Künstliche Pheromone sollen Hummelstaaten optimieren

Kommerzielle Hummelstaaten, die in der Landwirtschaft zur Bestäubung eingesetzt werden, sterben nach etwa zweieinhalb Monaten. Pheromone, künstliche Hormone, wollen neuseeländische Wissenschaftler nutzen um die Lebenserwartung der Hummeln auf mehr als vier Monate auszudehnen.

Die Forschung befindet sich noch ganz am Anfang. Das Ziel sind eine bessere Bestäubung und in der Folge mehr Erträge und mehr Gewinn für die Produzenten:

“Enhancing bumblebee activity would mean better pollination for growers, which means higher yields and better quality produce.”

(Eine Steigerung der Aktivität der Hummeln würde eine bessere Bestäubung für die Landwirte bedeuten, was größere Erträge und eine bessere Qualität der Produkte bedeutet.)

The Gisborne Herald
Dunkle Erdhummel bestäubt eine Blüte beim Nektarsammeln. Mit Pheromonen soll die Lebenserwartung verlängert werden.
Dunkle Erdhummel bestäubt eine Blüte beim Nektarsammeln. Mit Pheromonen soll die Lebenserwartung der Hummeln verlängert werden.

Pheromone gehen von der Königin aus und beeinflussen die Arbeiterinnen

Pheromone sind Duftstoffe. Bislang ist über sie bekannt, dass die Königinnen die Pheromone absondern und dadurch ihre Macht im Staat erhalten. Denn die Pheromone führen zu einer Unterdrückung der Entwicklung der Eierstöcke bei den Hummel-Arbeiterinnen.

Auch für andere Funktionen werden Duftstoffe im Nest eingesetzt. Die Kommunikation der Hummeln untereinander läuft darüber.

Weitere Untersuchung: Inzucht unter neuseeländischen Hummeln

Hummeln sind in Neuseeland ursprünglich nicht heimisch, sondern wurden Ende des 19. Jahrhunderts dort eingeführt. Auf die wenigen britischen Hummeln von damals gehen alle heute lebenden Exemplare zurück. Dementsprechend begrenzt ist die genetische Vielfalt unter den Tieren. Das könnte sie einerseits anfällig für Krankheiten machen, andererseits die in der Landwirtschaft gebrauchte Produktivität herabsetzen.

Kommentar

Hummeln sind nun endgültig zu Nutztieren degradiert – einschließlich der Methoden, die aus der industriellen Landwirtschaft bekannt sind. Pheromone und andere Hormone wurden früher in der Fleischproduktion in der EU eingesetzt. Diese sind aber heute nach meinen Kenntnissen nicht mehr erlaubt.

Aber das Pheromon-Verbot gilt nicht für die Hummeln, die man nun mit solchen Mitteln „optimieren“ möchte. Wenn das der Anfang ist, wo hört das dann auf? Ich befürchte, dass das auf jeden Fall dazu führt, dass die einzelne Hummel für die Leute immer weniger Wert ist.


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