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Hummeln

Nistkasten zum Nachbauen: Sehr einfach, sehr nützlich

Die Hummeln wird’s freuen, der normale Hummelkasten bekommt Konkurrenz vom Hummeltopf: In dem obigen Video stellt die Userin huggyheaven einen „Nistkasten“ für Hummeln vor, den Sie aus zwei Blumentöpfen gebaut hat. Das geht sehr schnell, ist kostengünstig und extrem einfach, so dass man das auch mit Kindern nachbauen kann.

Blumentopf als Nistkasten? Das haben wir doch hinter uns…

Ein umgedrehter Blumentopf, eingegraben in die Erde, wird auch heutzutage von Gartenzeitschriften als Nistplatz für Hummeln angepriesen, die Idee ist also alt.

Diese Form des Nistkastens ist aber unter Kennern keine Alternative zum großen Hummelkasten aus Holz, denn zum Einen schützte der Topf nicht vor Regen (es lief an den Seiten oder von oben ins Nest, die gesamte Brut verschimmelte), zum Anderen muss sich die Hummel von oben aufs Nest stürzen.
Ein Hineinkrabbeln ist unmöglich, da das Loch über dem Nest ist.
Daneben kann der Hummelschützer das Volk nicht auf Parasitenbefall kontrollieren, da ein Anheben des Blumentopfs mit einer Zerstörung des Nests einhergehen kann.

Doch wie ist das bei diesem Hummelkasten?

Bauplan

Hier gibt es eine englischsprachige (aber mit vielen Bildern) Bauanleitung, die nicht ganz dem Video entspricht (vgl. Kommentare).

  1. Durch das Bodenloch von zwei größeren Blumentöpfen wird ein Schlauch gesteckt und mit Klebeband wasser- und lichtdicht mit dem Blumentopf verbunden.
  2. Jeder Blumentopf erhält an einer Seite drei Löcher, die anschließend mit einem Stück Strumpfhose von außen zugeklebt werden.
  3. In jeden Blumentopf wird ein kleiner, siebartiger Blumentopf gesteckt, von dem einer mit Nistmaterial locker gefüllt wird.
  4. Die inneren Töpfe werden mit einem Kabelbinder zusammen gebunden, die beiden großen Töpfe werden aufeinander gesetzt und mit Klebeband licht- und wasserdicht verbunden.
  5. Alles wird eingegraben, nur die beiden Schlauchenden schauen heraus.

Nistmaterial

Moos, Haare aus dem Fell der eigenen Hunde und Stroh bilden das Nistmaterial.

Wasser im Hummelkasten läuft ab

Dringt durch die Schläuche Regenwasser in den Kasten, soll das Wasser durch den inneren Blumentopf abtropfen (siebartig!) und dann durch die Löcher im Boden (nur mit Nylon-Strumpfhose verschlossen) abfließen.

Funktioniert das?

Ein Besucher der Homepage schrieb mir:

Es funktioniert tatsächlich. Nachdem ich schon vor Tagen eher zufällig bemerkt habe, dass das Nest bewohnt sein muss,
habe ich mich heute mit der Kamera davor gesetzt und recht lange gewartet bis ich ein Foto von den Damen machen konnte. Denke mal es sind dunkle Erdhummeln. Foto unten.
Ich bin hin und weg von den Brummern.
blumentopfnistkasten
Manfred F., 2014

Mein Fazit

Diese Version des Blumentopf-Nistkastens erscheint mir wesentlich sinnvoller als die alte Variante.

Sie ist nicht nur kostengünstig und leicht nachzubauen, sondern ahmt mit dem unterirdischen Standort und dem Nistmaterial auch die Natur nach.
Es könnte sich um eine wesentlich populärere Variante eines Hummelkastens handeln, verglichen mit dem normalen Hummelkasten.

Das große Problem der (Selbst-) Besiedlung des Kastens dürfte hier kleiner als bei einem normalen Kasten sein.
Daneben ist für die Hummeln das Innenklima wegen der Lage im Erdboden und der geringen Größe leicht zu regulieren, auch das Wasser wird bei geringen Regenmengen abfließen.

