larven).
  • Hummeln: Hummeln legen keine oder keine großen Vorräte an. Spätestens nach wenigen Tagen müssten Hummeln neue Nahrung sammeln. Sie produzieren keinen Honig, es bleibt beim Nektar.
    Hummeln füttern sich nicht gegenseitig, die Larven fressen abgelegte Nahrung.

Vergleich von Bienen und Hummeln: 3.) Überwinterung

  • Biene: Zusammen mit tausenden Arbeiterinnen überlebt die Königin im Stock den Winter. Sie zehren dabei von ihren Vorräten und halten sich gegenseitig warm.
  • Hummeln: Die Hummelkönigin sammelt noch Nektar bis der Magen gefüllt ist und gräbt sich dann in den Boden ein. Im Körper wird ein eigenes Frostschutzmittel produziert, das auch bei Minusgraden noch wirkt. So überwintert die Hummel, bis sie sich im Frühjahr selbst wieder ausgräbt.Ausführlich: Überwinterung

Vergleich von Bienen und Hummeln: 4.) Bestäuber / Nutzen

Grundsätzlich

  • Biene: Bienen sind als Bestäuber geschätzte und wertvolle Tiere. Da sie einen großen Teil unserer Kulturpflanzen befruchten und wir die Samen oder Früchte nutzen, wurden Bienen seit Jahrtausenden als Nutztiere gehalten. Natürlich sind sie auch als Bestäuber der Wildpflanzen unersetzlich. Bienen zeigen kein Vibrationssammeln, sie fliegen erst ab Lufttemperaturen von 8°C.
  • Hummeln: Hummeln sind als Bestäuber geschätzte und wertvolle Tiere. Da sie einen großen Teil unserer Kulturpflanzen befruchten und wir die Samen oder Früchte nutzen, werden Hummeln seit wenigen Jahrzehnten als Nutztiere gezüchtet. Im Handel gibt es Völker zu kaufen. Natürlich sind sie auch als Bestäuber der Wildpflanzen unersetzlich. Hummeln zeigen Vibrationssammeln, sie bestäuben auch noch bei Wintereinbrüchen und fliegen auch bei Schnee. Hummeln besuchen in der gleichen Zeit die drei- bis fünffache Blütenanzahl wie Honigbienen. Bei einer Ackerhummel waren das in 100 Minuten 2634 Blüten.
    Ausführlich: Einsatz in der Landwirtschaft

Bestäubungsqualität

  • Biene: Bienen sind nur wenig behaart, so dass nur wenig Pollen an ihnen hängen bleibt. Die Bestäubung ist also nicht optimal, ungleichmäßige Früchte und eine geringere Ernte wären die Folge. Als einzelnes Tier ist die Biene also keine große Hilfe beim Bestäuben. Bienen gleichen diesen Nachteil aber durch ihre große Anzahl an Tieren pro Volk wieder aus, so dass beim ersten Besuch eben nicht zwingend die Blüte schon perfekt bestäubt sein muss. Wegen der großen Anzahl an Individuen von beispielsweise mehreren Zehntausend Tieren schlägt die Biene die Hummel bei der Bestäubung deutlich.
    Bienen sind blütenstet, sie besuchen also nur Blüten der gleichen Art und bringen so nur den „passenden“ Blütenstaub zum Bestäuben mit.
  • Hummeln: Hummeln sind stark behaart, so dass die Blüten mit viel Pollen optimal bestäubt werden. Es ergeben sich eine große Ernte und schön geformte Früchte.
    Hummeln sind blütenstet, sie besuchen also nur Blüten der gleichen Art und bringen so nur den „passenden“ Blütenstaub zum Bestäuben mit.
    Hummeln können bis zu 12x mehr Nektar pro Insekt sammeln als Bienen, allerdings ist ihr Energieverbrauch auch höher. Im Gegensatz zu Bienen, die über große Blüten wie einer Sonnenblume kreuz und quer laufen, läuft die Hummel den inneren Blütenkreis ab.

Vergleich von Bienen und Hummeln: 5.) Kommunikation und Verhalten

  • Biene:
    • Bienen teilen anderen Artgenossen mit dem Schwänzeltanz die genaue Position einer Nahrungsquelle mit.
    • Sie sind in der Lage, Vorräte anzulegen oder exakt sechseckige Waben im dunklen Stock zu bauen.
    • Die Arbeitsteilung ist deutlich und vielfältig.
    • Weibliche Tiere haben einen Stachel, machen davon sofort zur Verteidigung Gebrauch. Sie sterben im Falle des Einsatzes.
  • Hummeln:
    • Hummeln zeigen anderen Artgenossen durch aufgeregtes Herumlaufen auf dem Nest und durch Verteilen von „Pröbchen“ von mitgebrachtem Nektar, dass es in der Nähe eine lohnende Nahrungsquelle gibt. Dabei wird nicht zwischen der Richtung und Entfernung unterschieden. Die Kommunikationsformen bei Bienen und Hummeln haben unterschiedliche Evolutionsprozesse durchlaufen, so dass die primitive Kommunikation der Hummel eine optimale Anpassung darstellte.
    • Hummeln legen keine Vorräte für später an, auch wenn überschüssiger Pollen oder Nektar gesammelt wird. Diese Vorräte werden aber schnell wieder verfüttert. Die Wachszellen sind unförmig, mehrere Eier werden gemeinsam in eine Wachszelle abgelegt. Das Nest wirkt relativ chaotisch.
    • Die Arbeitsteilung ist vor allem bei großen Staaten deutlich und vielfältig.
    • Weibliche Tiere haben einen Stachel, machen davon aber nur selten Gebrauch. Sie sterben im Falle des Einsatzes nicht.Ausführlich: Hummeln können stechen. Kommunikation

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