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Hummeln

Blumen für Bienen und Hummeln

Montepulciano (49)

Blumen! Auch auf dem kleinsten Raum! Allerdings darf es für Hummeln auch etwas mehr sein, vor allem Blumen, die viel Blütenstaub bieten.
Das Foto Montepulciano (49) von super.heavy steht unter CC-Lizenz.

Welche Blumen locken Hummeln und Bienen an? Es sind sog. Trachtpflanzen, also Pflanzen, die viel Nektar und sehr viel Pollen (Blütenstaub) bieten. Es muss keine Blumenwiese sein, blühende Gärten sind optimal. So einen Insektengarten mit Hummelpflanzen können Sie leicht selber anlegen. Eine Trachtpflanzenliste gibt es ebenso hier wie die Hinweise, worauf Sie achten müssen.

Inhalt:
1) Was ist besser: Pflanzen für’s Frühjahr oder für den Sommer?
2) Tipp 1: Mehr Sommerblumen
3) Tipp 2: Keine gefüllten Blüten! Vorschläge für mögliche Pflanzen
4) Tipp 3: Den Garten wässern!

1) Eher Pflanzen für’s Frühjahr oder für den Sommer?

Im Frühjahr haben die Hummeln häufig genug Nahrung, es geht um den Sommer!
Denn im Frühjahr blühen die Weiden und kurz darauf Schlehen und viele Rosengewächse. Auch in den Städten blüht es in den Gärten und Parks: Hummeln haben es jetzt sehr gut.

Allerdings leben im Frühjahr nur wenige Hummeln, die Staaten sind so früh im Jahr noch klein. In manchen Jahren können Bienen die Blütenpracht gar nicht nutzen. Wenn es ein kaltes Frühjahr ist, fliegen die Bienen gar nicht, die Entwicklung der Hummeln läuft nur langsam.

Verhungern beginnt im Sommer

Im Sommer entsteht eine paradoxe und lebensbedrohliche Situation. Während nun Bienen- wie Hummelvölker groß sind und viele Nachkommen haben, nun außerdem (bei Hummeln) die sensible Phase der Vermehrung mit der Produktion neuer Königinnen startet, fehlt plötzlich die Nahrung.

Denn die Äcker sind vom Getreide gelb, hier blüht ebenso nichts wie in den grünen Wäldern.Und Wiesen werden jetzt zur Heuernte abgemäht.

Und Ihr Garten (und städtische Parks)?

Tatsächlich sind das Inseln, in denen noch etwas blühen könnte. Die Flächen werden gewässert, hier könnten Pflanzen viel Nektar liefern und überschwänglich blühen.

Aber: In vielen Parks und Gärten blühen im Sommer nur noch wenige Pflanzen, Gärtnereien haben sich längst auf früh blühende Sorten spezialisiert, um unserem Blütenhunger nach dem langen Winter gerecht zu werden. So bleibt das Bild in den städtischen Gärten wohl grün, aber blütenarm. Jetzt kann man beobachten, wie Hummeln massenhaft sterben – jedes Jahr und jedes Jahr an Nahrungsmangel.




2) Tipp 1: Mehr Sommerblumen!

  1. Achten Sie beim Pflanzenkauf darauf, dass Sie bei der Auswahl der Pflanzen auf die Blütezeit (Sommer!) achten. Beginnend etwa mit dem Juni sollte ihr Insektengarten aufblühen.
  2. Dabei nutzt den Tieren leider eine (1) einzige Pflanze dieser Sorte wenig. Nicht nur, dass wegen des geringen Angebots viele Hummeln angeflogen kommen und eine Pflanze schnell „leer“ ist: Bei komplizierten Blüten müssen die Tiere das Nektarsammeln erst lernen, was sie bei einer einzigen Pflanze gar nicht erst anfangen. Besser mind. drei Pflanzen der Sorte setzen.

3) Tipp 2: Keine gefüllten Blüten! Vorschläge für mögliche Pflanzen

  1. Blüten bestehen – biologisch betrachtet – aus umgestalteten Blättern. Daher spricht man z.B. von Staubblättern. Durch Züchtung schafft man es, die Staubblätter in Blütenblätter umzuwandeln. Die Blüte wirkt größer, üppiger, sie ist „gefüllt“. Leider bietet sie keinen Blütenstaub mehr, denn die Staubblätter wurden ja umgewandelt.
  2. Vorschläge: In einer Trachtpflanzenliste finden Sie Ideen für viele Pflanzen. Hier finden sie meine Zusammenstellung, es gibt auch eine Wiki-Seite, die aber nicht speziell für Hummeln gemacht ist. Wenn Sie spezielle Hummel-Trachtpflanzen dort suchen, achten Sie auf eine hohe Bewertung beim Pollenangebot.). Außerdem gibt es eine Handy-App, mit der sie Pflanzen nach Blühmonat und Standortbedingungen filtern können.

4) Tipp 3: Den Garten wässern!