Sicherlich problematisch wäre ein Sturzregen, der auch dieses Nest unter Wasser setzen würde.
Da es eingegraben ist, kann man spätestens dann nicht nachsehen und retten, was zu retten ist.
Daneben ist die geringe Größe bei großen Staaten ein Problem, eine Erweiterung unmöglich.

Neu für mich ist, dass es gleich zwei Ein- bzw. Ausgänge gibt, was für eine Selbstbesiedlung ja nicht schlecht ist.

Also: Nachbauen!


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Autor: Cornel van Bebber | Datum: 27. Oktober 2011 - 06:12 Uhr | Update: 13. Februar 2016 - 14:03 Uhr | Kategorie: Garten für Hummeln, Hummelschutz, Nistkasten | Schlüsselwörter: , , , , , , , , | Kommentare: 16

Autor: Cornel van Bebber
Autor und Administrator dieser Seiten seit 1998. Rheinländer, Studium Chemie und Biologie. Entdeckte die Hummeln durch das Hummelbuch von v. Hagen. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Seite. Google+: Cornel van Bebber
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16 Kommentare

  1. Hersemeier | | Link zum Kommentar

    tollte Idee, möchte ich nachbauen. Aber wie kommen die Hummeln in die Gitter-Plastik-Töpfe? Ich habe kein Loch gesehen. Die werden ja mit Kabelbindern zusammengehalten. Ein Loch kommt nur in die Plastik-Übertöpfe. Wird der Schlauch auch mit den innen liegenden Gitter-Töpfen verbunden?
    Vielen Dank für die Antwort im Voraus.

    liebe Grüße
    Petra Hersemeier

    Antworten
     
  2. Hersemeier | | Link zum Kommentar

    Wir haben die Blumentopfkörbchen (für den Teich) im Bauart (obi) gekauft. Die sind leider sehr engmaschig. Wir haben daher in die Körbchen auch ein Loch geschnitten und die Schläuche zuerst durch die Übertöpfe und dann weiter in die Körbchen gesteckt. Bei uns ist eine Hummel in ein Hummelhaus aus Karton gezogen, der im Freisitz steht. Auch ist eine Hummel in einen vergraben Blumentopf gezogen. Hier habe ich den Schlauch unten in den Blumentopf geführt…habe da ein Loch reingehämmert…viel Kies unter den Topf verteilt…und oben mit Dachziegeln für mehr Trockenheit gesorgt. Ich werde berichten..es fliegen kleine Hummeln rein und raus…man wartet aber noch ewig, um eine zu sehen..auch die Königin ist noch selbst unterwegs. 😀💚

    Antworten
     
  3. Hersemeier | | Link zum Kommentar

    So, nun sind 3 Jahre vergangen. Ich habe das Hummelnest nachgebaut.Ich habe die Schläuche in die Gittertöpfe gesteckt.Auf einer anderen Seite fand ich die Mitteilung, dass die Gitter so groß seien, dass die Hummeln dadurch kämen. Die Gittertöpfe, die ich bei OBI gekauft habe sind aber so engmaschig, dass da niemals eine Hummel durchkommt.Bisher ist noch keine Hummel eingezogen…
    Ich habe die Hummelnester unter Tannen eingebuddelt, da kommt nur wenig Regen durch. Und den Eingang habe ich mit einer Tonscherbe vor Regen geschützt..
    Im Herbst werde ich dann berichten…

    Antworten
     
  4. Hersemeier | | Link zum Kommentar

    Wie kommen die Hummeln in die schwarzen Gittertöpfe. Kommt da auch ein Loch rein?

    Antworten
     
  5. Cornel van Bebber | | Link zum Kommentar

    Ein Loch ist nicht nötig. Es verhindert, dass Mäuse das Nest nutzen und es sich darin gemütlich machen. Die Giter sind nicht so feinmaschig, dass Hummeln da nicht durchkämen. Ich würde die beiden Töpfe allerdings nicht so voll machen wie im Video.

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