Warum eine Wildblumenmischung nicht optimal ist

Eine Wildblumenmischung gegen das Bienensterben verschickte der Konzern.
Hier fliegt das Maskottchen noch: Die Biene auf der Produktverpackung soll durch eine Wildblumenmischung gefördert werden (Quelle: Pressebereich, „2014 comic books – Honey Nut Cheerios“ by GeneralMills, CC-Lizenz).

Der amerikanische Konzern „General Mills“ (z.B. „Häagen-Dazs“-Eis) freut sich über eine sehr erfolgreiche Marketing-Kampagne, bei der er Saatgut („Wildblumenmischung“) für eine Blumenwiese verteilte.

UPDATE 2018: Der Konzern hat gelernt und bietet sein Produkt in 2018 verändert an: Es enthält keine Wildblumenmischung, sondern nur eine einzige Pflanze – wie sich die niederländischen Forscher das wünschen. Es handelt sich um Cosmos (Schmuckkörbchen).

Wildblumenmischung gegen das Bienensterben

Er ließ auf seinen Frühstücksflocken-Packungen das Maskottchen, eine Biene, weg und informierte auf der Rückseite über das Bienensterben und was die Kunden dagegen machen könnten:

Help bring back the bees

Gleichzeitig bot er den Versand einer Blumenmischung an, die für Bienen besonders gut sein soll.

Auch hierzulande gibt es käufliche Wildblumenmischungen, eine deutschlandweite Marketing-Kampagne dazu ist mir aber nicht bekannt.
General Mills jedenfalls freut sich: In Kanada und den USA wurden innerhalb von vier Wochen 10 Millionen Samen-Päckchen verteilt.

(1) Das Problem mit der Wildblumenmischung: Nicht optimal!

Eine niederländische Studie zeigte, dass Blumenmischungen zumindest zur Förderung von seltenen Hummeln nicht optimal sind:
„Unsere Studie zeigt: Wenn man einjährige Blumen säht, ist das prima für viele Arten. Am meisten profitieren davon aber die Arten, denen es eh besser geht. Will man den am stärksten betroffenen Arten helfen, muss man gezielt ihre Wirtspflanzen fördern, da reichen die allgemeinen Blütenmischungen nicht.“
Quelle

Das Problem mit der verwendeten Mischung für die Blumenwiese (2)

Bei General Mills kam noch hinzu, dass – bedingt durch die Größe Amerikas – viele Pflanzen in der Samentüte in den jeweiligen Regionen gar nicht heimisch waren. Beispielsweise waren für South Carolina von den 19 Pflanzenarten in der Saatgutmischung nur fünf heimisch. Nicht-heimische Arten haben keine natürlichen Feinde und könnten sich ungehindert ausbreiten, man spricht von invasiven Arten. Weltweit gibt es Programme, um das Ausbreiten invasiver Arten zu verhindern. Die Wildblumen-Aktion Lebensmittels-Konzerns steht diesen Bemühungen entgegen.

Honey Nut Cheerios is using a variety of 19 different wildflowers, native to various states and countries. Only five of those wildflowers are native to South Carolina, Powell said. Plants needing a different climate than coastal Carolina’s may not survive anyways. But, wildflowers not native to here could become invasive and hurt our own natural ecosystem, especially if there are no natural predators to it here, Powell said.
Quelle

Hier ist eine Liste der verwendeten Arten (Quelle):

  • Forget-Me-Not, Chinese
  • Wallflower, Siberian
  • Poppy, California, Orange
  • Coneflower, Purple
  • Aster, China, Single Mix
  • Poppy, Corn
  • Coreopsis, Lance Leaved
  • Flax, Blue
  • Baby Blue, Eyes
  • Gilia, Globe
  • Indian Blanket
  • Coreopsis, Plains
  • Sweet Alyssum, Tall White
  • Hyssop, Lavender
  • Daisy, Fleabane
  • Aster, New England
  • Bergamot

Die Lösung: Was Sie statt der Blumenwiese anpflanzen können

Hier habe ich gezeigt, dass lediglich sieben Pflanzenarten (!!) für den Schutz seltener Hummelarten wichtig sind.

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