Living Internet of things: Hummel mit elektronischem Bauteil

„Living Internet of Things“: Hummeln als fliegende Sensoren

Hummeln sollen in Zukunft Messwerte wie Temperatur und Leuchtfeuchtigkeit messen und diese Daten anschließend drahtlos übermitteln. Landwirte könnten diese Daten dann nutzen, um über ihre Felder informiert zu sein. Bislang setzen die Bauern dazu käufliche Drohnen ein, doch begrenzt der Akku die Reichweite des Flugobjekts. Denn nach etwa 5 – 30 Minuten ist der Akku bereits erschöpft.

Da sind Hummeln leistungsfähiger. Das Entwicklerteam nennt das „Living Internet of Things“.

Damit kommt den Hummeln in Zukunft wohl eine zweite Bedeutung zu, denn bislang waren sie vor allem als Bestäuber für die Bestäubung und dadurch Produktion von Früchten nötig.

Funktionsweise des „Living Internet of things“

Schauen Sie sich dazu das folgende Video an, darunter gibt es eine Erklärung:

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Video-Link: https://youtu.be/0_i0K3jcp8Y

Die Hummeln müssen für ihre Arbeit ein 102mg schweres elektronisches Bauteil auf dem Hinterleib tragen, wobei 70mg alleine der kleine Akku wiegt.

Das Bauteil enthält außerdem eine Antenne und die Sensoren. Dadurch ist dem Bauteil in seiner Funktionalität prinzipiell keine Grenze gesetzt, denn hier sind alle möglichen Sensoren denkbar. Die oben genannten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren sind also nur Beispiele (militärische Anwendungen sind zum Beispiel auch denkbar).

Living Internet of things: Hummel mit elektronischem Bauteil
Screenshot aus dem Video des Entwicklerteams. Sie nennen es „Living Internet of things“, wenn eine Hummel mit dem elektronischen Bauteil auf dem Rücken Messwerte speichert und übermittelt. Das weiße, runde Teil rechts ist eine Antenne. Screenshot vom YouTube-Kanal von Paul G. Allen School.

Kehrt die Hummel ins Nest zurück, wird der Akku drahtlos aufgeladen (er ist erst nach sieben Stunden erschöpft) und die gesammelten Daten werden an einen Empfänger übermittelt.

Die Position wird auch gespeichert

Weil die Positionsbestimmung durch GPS mit dem kleinen Akku nicht lange funktionieren würde und RFID-Chips nur in einer Entfernung von etwa 25cm arbeiten, befindet sich in dem Bauteil ein bestimmter Empfänger von Radio-Signalen.

Diese registrieren Signale, die Antennen in der Umgebung ausstrahlen – und die der Landwirt folglich vorher um seinen Acker aufgestellt haben muss. Aus dem Winkel zwischen zwei Antennen berechnet der Empfänger auf dem Rücken der Hummel die aktuelle Position und speichert sie zusammen mit den Sensordaten.

Dies klappt, solange wie die Antennen nicht weiter als 80m auseinander stehen.

Auf diese Weise kann der Landwirt jeden Tag von Sonnenauf- bis -untergang Messdaten zahlreicher Hummeln bekommen und weiß vom heimischen Sofas aus wie es seinen Pflanzen geht.

Ausblick

Wie oben schon angedeutet kann man in Zukunft die Sensoren durch andere Bauteile ersetzen. So wollen die Entwickler beispielsweise Kameras an das Bauteil koppeln, so dass der Landwirt auch visuell den Zustand des Felds überwachen kann.

Stasi-Hummel

Wenn also demnächst eine Hummel über Sie fliegt, fragen Sie sich doch, ob sie gerade gefilmt werden! Wie sollte man so eine Hummelart nennen? Stasi-Hummel? Vorschläge bitte in den Kommentaren 🙂

Literatur

Vikram Iyer, Rajalakshmi Nandakumar, Anran Wang*, Sawyer B.Fuller, Shyamnath Gollakota. 2019. Living IoT: A Flying WirelessPlatform on Live Insects. InThe 25th Annual International Confer-ence on Mobile Computing and Networking (MobiCom ’19), October21–25, 2019, Los Cabos, Mexico.ACM, New York, NY, USA, 15 pages.


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4 comments on “„Living Internet of Things“: Hummeln als fliegende SensorenKommentar verfassen →

  1. Das tut jedem Hummelfreund in der Seele weh !
    Vergleicht man das Gewicht der Hummeln und die Last, die sie tragen sollen, wird einem das erst bewusst.

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