  1. Bleibt es im Sommer trocken und heiß, verdorren die letzten Pflanzen auf Wiesen und Feldern. Auch die Blüten im Garten bieten kaum noch Nektar. Helfen Sie und wässern Sie Ihren Garten, denn so produzieren die Pflanzen wieder Nektar.

Wenn Sie möchten, können Sie den Hummeln auch noch einen Nistplatz anbieten. Und hier lesen Sie noch mehr darüber, warum Hummeln so selten geworden sind.


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Blumen für Bienen und Hummeln:
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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 20. Mai 2011 - 20:58 Uhr | Update: 1. November 2013 - 22:01 Uhr | Kommentare: 17

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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17 Kommentare

  1. Tina Kellner | | Link zum Kommentar

    Als Hummelpflanzen für den Balkon kann ich vier Sorten anbieten, die ich schon seit mehreren Jahren auf meinem eigenen Balkon mit Erfolg anbaue: Löwenmaul, Kapuziner Kresse (die ich in der obigen Liste gar nicht gefunden habe), Kornblume und Borretsch. Alles selbst gezogen. Die Pflanzen sind pflegeleicht und ohne Schädlinge; Bedingung: Sonniger Standort, gute Erde verwenden, möglichst große Töpfe und ab und zu etwas Dünger. Natürlich reichlich gießen. Aber in jedem Fall auch für Garten-Neulinge geeignet. Das Resultat freut mich jedes Mal: Es summt und brummt den ganzen Tag!
    Noch ein Hinweis: Die Pflanzen können spielend ca. 80 cm hoch werden. Also die Balkonkästen gut sichern!! Mir ist vor einigen Wochen leider einer abgestürzt, was ich sehr bedauert habe.

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  2. Tina Kellner | | Link zum Kommentar

    Noch eine Ergänzung zur gestrigen Mail: mit „anbieten“ meinte ich natürlich „vorschlagen“; die Sämereien für diese Pflanzen gibt es überall zu kaufen.
    Sehr hilfreich finde ich Eure Bestimmungs-Hilfe. Zumindest weiß ich jetzt, dass ich u. a. eine Erdhummel als Balkon- Gast habe.
    Was für mich ebenfalls neu war, ist, dass die Hummeln besonders im Sommer unter Nahrungsknappheit zu leiden haben. Ich werde also künftig in meinem Garten noch mehr Hummel-Blumen anbauen (Dieses Jahr war ich leider nicht erfolgreich, weil durch den vielen Regen mein Garten 14 Tage komplett unter Wasser stand und danach wochenlang eine Schlammwüste war. Alle Aussaat wurde vernichtet und danach ist kaum etwas gewachsen. Hoffen wir also, dass es nächstes Jahr wieder besser wird.)

    Antworten
     
  3. Rosa Stunk | | Link zum Kommentar

    hallo,
    ich gerate auf Ihre Seite bei der Recherche nach insektenfreundlichen Balkonpflanzen. Leider werde ich nicht fündig. Es gibt nur Kompliziertes, lateinische Pflanzennamen ohne Bild, einfach unpraktikabel für jemanden, der einfach und schnell etwas tun möchte.
    Für Ottonormalverbraucher wie mich bedarf es einer ganz einfachen, mundgerechten Seite, die ich leider nirgendwo finden kann.
    Vorschlag: der Schutz beginnt im Kleinen und fängt mit dem Balkonkasten an.
    Machen Sie doch eine praktische Seite mit Bepflanzungsvorschlägen für
    Frühjahr / Sommer / Herbst (3mal bepflanzt man in der Regel neu)
    listen die Pflanze Name mit BILD!!!!! auf, damit ich auf einen Blick sehen kann, was ich pflanzen könnten, bzw. könnte ich diese Seite im Druckformat als Orientierung mit in den Gartenmarkt nehmen.
    Wenn Sie das dann noch twittern, facebooken und den einschlägigen Naturschutzportalen als einfaches Anwendungskonzept für ihre Nutzer zumailen – dann folgen dem sicher viele gerne.
    Gespannt auf Ihre Antwort!!!!
    Schöne Grüße
    Rosa Stunk

    PS: Freue mich über reichlichen Besuch von Taubenschwänzchen auf meinem Balkon!

    Antworten
     
  4. Hannelore Hessel | | Link zum Kommentar

    Ich muss Frau Stunk recht geben. Genau so eine Liste würde ich mir auch wünschen. Frau Stunks Nachricht ist zwar von 2013 aber immer noch aktuell. Gibt es inzwischen so eine gewünschte Auflistung? Wo kann ich sie finden? Schöne Grüße Hannelore Hessel

    Antworten
     
  5. Seffi | | Link zum Kommentar

    Da ich keinen Garten habe sondern nur 3 Balkonkästen bin ich auf der Suche nach Balkon-Blühpflanzen die für Hummen/Wildbienen geeignet ist. Auf die Schnelle bin ich leider nicht fündig geworden. Hast du Tipps für mich?

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